14.08.2019 - 15:06 Uhr
EschenbachOberpfalz

Erste Schritte zum eigenen Bier

Der Betrieb einer 200-Liter-Brauanlage ist das Endziel: Um dieses zu erreichen, nimmt der neugegründete Kommunbier-Verein Fahrt auf. Das Programm der nächsten Monate ist geprägt von zahlreichen Vorhaben.

Zwischen Bergkirche und Gärtnerei Fischer, am "Fischerbergl", erinnert wild wachsender Hopfen an den einstigen Anbau der Pflanze durch hiesige Braurechtler.
von Walther HermannProfil

In der ersten Vorstandssitzung in der Gaststätte Wolfram vereinbarten die Kommunbrau-Interessenten Informations- und Besichtigungsbesuche im Hopfenmuseum Spalt, beim Schellinger-Bräu in Schwarzenfeld und bei der Brau-Messe Nürnberg. In das Herbstprogramm aufgenommen wurde zudem die Einladung eines Braumeisters mit mobiler Kleinbrauanlage. Sie soll erste Erkenntnisse für künftige eigene Brauaktivitäten liefern. Die mit ihnen verbundenen Formalitäten führten zu einer regen, befruchtenden Aussprache.

Eine Arbeitsgruppe wurde damit beauftragt, die Formalitäten zur Förderung einer 200-Liter-Brauanlage durch das im Jahr 2020 auslaufende Leader-Programm zu übernehmen. Vorrangig wird jedoch das Probebrauen mit einer 20-Liter-Anlage angestrebt. Dabei bestand Einvernehmen darüber, einen „Fachgebietsleiter Brauen“ einzusetzen. Weitere Gesprächsthemen waren ein Internetauftritt des Vereins und die Beschaffung des Hopfens.

Im Blickpunkt:

Vier "Anbaugebiete" in Eschenbach

In früheren Zeiten ließen sich die Eschenbacher Braurechtler, um die Jahrhundertwende 1900 zirka 140 an der Zahl, den Hopfen meist aus der Holledau oder aus dem Hersbrucker Anbaugebiet kommen.

Wie Bernd Thurn in seiner Arbeit über das „Eschenbacher Brauwesen“ schreibt, war einigen Kommunbrauern der Hopfenpreis jedoch zu hoch und sie unternahmen selbst den Versuch, Hopfen anzubauen. Er wurde jahrelang in der Esperngasse, in der Sommerleiten, am Netzaberg und am Galgen geerntet. Thurn zitiert den letzten Braumeister Christian Vichtl mit den Worten: „Mein Vater hatte vor dem Krieg auf einem Acker am Netzaberg 200 bis 250 Hopfenstangen stehen. Der Ertrag lag bei etwa 70 Pfund Hopfen.“

An verschiedenen Stellen erinnert wild wachsender Hopfen noch heute an das örtliche Kommunbrauwesen, das 1938 noch 54 Sude erbracht hat. Deren Zahl verringerte sich 1960 auf sieben und 1966 auf zwei Sude. 1970 wurde das Kommunbrauhaus wegen Baufälligkeit abgebrochen und an seiner Stelle das Feuerwehrhaus errichtet.

Hintergrund:

„Förderung der Heimatpflege und Kultur“

„Historisch gewachsene Tradition und Wertschätzung des Bierbrauens wollen wir mit diesem Verein in Eschenbach wiederbeleben.“ Mit dieser Botschaft wandte sich Thomas Ott vor wenigen Wochen in der Remise des "Taubnschusters" an eine Runde von Brauinteressenten. Der Abend wurde zur Geburtsstunde des „Kommunbier-Vereins Eschenbach“. Die Gründungsversammlung wählte Thomas Ott und Thomas Riedl zu Vorsitzenden des neuen Vereins, der sich in seiner Satzung der „Förderung der Heimatpflege und Kultur“ verschrieben hat.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.