Eschenbach
28.06.2022 - 13:54 Uhr

Exkursion ins Reich ehemaliger Kommunbrauer

Die Möglichkeit zu einem Gang in die Eschenbacher Unterwelt lockte am Freitag zahlreiche Interessenten in die Grafenwöhrer Straße. Hans Bscherer hatte den Zugang zu seinem verzweigten Felsenkeller geöffnet. Karl Lorenz und Thomas Riedl übernehmen die Aufgaben von „Reiseführern“. Ausgestattet mit Taschenlampen „reisten“ die Interessenten gruppenweise in eine Welt, die mit ihren Lager- und Reifeplätzen über viele Jahrhunderte den Eschenbacher Braurechtlern diente. Lorenz und Riedl verwiesen auf gut erhaltene Wasserablaufrinnen und bezeichneten die Temperatur im Keller als prädestiniert für den Gärvorgang des Bieres. „Es wurde nach dem Sieden im Kommunbrauhaus mit so genannten Koufn zu den Kellern transportiert und mit Butten zu den Fässern gebracht“, erfuhren die Unterweltbesucher, die sich mitunter leicht gebückt vorwärts bewegten. Es eröffnete sich ihnen ein Teil eines einst weit verzweigten Kellersystems zwischen Grafenwöhrer Straße und den nördlichen Abhängen des Galgens, dessen Vermessung und Kartierung in der Zeit um 1900 durch die Deutsche Reichsbahn erfolgt ist. Zweiter Bürgermeister Karl Lorenz verwies auf das im Jahr 1842 erstellte Grundstückskataster, in dem die Plannummern der Keller und deren Besitzer aufgeführt sind. Er erinnerte an Aufzeichnungen von Albert Furtner, die für den Felsenkeller der Plannummer 421 zehn Anteilseigner ausweisen. Nach Rückkehr ans Tageslicht gaben die Erkenntnisse aus der Eschenbacher Unterwelt noch reichlich Gesprächsstoff. Die Freien Wähler servierten dazu Eschenbacher Kommunbier mit Imbiss.

 
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