Geschwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr sind landauf landab ein Dauerthema. Raser müssen mit Geldstrafen und Punkten in Flensburg rechnen. Doch wie die Temposünder stoppen, die sich nach Feierabend vom Industriegebiet kommend ungestüm in den Siedlungsstraßen austoben? Darüber diskutierten in einer kleinen Verkehrsschau Bürgermeister Marcus Gradl und VG- Verkehrssachbearbeiter Christopher Neukam mit Polizeihauptmeister Paul Zawal vor Ort in der Gossenstraße.
Der Mitarbeiter für Verkehr bei der Polizeiinspektion Eschenbach konnte sich bei seiner Bewertung an den jüngsten Ergebnissen einer Geschwindigkeitsmessung mit einem Messgerät der Verwaltungsgemeinschaft orientieren. Danach nutzen zirka 700 Fahrzeuge täglich die Gossenstraße als Zu- und Abfahrt zum Industriegebiet. Vom Gewerbegebiet kommend ist die Geschwindigkeit ab Siedlungsbeginn auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Verboten ist der Durchgangsverkehr. Eine Maßnahme, die viele Fahrzeuglenker wenig interessiert.
Tempo 30: 2489 Verstöße
Christopher Neukam berichtete nach Auswertung der Zählung bei 8649 gemessenen Fahrzeugen in der Zeit vom 2. bis 24. März insgesamt 2489 Geschwindigkeitsüberschreitungen mit einem extrem hohen Anteil an Höchstgeschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometer. Ein Autofahrer rauschte sogar mit 95 Sachen in das Siedlungsgebiet ergaben die Aufzeichnungen der Messanlage. "Ein Unding und eine Gefahrenquelle für alle Verkehrsteilnehmer, die im Siedlungsbereich die Gossenstraße queren oder benutzen", wie der Bürgermeister anmerkte. Eine Entwicklung, die nach strengeren Kontrollen und Maßnahmen rufe.
Dagegen verwies der Vertreter der PI Eschenbach auf die geringe Unfallhäufigkeit im Bereich der Gossenstraße. Auch echte Gefahrenstellen, wie zum Beispiel eine Schule oder ein Kindergarten, seien nicht vorhanden. Einig waren aber sich Stadt und Polizei, mit häufigeren Radarkontrollen die Raser auszubremsen. In nächster Zeit soll es deshalb verstärkt koordinierte Blitzer-Einsätze durch die Kommunale Verkehrsüberwachung und die Polizei geben. Nicht ausschließen wollte der Bürgermeister als dritte Stufe eines Maßnahmenkataloges den Einbau einer temporären Bodenwelle vor dem Siedlungsgebiet.
Karls- und Marienplatz: Vorfahrt geändert
Vorfahrtsänderungen beschlossen die Teilnehmer der Verkehrsschau für die Einmündungen der Alten Postgasse, Gerbergasse und Weihergasse in den Karls- beziehungsweise Marienplatz. Anstelle der bisherigen Vorfahrtsregelungen mit dem Verkehrszeichen „Vorfahrt achten“ gilt künftig rechts vor links.
















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