17.04.2019 - 14:22 Uhr
EschenbachOberpfalz

Mit "eingeschaltetem Gehirn" ins Netz

Mit dem Smartphone im Internet unterwegs sein, macht Spaß. Dabei ist Vorsicht geboten, um nicht Opfer zu werden. Wie man sich davor schützen kann, zeigt Kriminalhauptkommissar Dieter Melzner den siebten Klassen der Wirtschaftsschule.

Schulleiter Bernhard Miedl (links), Ralf Wittmann und Dieter Melzner (Mitte) warnen vor den Risiken im Internet.
von Walther HermannProfil

„#Khm10dmA19! Eine Kombination aus Zahlen, kleinen und großen Buchstaben und Steuerungszeichen: So könnte ein sicheres Passwort lauten“, gab Melzner den Schülern mit auf den Weg. Mit seinem Vortrag im Unterrichtsangebot „Schüler im Netz“ wollte er den Jugendlichen zu einem risikofreien Umgang mit den Medien verhelfen und ihnen damit „Fallen-Erlebnisse“ ersparen. Sein Credo „Das Internet vergisst nichts“ zog sich einem roten Faden gleich durch seinen „Netz-Unterricht“.

Jeder Siebtklässler hat mittlerweile ein Smartphone. Damit oder auch mit dem Tablet oder dem PC gehen die Jugendlichen ins Netz. Das Internet macht gerade jungen Leuten einen Riesenspaß, birgt aber auch Gefahren in sich. Diesem Hintergrund angepasst waren die Vorträge des Präventionsspezialisten. Er nahm den Anfangsklassen die Angst und ging auf viele Anliegen der Schüler ein.

„Ihr habt ein Recht am Bild. Überlegt also, was Ihr von Euch im Netz sehen wollt.“ Diesem Appell stellte Melzner die ständig geposteten Selfies oder andere Bilder gegenüber und rief zum Nachdenken darüber auf, dass man damit die Rechte an den geschickten Bildern abgibt: „Man weiß nie, wo die Bilder landen und was irgendwann einmal damit gemacht wird.“ Der Referent warnte auch vor gefilmten Angriffen und dem gefährlichen Trend „Happy-Slapping“ und „Cyber-Mobbing“.

„Was macht die Polizei bei Internet-Vergehen?“ Der Fachberater wies darauf hin, dass gewaltverherrlichende, extremistische oder pornographische Inhalte verboten sind und die Polizei in solchen Fällen Handys beschlagnahmt, die Eltern verständigt werden und es zu Durchsuchungen und Strafanzeigen kommt. Gegebenenfalls werden Staatsanwaltschaft und Jugendamt eingeschaltet. Die Folge seien Gerichtsverhandlungen mit der Verurteilung zu Sozialstunden, aber auch zu Jugendarrest. Daher der Rat des Kriminalbeamten: „Wenn Ihr einen Verdacht habt, dann schweigt nicht! Wer schweigt, bleibt Opfer. Traut Euch, etwas zu sagen! Wendet Euch an Eure Freunde oder an Eure Eltern, aber auch an einen Polizisten!“

In seinen Ausführungen ging Melzner auch auf das Darknet ein. Vor allem sprach er die sozialen Netzwerke an, in denen es immer häufiger zu sogenanntem Sexting, dem Versenden von Nacktbildern über mobile Anwendungen, kommt. Im Nachgang dazu würden vor allem junge Mädchen unter Druck gesetzt. Auch für solche Fälle verwies er auf Hilfsmöglichkeiten des Umfeldes oder der Polizei. Der Fachberater befasste sich außerdem mit der Internet-Sicherheit und bezog sich auf verschiedene Internetseiten und Checklisten zur Nutzung von Social Media.

Das Internet kann aber auch teuer werden, wenn das Urheberrecht nicht beachtet wird. „Finger weg von cracking codes“, appellierte der Präventionsspezialist und warnte vor teuren Abmahnungen beim illegalen Filesharing von Liedern und anderen Urheberrechtsverletzungen. „Rechtsanwaltskanzleien haben sich auf Abmahnschreiben spezialisiert“, gab er den Schülern mit auf den Weg und rief dazu auf, die Medien mit offenen Augen und "eingeschaltetem Gehirn" zu nutzen. Mit einem Präsent dankte Oberstudienrat Ralf Wittmann dem Referenten für die sehr lebendig gehaltenen Vorträge.

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