14.02.2020 - 12:50 Uhr
EschenbachOberpfalz

Bürgermeister Peter Lehr: "Auftrag ausgeführt."

Seine letzte Bürgerversammlung als amtierender Bürgermeister von Eschenbach garniert Peter Lehr mit vielen Informationen und rund 260 Bildern. Mit dem Abschluss der Veranstaltung hätte er dann selbst nicht gerechnet.

Mit großer Freude dirigiert "Peter 60" die Bayern-Hymne "Stern des Südens".
von Walther HermannProfil

Geradezu militärisch beendete Peter Lehr die letzte Bürgerversammlung seiner Amtszeit: „Sie, die Bürgerinnen und Bürger von Eschenbach, haben mich 2008 und 2014 mit der Führung der Amtsgeschäfte des 1. Bürgermeisters beauftragt. Ich denke, ich kann Ihnen melden – Auftrag ausgeführt.“

Circa 150 Besucher waren zu der Veranstaltung in die Aula der Markus-Gottwalt-Schule gekommen. Peter Lehr beschränkte sich in seinen Berichten nicht nur auf das Geschehen 2019 und auf die Vorschau auf 2020. Seinen Rückblick, garniert mit gut 260 Bildern und Grafiken, nutzte er auch dazu, das seit 2008 Erreichte in Kurzform Revue passieren zu lassen. Die Stadtkapelle umrahmte das dreistündige Geschehen und begleitete die regen Plaudereien der Besucher während der Pause.

Als sehr arbeitsreich, abwechslungsreich und interessant beschrieb Lehr das abgelaufene Jahr, in dem der Stadtrat in 16 Sitzungen unter anderem über sechs größere und kleinere Bauvorhaben entschieden, sie begleitet und bewertet hat. Kommentarreich ließ er auch den 6. Bauernmarkt mit geschätzten 10.000 Besuchern, die Segnungsfeier für den neuen Versorgungs-LKW der Feuerwehr, das 40. Bürgerfest und den Rathaussturm der Eschenbacher Narrengilde mit Bilderserien lebendig werden. „Außergewöhnliche Auszeichnungen“ waren für ihn das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ für die Markus-Gottwalt-Schule und der Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz, vergeben an das Museum „Beim Taubnschuster“.

Mit Statistiken und grafischen Darstellungen ergänzte der Bürgermeister seine Ausführungen zu Investitionen und Finanzkraft der Stadt, deren Einwohnerzahl sich auf 4113 erhöht hat. Die Gewerbesteuer zählte er zwar zu den wichtigsten Einnahmen der Kommune, räumte jedoch jährliche Schwankungen zwischen 6,4 und 4,2 Millionen Euro ein. Zu seinen Frohbotschaften gehörten der Rückgang der Schulden von 2,2 Millionen (2008) auf nunmehr 324.000 Euro und der Anstieg der Rücklagen im gleichen Zeitraum von 10,6 Millionen auf 20,8 Millionen Euro. „In der Summe haben wir in diesem Zeitraum rund 35 Millionen Euro investiert und zusammengerechnet rund 15,5 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten“, ergänzte er.

Leuchtendes Beispiel im Bereich Klimaschutz waren für ihn die Wärmeverbrauchskosten im neuen Feuerwehrhaus. Da 90 Prozent des Heizbedarfs durch Geothermie abgedeckt werden, fielen 2019 nur 438 Euro für Gasverbrauch an. Nach einem Bilderstreifzug „Eschenbach im Wandel“ durch die kleinen und großen Maßnahmen während der ersten elf Jahre seiner Amtszeit wandte sich Lehr den Investitionen der Stadt in Infrastruktur und Bildung im Jahr 2019 zu. Die vielfältigen Investitionen der vergangenen Jahre, die zu einem attraktiven Erscheinungsbild der Stadt beitragen, und die Arbeitsplatzangebote der örtlichen Betriebe wertete er als Grund „für die stetig nach oben gehende Einwohnerzahl“.

Überzeugt zeigte sich der Bürgermeister, dass mit der Firma Markgraf ein äußerst leistungsfähiger Tiefbaupartner zum Ausbau der Jahnstraße gefunden worden sei. Er begründete die Aufteilung in drei Bauabschnitte und sprach von Gesamtkosten von voraussichtlich 3,4 Millionen Euro, denen Fördermittel von circa 900.000 Euro gegenüberstünden. Den Grund für die Verzögerung des Zeitplans sah er in zusätzlichen Arbeiten an der Verbindungsstraße zum Krummen Weg. Zuversichtlich zeigte er sich, „dass wir mit Beginn der Sommerferien 2020 die Baumaßnahme inklusive Dr.-Friedrich-Arnold-Straße abschließen können“. Mit beeindruckenden Bildern stellte Lehr die Maßnahme "Vermessungsamt" vor. Das Gebäude wurde vollständig entkernt und wird schrittweise barrierefrei neu aufgebaut. Als künftige Nutzer nannte er Bibliothek, Archiv, Musikschule, Eltern-Kind-Gruppe, Liedertafel, Seniorengemeinschaft und eventuell BRK-Bereitschaft. Die Maßnahme mit Kosten von 3,3 Millionen Euro werde mit 2,46 Millionen Euro gefördert. An der Sanierung des Landratsamtsgebäudes beteilige sich die Stadt mit 340.000 Euro.

Nach dem ersten Teil der Breitbandaufrüstung lag im vergangenen Jahr die Steigerung der Attraktivität der Ortsteile durch Bereitstellung hoher Down- und Upload-Raten im Fokus einer weiteren Maßnahme, die im Wesentlichen im Spülbohrverfahren erfolgte und Kosten von 610.000 Euro, abzüglich einer Förderung von 385.000 Euro, verursachte. Nach Informationen zu den Erschließungsarbeiten im Baugebiet Esperngasse-Ost, diese verursachen Kosten von 1,959 Millionen Euro, zum Ausbau eines Erschließungsweges in Stegenthumbach und zu verschiedenen kleineren Maßnahmen folgten Berichte der Senioren-, Kultur- und Jugendbeauftragten.

Dass es in diesem und in den nächsten Jahren zu „keinem vermeintlichen Stillstand“ kommen wird, begründete Lehr mit einem Überblick über größere Vorhaben. Für den 3. Bauabschnitt der Jahnstraße kündigte er die Wiederaufnahme der Arbeiten für voraussichtlich Mitte März an. Die Erschließung des ersten Bauabschnitts Esperngasse-Ost soll bis Ende Mai abgeschlossen sein. Folgen wird die Vermessung der Bauplätze. Da die Tiefbauplanung für den 2. Bauabschnitt bereits abgeschlossen ist, sollen bis Ende 2021 weitere elf Bauplätze zur Verfügung stehen. „In der Adventure-Golfanlage in der Camping- und Freizeitanlage werden sich Geopark Bayern-Böhmen und Naturpark nördlicher Oberpfälzer Wald wiedererkennen“, versicherte Lehr. Er weckte das Interesse an einer 366.000 Euro teuren Anlage, die Sehenswürdigkeiten der Region darstelle und mit 146.000 Euro gefördert werde.

Die Altstadtsanierung Stirnberg, mit keiner Belastung für die Anlieger, kündigte Lehr für 2021 an, die letzten verwaltungstechnischen Schritte für den Waldfriedhof für Mai dieses Jahres. In der langersehnten Generalsanierung des Landratsamtes sah er eine städtebauliche Aufwertung, die bedingt durch jährlich rund 7500 Kfz-Zulassungen eine Stärkung der innerstädtischen Kaufkraft bedeute. In der „Festlegung einer endgültigen Marschroute in Sachen Kindertagesstätte“ sah Lehr ein nicht einfaches Thema für den neuen Stadtrat. Er begründete dies damit, dass in der Dezembersitzung des Stadtrats die erstmals vorgestellte Planung zu einer möglichen Erweiterung der Kindertagesstätte um eine zusätzliche Kindergruppe bei gleichzeitigem Um-/Anbau einer Mensa aufgrund der hohen Kosten beim Ratsgremium auf geteilte Zustimmung gestoßen war. Den Bau einer dritten Hauptleitung vom TÜV bis zum SCE-Heim begründete der Bürgermeister mit der Sicherheit der kommunalen Wasserversorgung und die Modernisierung des Altbaus der Markus-Gottwalt-Schule mit den Erfordernissen, „die Räumlichkeiten modernen Erfordernissen anzupassen“. Als Klimaschutzmaßnahme bezeichnete er die Renaturierung des Paulusweihers, die im Dezember 2020/Januar 2021 erfolgen soll.

Die Bürgerversammlung fand dann ein geradezu spektakuläres Ende. Martin Danzer, Vorsitzender der Stadtkapelle, bedankte sich beim Bürgermeister für die langjährige Unterstützung und erinnerte an dessen bei einer Weihnachtsfeier geäußerten Wunsch nach der Vereinshymne der „Bayern“. Er streifte dem leidenschaftlichen Fan des FC Bayern ein Trikot mit dem Namen „Peter“ über und ließ ihn "Stern des Südens" dirigieren.

Circa 150 Besucher erleben bei der Bürgerversammlung einen informationsreichen Abend.
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