04.06.2020 - 13:59 Uhr
EschenbachOberpfalz

Genügend Platz für medizinische Versorgungseinrichtungen

„Der westliche Landkreis hat in der medizinischen Versorgung Nachholbedarf“: Mit Blick auf die Corona-Pandemie und künftige Krisenbewältigungen gehen Überlegungen in Richtung des Aufbaus neuer Vorsorge- und Versorgungs-Strukturen.

Bei seinem Besuch im Eschenbacher Rathaus erörtert der CSU-Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht (links) mit Bürgermeister Marcus Gradl Möglichkeiten bundespolitischer Unterstützung für die ehemalige Kreisstadt.
von Robert DotzauerProfil

"Es geht um die Zukunft der Stadt. Da ist im Rathaus jeder kompetente Gesprächspartner willkommen", betonte Bürgermeister Marcus Gradl. Konkret war es MdB Albert Rupprecht, der die Wünsche des Rathauschefs entgegen nahm. Seine Zukunftsgedanken gegenüber dem CSU-Bundestagsabgeordneten skizzierte der Bürgermeister in einem mehr als einstündigen Gespräch. Themen, die den neuen Rathauschef bewegten, gab es genügend.

Nach dem Verlust des Krankenhauses und von fünf Facharztsitzen gehörte die wohnortnahe medizinische Versorgung zu den Schwerpunktthemen des Gespräches. Dass hier im westlichen Landkreis Nachholbedarf besteht, darin waren sich Bürgermeister und Abgeordneter einig. Als gut geeigneten Standort neuer Vorsorge- und Versorgungs-Strukturen nannte Gradl Räumlichkeiten im ehemaligen Krankenhaus.

Zu den Themen gehörte auch der Masterplan „Medizinstudium 2020“: „Ein Meilenstein für die Zukunft der ärztlichen Versorgung auf dem Land“, wie MdB Albert Rupprecht betonte. Wenigstens mittelfristig erhofft sich auch der Rathauschef mit der Einführung der Landarztquote eine Stärkung des Gesundheitsstandortes Eschenbach. Für notwendig hält er ebenso eine stärkere Facharztpräsenz. Die Stadt wieder zu alter Stärke als Standort medizinischer Versorgungsvielfalt zu führen, gehöre zu den besonderen Aufgabenfeldern.

Gradl kündigte zudem Gespräche mit der Klinikleitung der Nordoberpfälzer Kliniken AG an. Ziel sei es, das ehemalige Krankenhausareal deutlich intensiver als Medizinstandort zu nutzen. Spätestens nach dem Umzug der Volkshochschule in das sanierte alte Landratsamt gebe es genügend Raum für weitere medizinische Versorgungseinrichtungen.

Einen Lichtblick für den Gesundheitsstandort Eschenbach nannte der Bürgermeister die Planungen für eine neue Rettungswache des BRK in der Grafenwöhrer Straße. Er begrüßte auch die Zielsetzung, im Zuge der Neubaumaßnahme Einrichtungen für die Tagespflege zu schaffen. Damit schließe der BRK-Kreisverband eine Versorgungslücke.

Einig waren sich Bürgermeister und Abgeordneter, die Vielfalt städtischer Wünsche Hand in Hand mit den landespolitischen Vertretern zu erörtern. „Die Kommunen hängen an den Finanzierungstöpfen von Bund und Land“, verwies Gradl auf die Abhängigkeit vieler Projekte von Bundes- und Landesprogrammen. „Ein Genommen statt Bekommen“ dürfe es künftig nicht mehr geben“, betonte der Bürgermeister.

Bildungspolitische Fragen und die Beteiligung des Bundes an Bildungsinvestitionen wurden beim Besuch des bildungs- und forschungspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ebenfalls in besonderem Maße diskutiert. So appellierte Marcus Gradl an die finanzielle Unterstützung des Bundes für den geplanten Teilneubau und Umbau der Kindertagesstätte sowie für geplante Investitionen in die Offene Ganztagsschule. In die Zuständigkeit des Bundes fällt auch das Dauerthema "Bundesstraße 470" mit Forderungen nach Kreisverkehren und Lösungsmöglichkeiten verkehrssicherer Zufahrten zum Industriegebiet.

Die Weiterentwicklung des Industriegebiets "Am Stadtwald" im Blickfeld plädierte der Rathauschef für eine zweite Zufahrt auf Höhe der Hammermühleinfahrt. Bundesmittel seien dabei sehr willkommen. Eine Vermittlerrolle des Parlamentariers erwartet er auch zu den Lösungsvorschlagen des Staatlichen Bauamtes an der Schloderer-Kreuzung. Realistische Bewertungen der Fachbehörde seien zudem für die Rußweiher-Kreuzung hilfreich, erklärte er.

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