10.07.2019 - 12:39 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Bochscheidla" liegen auf Stroh

Fans von Zwiebelkuchen und Roggenbrot aus Sauerteig pilgern in die Brunn- und Färbergasse: Die Backofengemeinschaft feiert dort ein schönes und friedliches Jubiläumsfest. Dabei fließen allerdings auch Tränen.

Im 80 Jahre alten Gemeinschaftsbackofen lodert das Feuer: Anlässlich des Jubiläums steht er im Mittelpunkt eines von der Backofengmeinschaft organisierten Festes.
von Autor HUTProfil

Die ganze Woche schon bereiteten fleißige Hände das Fest vor. Einen Tag vor dem Termin stieg bereits das Arbeitspensum in der Backstube. Am nächsten Morgen in aller Frühe wurden dann die „Bochscheidla“, also das trockene Holz, in den Backofen eingebracht und aufgeschichtet. Als Anzündhilfe wurde, wie in früheren Zeiten, eine ganze Schicht Stroh als Unterbett eingebracht. Das Stroh spendete in diesem Jahr die Familie Schecklmann aus Unterbibrach.

Gegen 11.30 Uhr entzündete Charly Kopp schließlich das Feuer im Backofen. Etwas später als geplant räumte er die verbliebene Glut aus. Wegen der anfänglich zu hohen Temperaturen musste der Schürmeister noch etwas warten, ehe er die belegten Zwiebelkuchen "einschießen" konnte. Bei den Arbeiten an der heißen Brennkammer erhielt Kopp tatkräftige Unterstützung durch Siegfried Seidl, Günther Volkmann und Martin Hafner.

Während die Flammen den Backofen aufheizten, wurde aber auch etwas weiter entfernt vom Backofen kräftig geschwitzt: Es mussten Biertische und Bänke geholt und aufgestellt werden. Biertische und Bänke wurden freundlicher Weise vom Heimatverein zur Verfügung gestellt. Günther Volkmann fuhr mit seinem Auto die Absperrungen aus und platzierte sie. Sonnenschirme der Brauerei und Pavillons der Stadt wurden als Sonnenschutz aufgestellt. Schankanlage und Spültisch wurden angeschlossen und die Einfahrt zum Hof des Büchereigebäudes hergerichtet. Der Kühlwagen der Brauerei leistete hervorragende Dienste und hielt alle angebotenen Getränke schön frisch.

Ebenfalls in der Mittagszeit starteten die fleißigen Helfer in der Backstube. Unzählige Tränen wurden dort vergossen, was aber bei der Menge an geschnittenen Zwiebeln kein Wunder war. Christa Vichtl, Conni Kopp, Sabine Volkmann, Konni Tauber, Monika Diertl, Ella Teichmann und Roswitha Schmidt haben geknetet, geschnitten, gestrichen, belegt und schließlich die Zwiebelkuchen zum Backofen getragen.

Martin Hafner war eigentlich immer und überall gleichzeitig: am Backofen, in der Backstube, beim Festaufbau, beim Befördern der Zwiebelkuchen und natürlich beim Aufräumen - und das immer gut gelaunt. Manuela Speck, Sabine Konhäuser, Monika Diertl und Roswitha Schmidt kümmerten sich um das Austeilen. Im Pavillon am Backofen fanden Brot und Zwiebelkuchen aus dem Gemeinschaftsofen reißenden Absatz.

Aufgrund des zu erwartenden Ansturms und weil jedes Mitglied der Backofengemeinschaft schon gut zu tun hatte, brauchte man Hilfe bei den Durstlöschern. Mitorganisator Matthias Haberberger zeigte schon im Vorfeld immer Präsenz, half bei der Organisation, kümmerte sich um Absperrungen, Biertische und Toiletten, besorgte Traktor und Anhänger für den Transport der Bierbänke und vieles mehr.

Der Stadtrat und Kulturbeauftragte der Stadt war es auch, der den Schäferhundeverein als Mitstreiter gewann. Dessen Mitglieder übernahmen souverän die Bewirtung mit Getränken und machten dabei einen hervorragenden Job. Der von den Backofenfreunden kreierte Slogan „Kumm, heb ma nu a Heber“ wurde von den Gästen gerne angenommen, und so hatte die Truppe vom Schäferhundeverein stets alle Hände voll zu tun.

Trotz der großen Hitze wurde auch Selbstgemachtes und -bemaltes angeboten. An einem Stand gab es Sachen aus Holz, die Junge Union servierte gekühlte Mix-Drinks. Fazit: Backofengemeinschaft und Schäferhundeverein arbeiteten hervorragend zusammen und machten das Fest für Besucher und Mitwirkende unvergesslich.

Zwiebelkuchen und Brot locken zahlreiche Besucher in die Brunn- und Färbergasse.

 

 

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