06.07.2021 - 11:11 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Durst wird durch Bier erst schön": Schaubrauen beim Kommunbier-Verein Eschenbach

Zuschauen ist angesagt: Der Kommunbier-Verein lockt mit seinem Schaubrauen zahlreiche Besucher an. Dabei bleibt es nicht beim Beobachten: Natürlich wird auch getestet und genossen.

Diplom-Chemiker Jürgen Laubert (Mitte) beobachtet das "Anschwänzen" durch Vorsitzenden Thomas Ott (links) und Vorstandsmitglied Thomas Riedl. Ziel ist es, den Restzucker aus der Maische zu spülen.
von Walther HermannProfil

Im Nebengebäude von „Matth sein Wirtshaus“ hat der im Juli 2019 gegründete Kommunbier-Verein seine Braustätte eingerichtet. Hier übt er sich seit geraumer Zeit in der Erfüllung der Satzung: „Die historisch gewachsene Tradition des Kommunbierbrauens zu erhalten.“

Mit dem erstmals angesagten „Tag des offenen Brauhauses“ verfolgte die Mannschaft um Vorsitzenden Thomas Ott das Ziel, nicht nur die 76 Mitglieder in der vereinseignen Kleinbrauanlage über den Werdegang des Bieres zu informieren. Vielmehr wurde auch die Öffentlichkeit einbezogen. Als Braumeister, der die einzelnen Schritte vorgab und kontrollierte, war Jürgen Laubert vor Ort. Er hatte den Merksatz parat: „Der Brauer braut Bier, Hefe macht das Bier.“

„Unser im Mai gebrauter Eschenbacher Zoigl kommt gut an“, freute sich Vorsitzender Thomas Ott und berichtete von vier Brauvorgängen in nur sehr kleinem Rahmen zu jeweils 200 Liter, abgefüllt in eigene Flaschen der Mitglieder und zu einem kleinen Teil beim Heimatverein eingelagert. Er dankte für dessen Kooperation und kündigte an, dass nun in einem zweiten Schritt ein leichtes Sommer-Hefeweizen nach eigenem Rezept gebraut werde. Mit dieser spritzigen Variante sollen weitere Bierliebhaber angesprochen werden.

Über die Stationen des Brauprozesses, der auch Wartezeiten beinhaltete, informierte stets Braumeister Jürgen Laubert. Er berichtete vom kalten Einmaischen am Vorabend und vom Braustart am Morgen. In der Brauanlage ging es fortan um Verzuckerungsrast, Abmaischen, Treber entfernen, Hopfenkochen, Extrahieren der Hefe, Abkühlen auf Anstelltemperatur, Umpumpen in den Gärtank und Anstellen der Brauhefe.

Laubert versicherte, dass alle Brauutensilien stets ohne Chemie und nur mit kochendem Wasser sterilisiert werden, und der Gärprozess des Weizens ohne den Einsatz eines Kühlaggregats ablaufe. Für ihn bedeutet das: Ökologie ohne Strombedarf.

Für die Besucher des "Tags des offenen Brauhauses" hatte der Verein vor dem Brauraum Tische und Bänke aufgestellt. Der Duft von Grillspezialitäten verlockte zum Bleiben und zu Plaudereien über den edlen Gerstensaft. Der Werbeslogan der Brauereiwirtschaft feierte fröhliche Urständ: "Durst wird durch Bier erst schön."

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