18.03.2020 - 13:44 Uhr
EschenbachOberpfalz

Forstbetriebsgemeinschaft schreibt 50-jährige Erfolgsgeschichte

„Der Käfer konnte nicht so schnell bohren, wie der Baum vertrocknet ist.“ Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) erinnert sich an extreme Witterungsfolgen. Anlass ist die Feier ihres 50-jähriges Bestehens.

Feier vor dem Ausnahmezustand: Bis spät in den Abend unterhält die Stadtkapelle beim Jubiläum der Forstbetriebsgemeinschaft die Festversammlung.
von Walther HermannProfil

Einen würdigen Rahmen dafür bot die Aula des Gymnasiums. Nach dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden und einem bayerischen Büffet leitete die Stadtkapelle mit dem "Bayerischen Defiliermarsch" den Festakt ein. Unter dem „Begleitschutz“ von FBG-Mitarbeitern zogen die bayerische Waldkönigin Kerstin Seitz und Josef Ziegler, der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, in den Kulturtempel ein.

Vorsitzender Reinhard Wiesent hieß die "Königliche Hoheit" und den Präsidenten zu der Jubiläumsfeier, die noch vor dem Corona-Ausnahmezustand über die Bühne ging, willkommen und stellte als weitere Ehrengäste vor: Forstdirektor Moritz Neumann mit den Leitern der regionalen Forstdienststellen, Sven Grünert, Abteilungsleiter Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, stellvertretenden Landrat Albert Nickl mit den Bürgermeistern Karl Lorenz und Jürgen Kürzinger, die Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaften der nördlichen Oberpfalz, Josef Liegl, Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz, mit Kollegin Martina Mühl, Wolfgang Härtl, Vorsitzender des Maschinenrings, Klaus Neuberg, Vorsitzender der Pfarrpfründestiftungen der Diözese, und Marlene Wöhrl, 30 Jahre Mitarbeiterin in der Geschäftsführung.

Wiesent blickte dann zurück auf den 27. Oktober 1969, als bei einer Aufklärungsversammlung im Gasthaus Lober in Burkhardsreuth, einer gemeinsamen Initiative von Bayernverband sowie den Forstämtern Pressath und Neustadt am Kulm, die Forstbetriebsgemeinschaft mit 23 Mitgliedern gegründet wurde. Er erinnerte an Mitinitiator und Gründungsvater Hans Wöhrl, der als Geschäftsführer von 1969 bis 1999 wirkte. Das letzte lebende Gründungsmitglied Albert Butscher (Pressath) war an diesem Abend verhindert.

Zu den bisherigen Führungskräften zählte Wiesent auch die Vorsitzenden Ludwig Prunhuber senior (1969 bis 1979), Xaver Gebhardt (1979 bis 2003) und Markus Heining (2003 bis 2018) sowie die Geschäftsführer Hans Wöhrl und Andreas Dimper (1999 bis 2006). Seither vereint Wiesent selbst beide Funktionen.

Illustriert stellte er als bedeutende Stationen der FBG-Geschichte die 25-, 30- und 40-Jahr-Feiern mit ihren Festrednern vor. Zu den besonderen „Ereignissen zwischen den Festen“ zählte er den „Schneebruchwinter 1982“ als schneereichsten Winter des 20. Jahrhunderts in Westeuropa, den ersten Harvestereinsatz 1999, die großen Kahlflächen von „Vivian“ und „Wibke“ 1990 mit zirka 50 000 Festmetern Holzanfall, die Orkane „Lothar“ 1999 und „Kyrill“ 2007 mit jeweils etwa 20 000 Festmetern Schadenmenge sowie den "Schneebruchwinter" 2010/11 mit ungefähr 5000 Festmeter Schadholz.

Die von 2013 bis 2017 wechselnden Hitzewellen mit Gewitterstürmen hätten den Anfall an Käferholz ab August stets auf circa 700 Festmeter ansteigen lassen, teilte Wiesent mit. Im Dürresommer 2018 habe sich die Menge auf 2000 und im vergangenen Jahr sogar auf 6000 Festmeter erhöht. Er bedauerte, dass die FBG durch die Gebietsreform 1972 aus der Region Auerbach 67 Mitglieder mit 250 Hektar Waldbestand verlor.

Mit vielen Beispielen erinnerte der Vorsitzende und Geschäftsführer an den erfolgreichen Waldwegebau, auch in schwierigen Gebieten, durch den erst die Möglichkeiten zur Holzabfuhr geschaffen worden seien. Als Erfolgsprogramm wertete er zudem die flächendeckende Standortkartierung in den Jahren 1996 bis 2000: „Kommunal- und Privatwaldbestände mit der Größenordnung von bis zu 20 Hektar wurden kostenlos kartiert.“

Die konstant ansteigende Mitglieder- und Flächenentwicklung stellte Wiesent in Zehnjahresschritten vor. Waren 1979 280 Waldbesitzer mit einer Gesamtfläche von 2500 Hektar und einer Vermarktungsmenge von 700 Festmeter Mitglied der FBG, so habe sich die Zahl der Mitglieder 1999 bereits auf 620 mit einer Waldfläche von 500 Hektar und einer Vermarktungsmenge von 6000 Festmeter erhöht. Mit sichtlicher Freude nannte er die aktuellen Zahlen: 850 Mitglieder, die über eine Fläche von 5900 Hektar verfügen und eine Vermarktungsmenge von 22 500 Festmeter einbringen.

Der bayerischen Waldkönigin Kerstin Seitz und Präsident Josef Ziegler dankte der Vorsitzende mit Holzschmuck beziehungsweise „Steinwaldtropfen“ für ihr Kommen. Mit Blumen und Honig als "Anti-Corona-Mittel" dankte er langjährigen Mitstreitern, die am Erfolg der FBG beteiligt waren oder noch sind: Marlene Wöhrl, Schriftführerin und Bürokraft von 1970 bis 1999, Ludwig Lehner, Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender von 1977 bis 2008, und Markus Heining, Vorsitzender beziehungsweise Stellvertreter seit 1994.

Am Erfolg der Forstbetriebsgemeinschaft sind als langjährige Mitstreiter Ludwig Lehner, Marlene Wöhrl und Markus Heining (vorne, von links) beteiligt. Ihnen danken (stehend, von links) Vorsitzender Reinhard Wiesent, Forstdirektor Moritz Neumann, Josef Liegl, der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz, Waldkönigin Kerstin Seitz, Josef Ziegler, der Präsident des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Sven Grünert vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg sowie Martina Mühl.
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