19.06.2018 - 16:48 Uhr
EschenbachOberpfalz

Gnadenbild am Eichenstamm

Seniorenclub steuert bei Jahresausflug Wallfahrtskirche an.

In den nordwestlichen Teil des Landkreises Regensburg führte der Jahresausflug den Seniorenclub.
von Walther HermannProfil

(rn) Den Spuren einer 330-jährigen Wallfahrtsgeschichte ging der Seniorenclub im nordwestlichen Teil des Landkreises Regensburg nach. Ziel des Jahresausflugs der Gemeinschaft war der zur Stadt Hemau gehörende Weiler Eichlberg auf 582 Meter Höhe. Er gab der barocken Pfarr- und Wallfahrtskirche seinen Namen. Die Fahrt der Rußweiher-Senioren war zugleich eine verspätete Wallfahrt zum Dreifaltigkeitsfest, das alljährlich zahlreiche Pilgergruppen nach Eichlberg führt.

Ihre Informationsrunde begann die auskunftsfreudige Mesnerin im den ältesten Teil des Wallfahrtszentrums, der Gnadenkapelle. Sie entführte ihre Gäste ins Jahr 1688, als Margarete Lutz, die Ehefrau des damaligen Mesners, beim Beten während des Ziegenhütens eine Stimme hörte, die ihr aufgab, danach zu trachten, auf dem Eichlberg eine Kapelle zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit zu errichten.

Lutz erhielt schließlich die Zustimmung, ein Gnadenbild und einen Opferstock an der dortigen Eiche anzubringen. Durch die stetig zunehmende Wallfahrt stand bald ausreichend Geld für eine Kapelle bereit. Mit der wachsenden Pilgerzahl wurde diese jedoch bald zu klein. Daher wurde von 1701 bis 1711 eine große Kirche gebaut. Die Mesnerin machte in der Kapelle die Besucher auf die rückwärtige Seite des Gnadenalters aufmerksam, an der der Eichenstamm steht, an dem vor dem Kapellenbau das Gnadenbild angebracht war. An den Wänden beeindruckten viele Votivgaben und -bilder. An der Decke zeugten Darstellungen von der Entstehung der Wallfahrt und der reich ausgestatteten Kirche. Der Führung schloss sich eine Andacht an.

Zum Mittagessen ging es in den "Tangrintler Hof" in Tiefenhüll. Kulinarisches Ziel für Kaffee, Kuchen und Torten war das Kuhstallcafé in Illkofen. Zuvor erfolgte noch eine Führung durch den landwirtschaftlichen Betrieb mit circa 300 Milchkühen. In der computergesteuerten Melkanlage können drei Tiere gleichzeitig gemolken werden. Tiefen Eindruck hinterließen die Roboterarme, die von Sensoren gesteuert die Zitzen der Euter reinigen und anschließend das Melkgeschirr ansetzen.

Vom höher gelegenen Café aus bot sich hinter einer großen Glasfront ein grandioser Blick auf den Stall mit der Länge eines Fußballfeldes. Während der Heimfahrt wurde mit Gesang - Liedtexte waren ausgegeben - noch den Jubilaren der vergangenen Wochen gratuliert.



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