„Beratung und Beschlussfassung über die Erstellung eines Nutzungskonzepts ‚Wohnen im Alter‘ in bestehenden Siedlungen und in der Altstadt“ hatte Bürgermeister Gradl auf die Tagesordnung einer Sondersitzung des Stadtrates gesetzt. Ihm ging es darum, Anstoß dazu zu geben, wie bestehende Anwesen barrierefrei und altersgerecht umgebaut werden können. Ein Konzept dazu solle darstellen, wie zu große Wohneinheiten eventuell geteilt und an neue Wohnbedürfnisse angepasst werden können.
„In so genannten ‚Witwensiedlungen‘ könnten kleinere Ersatzneubauten auf dem bestehenden Grundstück für zusätzlichen Wohnraum sorgen“, zeigte sich Gradl überzeugt. Er hielt es für sinnvoll, das oft nur alleine genutzte große Ein- oder Mehrfamilienhaus wieder einer Familiennutzung zuzuführen. Ziel sei es, getreu dem Motto ‚einen alten Baum verpflanzt man nicht‘, so lange wie möglich am gewohnten Platz zu verbleiben. Die damit erreichte Schonung von Flächen wertete er als guten Nebeneffekt und stellte Musteranlagen vor. Als Ziele nannte er: Neue Beratungsoffensive durch die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Wohnraumfachberater, barrierefreies Wohnen in der Altstadt und Erarbeitung von Sanierungskonzepten. Da das Konzept auch für das festgelegte Sanierungsgebiet zu erarbeiten sei, solle hierfür ein Förderantrag gestellt werden.
Gradl appellierte, sich einer zentralen Frage unserer Zeit zu stellen, Ideenfindung zu betreiben und Interessenten die Hand zu reichen. Als Beispiel nannte er ein kleines Haus mit dem Ausmaß von 10 mal 3,50 Meter, für das mit Küche, Fracht und Montage Kosten von 115 000 Euro veranschlagt sind. Vorleistungen seien Fundament und Versorgungsleitungen. Generell mit dem Projekt anfreunden konnte sich Seniorenbeauftragter Klaus Lehl. Er sei bereits wegen dem Bau eines Tiny-Hauses neben dem bestehenden Wohngebäudes angesprochen worden, wies auf die Vorzüge der damit verbundenen Barrierefreiheit hin und betrachtete die Kosten für ein Nutzungskonzept in Höhe von 5 000 Euro für „gut angelegt“.
Während Lina Forster von vielen dafür erforderlichen Schritten und eventuellen Finanzierungsproblemen für Alleinstehende sprach, sah Franz Fuchs die Stadt mit Blick auf neue Baugebiete auch als Vorreiter, Bauinteressenten eine spätere Tiny-Haus-Variante anzubieten. War für Thomas Ott die „Nachverdichtung“ von hohem Stellenwert, galt es für Michael König den Bedarf zu wecken, der für Korbinian Dunzer bereits existiert. Er verwies auf viele Umzüge aus der eigenen Wohnung in kleinere Eigentumswohnungen und auf viele Grundstücke, auf denen ein kleines Nebengebäuden „machbar ist“. Bei einer Gegenstimme sprach sich das Gremium dafür aus, dem Architekturbüro Stiefler und Statter den Auftrag für ein Nachnutzungskonzept zu erteilen und ein Prospekt zu den besonderen Baumöglichkeiten zu erstellen.
Heiße Diskussion um Voranfrage
Die Voranfrage zum Bau von drei Reihenhäusern mit dem Ausmaß von sechs mal elf Meter und sechs Garagen mit Gerätehaus in der Esperngasse führte zu einer regen Aussprache. Das Bauvorhaben widerspricht dem gültigen Bebauungsplan und erfordert damit die Zustimmung des Kreisbauamtes. Da „vorausgesetzt weitere Vorgaben werden erfüllt“ und auch ein Zweifamilienhaus diese Dimension haben könnte, hatten Thomas Riedl und Korbinian Dunzer kein Problem mit dem Vorhaben. Udo Müller bedauerte, dass die Stadt das Grundstück nicht erwerben konnte und zeigte sich „nicht glücklich“ über das Vorhaben. Er begründete dies damit, dass der Bebauungsplan für das 800 Quadratmeter große Grundstück nur maximal zwei Gebäude vorsieht, sechs zusammenhängende Garagen zur Straße hin nicht vorteilhaft wirken und ein Zweifamilienreihenhaus sich optisch besser einfügen würde. Nach verschiedenen Wortmeldungen, nach denen es sich nur um eine Bauvoranfrage handelt und es dem Antragsteller nur um die Möglichkeit zur Weiterplanung gehe, gab der Stadtrat dem Vorhaben mit 7:6 Stimmen nur ganz knapp grünes Licht.
Rechtholz und Schlammbehandlung
Angenommen wurde der Vorschlag des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, den Preis für das Rechtholz 2023 auf 26 Euro pro Ster festzulegen. Das Holz soll im Februar oder März abfuhrbereit gestellt werden. Auf die Nachfrage von Thomas Riedl zur weiteren Schlammbehandlung des Rußweihers verwies der Bürgermeister auf ein bereits angekündigtes Gespräch mit dem Geschäftsführer der Firma Söll, Diplomchemiker Thomas Willuweit.
Bereit sein für den Notfall
Die Notfallvorsorge ist dem Bürgermeister ein Anliegen. Er verwies dazu auf einen kurzen Hinweis im jüngsten Stadtboten und auf Informationen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und folgerte daraus: „Nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine und der Energiekrise ist es sinnvoll, bestimmte Lebensmittel, Getränke und weitere Utensilien stets zu Hause zu haben.“ Mit dem von der Stadt aufgelegten Informationsblatt „Wichtige Informationen Ihrer Stadt im Falle eines Blackouts“ wolle die Stadt „nur Hilfe anbieten“, räumte Gradl ein und rief dazu auf: „Aber nur keine Panik!“. Das Faltblatt enthalte neben Hinweisen zum Vorrat von Lebensmitteln und Getränken und zum Verhalten bei Stromausfall auch eine „persönliche Checkliste“.













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