22.05.2020 - 10:06 Uhr
EschenbachOberpfalz

Bienen schwärmen trotz Corona-Beschränkung

Eigentlich gilt es immer noch, Abstand zu anderen zu halten. Das interessiert die brummenden, schwarz-gelb gestreiften Gäste in Heiner Kohls Garten aber überhaupt nicht.

Mit Imkerpfeife und Fangkasten nähert sich Heinz Jantschik vom Eschenbacher Imkerverein dem Bienenschwarm, der sich an einem Baum im Heiner Kohls Garten niedergelassen hat.
von Walther HermannProfil

Ungewöhnliche, aber durchaus bekannte „Musik“ machte am Mittwoch Musikus Heiner Kohl in seinem Garten auf einen überraschenden Besuch aufmerksam. An einem seiner Obstbäume hatte sich ein schwärmendes Bienenvolk niedergelassen. Durch seine Mutter Tilly Kohl, in Imkerkreisen über Jahrzehnte als „Bienenkönigin“ bekannt, waren ihm Besonderheiten des Bienenlebens bekannt. Nachdem Kohl den Eschenbacher Imkerverein über die brummenden Gäste im Garten informiert hatte, stellten sich bei ihm Josef Bauer und Heinz Jantschik mit Imkerpfeife und Fangkasten ein.

Während Bauer kräftig am Ast schüttelte, hielt Jantschik den Fangkasten unter die Bienentraube. Das Volk fiel mit ihrer Königin in den Kasten, den Jantschik sofort verschloss. Der Fangkasten blieb noch etwa eine Stunde unter dem Baum stehen, denn ein kleiner Teil des Bienenvolkes hatte den „Umzug“ in das neue Heim nicht geschafft. Nun waren die Pheromone der Königin gefordert. Durch ihre Duftstoffe lockte sie die Bienen an, die auf der Suche nach ihrer Königin waren. Eine dafür vorgesehene kleine Öffnung am Fangkasten bildete den Zugang zur neuen „Bienenwohnung“. Jantschik sieht im Schwärmen eines Bienenvolkes das Bestreben zu einer „naturgegebenen Erneuerung“, einschließlich der Erneuerung des Wabenbaues.

Noch am gleichen Abend fand das Bienenvolk am Imkerheim in einem „Simperer“ – ein geflochtener Korb – eine neue Bleibe. In ihm können sie einen neuen „Naturbau“ bilden. Da die Bienen für ihren Schwarmflug nur für maximal drei Tage Nahrung in den Honigblasen mitführen, erhielten sie gleich am Himmelfahrtstag ein Nahrungsangebot mittels Futterflaschen. Für das Verhalten der Bienen hatte Jantschik einen alten Spruch parat: "Ein Schwarm Bienen im Mai hat den Wert von einem Fuder Heu." Der „Besuch“ des neuen Bienenvolkes stellt für den Verein jedoch keinen Ersatz für das abgesagte Imkerfest dar. Das Schwärmen der jährlich zahlreichen Imkerfreunde musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Die Bienen bilden eine feste Traube um ihre Königin.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.