Eschenbach
19.11.2025 - 12:45 Uhr
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Deutsche Meister der Mechatronik kommen aus Eschenbach

Die beiden Auszubildenden Simon Thaler und Markus Lober von Rogers Germany aus Eschenbach wurden Deutsche Meister der Mechatronik. Nun bereiten sie sich auf die Weltmeisterschaften der Berufe in Shanghai vor.

Die Personalchefin von Rogers Germany, Anette Enders, strahlte vor Stolz. Bei einer Feierstunde verkündete sie: „Wir sind mächtig stolz auf euch!“ Ihre Glückwünsche galten den beiden Auszubildenden Markus Lober (19) und Simon Thaler (19), die das Unternehmen und die gesamte Oberpfälzer Region in besonderer Weise repräsentiert hatten. Die beiden Mechatroniker aus Eschenbach ließen bei den World Skills Germany, den Deutschen Meisterschaften der Berufe, die Konkurrenz hinter sich und errangen im Festo-Lernzentrum in St. Ingbert den Deutschen Meistertitel in der Disziplin Mechatronik.

Das traditionsreiche Unternehmen in Eschenbach hatte frühzeitig das Potenzial von Simon Thaler, der aktuell im zweiten Lehrjahr ist und aus Weidenlohe bei Schlammersdorf stammt, erkannt. Er war bereits im ersten Lehrjahr angesprochen worden, ob er sich eine Teilnahme am Wettbewerb vorstellen könne. Thaler musste zwar zunächst überlegen – „denn im ersten Jahr hast du eigentlich noch nicht so den Plan“ – fand aber von Woche zu Woche in den Vorbereitungen besser in die Rolle.

Anders verhielt es sich bei Markus Lober aus Kirchenthumbach, der sich im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung befindet. „Bei Markus Lober mussten wir allerdings einiges an Überredungskunst aufwenden und ihn wirklich davon überzeugen, an diesem anspruchsvollen Wettbewerb teilzunehmen“, erinnerte sich Anette Enders schmunzelnd. Auch Lober, der nach der Realschule in Auerbach durch ein Praktikum in Eschenbach zu Rogers kam und dort schnell Gefallen an dem Beruf fand, räumte ein: „Ich dachte, dass ich es nicht schaffe, unter anderem auch wegen dem Zeitdruck, der dort herrscht.“ Doch bei einer internen Meisterschaft hatten sich Lober und Thaler schnell herauskristallisiert.

Gegen neun Teams

Nach intensiven Trainingsstunden, in denen sich das Duo immer besser zurechtfand, reisten sie zu den Deutschen Meisterschaften. Bei den diesjährigen Meisterschaften traten insgesamt neun hochqualifizierte Teams aus allen Regionen Deutschlands gegeneinander an. Die Herausforderung war enorm: höchste Konzentration über mehrere Tage hinweg, gepaart mit Disziplin und dem Willen zur Perfektion. Ausbilder Johannes Beierl, der bereits bei der Siegerehrung äußerst euphorisch und emotional bewegt war, lobte die Leistung: „Genau diese Anforderungen haben die beiden in beeindruckender Weise umgesetzt und gemeistert.“

Die Betreuung vor Ort übernahm in diesem Jahr Johannes Strößner, der selbst bereits hochklassige Wettbewerbserfahrungen gesammelt hatte. Lober und Thaler fielen durch ihre schnelle und gleichzeitig präzise Arbeitsweise auf. Dies zeigte sich insbesondere beim zügigen und genauen Aufbau der komplexen technischen Anlage. Während Lober in der Meisterschaftswoche die Rolle des Programmierers übernahm, agierte Thaler als der zuständige Aufbauer. Trotz anfänglicher Aufregung – „schlafen war jetzt nicht so das Problem, aber am Morgen ging es dann schon mit Aufregung los“ – blieben beide während der dreitägigen Meisterschaft vollkommen cool.

Die Punktabstände im Mittelfeld zeigten die enorme Leistungsdichte; zwischen dem zweitplatzierten Team und dem Sechstplatzierten lagen nur wenige Zähler. Umso beeindruckender war der Auftritt der beiden jungen Mechatroniker: Mit 91 Gesamtpunkten distanzierten sie die Konkurrenz deutlich und sicherten sich den ersten Platz. Der Erfolg wurde mit einem großen Pokal, zwei Goldmedaillen und offiziellen Urkunden gewürdigt. Bürgermeister Marcus Gradl beglückwünschte die Sieger ebenfalls und dankte den Azubis mit den Worten: „Daran denkt man nun ein Leben lang, genau an diesen Augenblick, wenn man auf dem Podest ganz oben steht.“

Nächste Station: Shanghai

Der Meistertitel ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch das Ticket für die nächste, noch größere Herausforderung: die Teilnahme an den Weltmeisterschaften der Berufe, den World Skills, im September 2026 in der chinesischen Millionenmetropole Shanghai. Nun müssen Markus Lober und Simon Thaler weiterhin intensiv üben und sich auf höchstem Niveau auf diese internationale Herausforderung vorbereiten. Dies geschieht künftig nicht mehr unter dem Namen Rogers, sondern als Teil des offiziellen Team Deutschland, das von World-Skills-Bundestrainer Christian Hartung professionell trainiert und betreut wird.

Obwohl keine Platzierung als Ziel vorgegeben wurde – beide sind sich einig, dass sie „so gut wie möglich Deutschland vertreten“ wollen – möchte Ausbilder Johannes Beierl die Platzierung von der letzten Teilnahme in Stuttgart (10. Platz, Medaille of Excellence) übertreffen. Einigkeit herrscht bei beiden über ihre Zukunft: Sie wollen auch nach der Lehre bei Rogers Germany in Eschenbach bleiben.

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