24.01.2021 - 10:46 Uhr
EschenbachOberpfalz

Eschenbach erhält Rotkreuz-Zentrum

Als „Weihnachtsgeschenk“ und „bombiges Projekt“ bezeichnet Bürgermeister Marcus Gradl den Neubau des Rotkreuzhauses mit Rettungswache und Tagespflege in der Grafenwöhrer Straße.

Ansichten Nord und Süd
von Walther HermannProfil

Eine große Zuhörerkulisse verfolgte in der Sitzung des Stadtrats den Vortrag der Architekten Katrin und Axel Weidner. Sie stellten ein Vorhaben vor, mit dem der Enge der Rettungswache und der verstreuten Unterbringung von BRK-Einrichtungen ein Ende gesetzt wird. Die Architekten rechnen mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.

Von einer sich über zwei Jahre hinziehenden „nicht einfachen“ Suche nach einem passenden Grundstück sprach Sandro Gallitzdörfer. Eingebunden in die Verhandlungen und Gespräche seien auch schon die Bürgermeister Peter Lehr und Marcus Gradl gewesen. Der BRK-Kreisgeschäftsführer räumte ein, dass für die Rettungswache ein Standort im Bereich der B 470 vorgegeben war. Die Notwendigkeit des Neubaus begründete er mit den äußerst beengten Gegebenheiten in der Rettungswache im ehemaligen Kreiskrankenhaus. Darüber hinaus erwähnte er den vorhandenen Bedarf an Tagespflege. Es sei daher der Entschluss gefasst worden: „Wenn schon eine neue Rettungswache, dann auch eine Tagespflege integrieren.“ Von Bedeutung war für ihn der Umstand, mit Rettungswache, Wasserwacht, BRK-Bereitschaft und Jugend-Rotkreuz alle BRK-Einrichtungen unter einem Dach zu haben.

Mit einer Videopräsentation stellten Katrin und Axel Weidner Grundstück und die darauf vorgesehenen Bauten mit insgesamt 30 Stellplätzen vor. Es grenzt im Osten an die Straßenmeisterei an und fällt nach Norden hin um zirka vier Meter ab. Diesen Umstand habe es bei der Planung der Gebäudeteile, ohne Erdbewegungen, zu berücksichtigen gegeben. Zum Hauptbereich Rettungswache gehören Ruheräume für Notarzt und Personal, Umkleideräume und Treppenhaus mit Aufzug. Links davon schließt sich die Fahrzeughalle mit Waschhalle an. Im Obergeschoß ist die ehrenamtliche Rettungswache untergebracht. Sie verfügt über Schulungsraum, Büroflächen, Aufenthaltsraum und Teeküche.

Der abgesenkte nördliche Bauteil (Untergeschoß) mit eigenem Eingang nimmt die Tagespflege auf. Dem großzügigen Eingangsbereich schließen sich Aufenthaltsbereich (Wohnzimmer), multifunktionelle Räume und Ruhe- und Therapieräume an. Auf gleicher Ebene liegt ein Halle für ehrenamtliches Personal und Wasserwacht. Der Außenbereich, abseits des Verkehrslärms der Grafenwöhrer Straße, wird durch Bepflanzung und Rundwege gestaltet.

„An diesem Bauvorhaben waren im Vorfeld viele Stellen beteiligt“, versicherte Marcus Gradl. Der Bürgermeister sprach von einem Gewinn für Eschenbach, dankte Kreisgeschäftsführer Sandro Gallitzdörfer und BRK-Kreisvorsitzenden Simon Wittmann für deren Mitwirkung am Projekt und zeigte sich stolz auf die Millioneninvestition für Eschenbach. Als Korbinian Dunzer einen „Schleichweg“ vom Bereich Tagespflege in Richtung Esperngasse und Friedhof anregte, fand er Zustimmung bei den Architekten. Auf seine Frage nach einer PV-Anlage erhielt Reinhard Wiesent die Antwort: „Das Gebäude verfügt über Wärmepumpe und PV-Anlage.“

Als ein „Riesenplus“ wertete Thomas Ott die Tagespflege. Er sah darin eine Entlastung für Angehörige. Als Fraktionssprecher der SPD freute er sich insbesondere darüber, dass mit dem Vorstellen des Bauplanes „endgültig Schluss mit Überlegungen und Spekulationen“ ist. Wegen einer Abbiegespur an der Grafenwöhrer Straße hielten die Architekten ein Gespräch mit dem Straßenbauamt für erforderlich. Ergänzend dazu regte Karl Lorenz ein Versetzen des Ortsschilds in Richtung Thomasreuth an.

Für die gute Zusammenarbeit über zwei Jahre hin, „während der viele Hürden gemeinsam gemeistert wurden“, bedankte sich Sandro Gallitzdörfer. Er bedauerte, dass wegen der Corona-Pandemie vieles zum Stehen gekommen ist, und zeigte sich zuversichtlich, mit dem Bau des Hauses im Juli dieses Jahres beginnen zu können. Das „gemeindliche Einvernehmen“ zum Bauplatz der Architekten Weidner war nur noch Formsache.

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