Eschenbach
10.11.2019 - 11:43 Uhr

Gedenken an verstorbene "Perlen"

49 Kerzen brannten im Mehrzweckraum des BRK-Seniorenheimes. Mit ihnen gedachten die Bewohner den Verstorbenen der vergangenen zwölf Monate.

Pfarrerin Anne Utz und Ruhestandspfarrer Helmut Süß entzündeten abwechselnd Kerzen für verstorbene Heimbewohner. Bild: rn
Pfarrerin Anne Utz und Ruhestandspfarrer Helmut Süß entzündeten abwechselnd Kerzen für verstorbene Heimbewohner.

Der ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an die verstorbenen Heimbewohner gehört seit vielen Jahren zur guten Tradition des Hauses. Auf dem Altartgisch stand zunächst nur die Osterkerze, in der Pfarrerin Anne Utz ein Gedenken an all jene sah, „die hier im Haus gewohnt haben“. „Unterwegs sind wir ein Leben lang, doch wo finden wir den Frieden?“ Diese Frage beantwortete Ruhestandspfarrer Helmut Süß mit einem „bei Gott“ und räumte ein, dass der Tod immer wieder an uns herantritt, Gott uns jedoch seinen Trost gibt. Für die Predigt verwendete er Eindrücke aus seiner jüngsten Wanderung auf dem Jakobsweg, die mit vielen Muschelsuchern am Kap Finisterre endete. Er stellte seine eigene Jakobsmuschel vor und versicherte: „Jede Muschel ist anders.“ Dies bescheinigte er auch den Verstorbenen, denen er Einzigartigkeit zusprach und in ihnen Originale sah, die nicht vergessen sind. Der Geistliche band eigene Erinnerungen zu Verstorbenen ein, die nicht jammerten und ihm gegenüber erklärten: „Ich bin zufrieden.“ Er blieb bei den Muscheln am westspanischen Strand und stellte einen Vergleich zwischen den abgeschliffenen Muscheln und Menschen an, die durch Verletzungen und Bürden geschliffen wurden. Muscheln mit Perlen betrachtete er ebenso als kostbar wie unsere verstorbenen Perlen.

In einem weiteren Beitrag verglich Anne Utz das Himmelreich mit einem Schatz, trug dazu die Geschichte eines Kaufmanns mit Perle vor und zeigte sich überzeugt, dass die Verstorbenen im Himmelreich eine Perle gefunden haben. „Nicht Santiago sondern hier verläuft unser eigentlicher Pilgerweg“, betonte Helmut Süß und kündigte „im Vertrauen, dass Gott sie in sein Licht aufnimmt“ das Entzünden eines Lichts für jeden Verstorbenen des Hauses an. Während des Zeremoniells sprachen die Teilnehmer an der Gedenkfeier mehrmals: „Dir legen wir die Menschen ans Herz, die in diesem Jahr verstorben sind, lass sie in deiner Liebe geborgen sein.“

Eine zusätzliche Kerze wurde „für alle jene entzündet, die nicht mit Namen genannt wurden, die aber in unseren Herzen leben“. Der Chor der evangelischen Kirchengemeinde umrahmte den Gottesdienst.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.