05.11.2020 - 15:34 Uhr
EschenbachOberpfalz

Gemeinschaftsunterkunft Eschenbach: Sieben Bewohner mit Coronavirus infiziert

Weil sieben der derzeit 30 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Eschenbach positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, gilt für die gesamte Unterkunft eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne. Deren Einhaltung wird überwacht.

Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Eschenbach stehen voraussichtlich noch bis zum 12. November unter Quarantäne. Sechs der sieben nachweislich mit Covid-19 Infizierten sowie ihre direkten Kontaktpersonen befinden sich derzeit in einer Quarantäne-Einrichtung in Regensburg.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Wenn es in einer Gemeinschaftsunterkunft einen bestätigten Coronafall gibt, stehen Gesundheitsamt und Unterkunftspersonal schon alleine wegen der räumlichen Gegebenheiten vor besonderen Herausforderungen. Das gilt auch für das Asylbewerberheim in Eschenbach, das auf Anordnung des Gesundheitsamtes Neustadt-Weiden seit dem 29. Oktober unter Quarantäne steht. Insgesamt sieben der 30 Bewohner waren hier positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

"Innerhalb weniger Tage kam es zu insgesamt sechs Positivtests, bei denen sich schließlich nach Mitteilung des zuständigen Gesundheitsamtes mögliche Kontakte innerhalb der Unterkunft nicht mehr zuverlässig ermitteln ließen", erklärt Kathrin Kammermeier, stellvertretende Sprecherin der für die Unterkunft zuständigen Regierung der Oberpfalz. Daher sei für die gesamte Einrichtung Quarantäne angeordnet worden. Die sechs positiv Getesteten seien ebenso wie ihre 14 direkten Kontaktpersonen in eine Quarantäne-Einrichtung nach Regensburg verlegt worden. "Im Nachgang kam es während der Quarantäne vor Ort noch zu einem weiteren positiven Fall", so Kammermeier. Die betroffene Person könne die Isolation in einer abgeschlossenen Wohneinheit im Eschenbacher Heim verbringen.

Warum es überhaupt zu einer Infektion kam, ist unklar. "Sichere Angaben zur Infektionsursache sind aufgrund der Intensität des hiesigen Infektionsgeschehens und der Vielfalt der damit verbundenen Eintragsmöglichkeiten nicht möglich", teilt Landratsamtssprecherin Claudia Prößl mit.

Bewohner alle getestet

Die Nachvollziehbarkeit von Kontakten sei in allen Gemeinschaftsunterkünften schwierig, so Prößl. Ein positiver Fall in einer Asylunterkunft erfordert laut Kammermeier "große Anstrengungen des Gesundheitsamtes sowie des Unterkunftspersonals, um relevante Kontakte des Indexfalles zu ermitteln". Wichtig sei die Akzeptanz der Bewohner für die erforderlichen, aber "mitunter sehr einschneidenden Maßnahmen".

Alle Bewohner des Heims wurden durch eine Arztpraxis getestet und müssen in ihren Wohnungen – abgeschlossene Einheiten mit separaten Küchen, Sanitäranlagen und teilweise Balkonen – bleiben. Unter der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln dürften sie in den Innenhof. Das Personal habe einen Einkaufsservice für Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs organisiert.

Sicherheitsdienst kontrolliert

Für die Einhaltung der Quarantäne sorgt laut Kammermeier neben dem Personal ein Sicherheitsdienst. Dieser verfüge über Erfahrung in diesem sensiblen Bereich und kontrolliere rund um die Uhr. "Sowohl Unterkunftspersonal als auch Sicherheitsdienst sind angewiesen, die Einhaltung der Quarantäne anzumahnen. Für den Fall massiver Verstöße gegen Quarantäneauflagen sind sie angehalten, die Polizei zu rufen, deren Aufgabe es ist, Quarantäneanordnungen durchzusetzen." Die Quarantäne soll nächste Woche Freitag enden. Laut Prößl ist die Eschenbacher Unterkunft die einzige in Quarantäne.

Coronavirus: Die aktuelle Lage in der nördlichen Oberpfalz

Oberpfalz

Sowohl Unterkunftspersonal als auch Sicherheitsdienst sind angewiesen, die Einhaltung der Quarantäne anzumahnen.

Kathrin Kammermeier

Kathrin Kammermeier

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.