12.03.2019 - 08:50 Uhr
EschenbachOberpfalz

Nach Großeinsatz: Rätsel um undefinierbare Flüssigkeit

Einsatzkräfte räumten am Montagnachmittag mit einem Großaufgebot ein Mehrfamilienhaus in der Stirnbergstraße in Eschenbach. Der Einsatz wurde in der Nacht beendet, um welche Flüssigkeit es sich handelt, bleibt weiterhin ein Rätsel.

In Schutzanzügen stellten die Einsatzkräfte die Flüssigkeit sicher.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Bis tief in die Nacht mühten sich 73 Feuerwehrmänner sowie über 20 Sanitäter und Rettungsdienstler, um zum einen die Menschen in Sicherheit zu bringen, aber auch, um das Rätsel um die als gefährlich eingestufte Flüssigkeit zu lösen.

Ein Notruf hatte gegen 16.15 Uhr Uhr den Großeinsatz ausgelöst. Eine junge Familie, die in einem der Mehrfamilienhäuser in der Stirnbergstraße in Eschenbach wohnt, war gerade nach Hause gekommen, als der 29-jährige Mann, seine Frau sowie die dreijährige Tochter auf den beißenden Geruch aufmerksam wurden, der ihnen entgegen schlug. Die Ausdünstungen der undefinierbaren Flüssigkeit, die in der Wohnung vermutet wurde, breitete sich schnell im Haus aus, so dass die Polizei dann das Haus evakuierte. Später wurde der Sicherheitskreis auf drei Nachbargebäude sowie die angrenzende Straße "Im Grund" erweitert und nach der Evakuierung ein Passieren des Areals strikt unterbunden.

Sechs Personen, die nicht bei Nachbarn, Freunden oder Bekannten unterkommen konnten, durften sich in den Speisesaal des in der Nähe liegenden BRK-Seniorenheimes zurückziehen, berichtete am Abend Polizeihauptkommissar Werner Stopfer, der als Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach allen beteiligten Helfern dankte. Um die Evakuierten kümmerte sich die Sanitätseinsatzleitung mit den Notärzten und Helfern des Rettungsdienstes.

Es gibt keine Anhaltspunkte über die Art der Flüssigkeit, die einen aggressiv wirkenden, ekelerregenden Gestank verströmte. Ein Einbruch kann bisher nicht ausgeschlossen werden. Erst vor zwei Jahren wurden die Wohnungen in den älteren Mehrfamilienhäusern mit neuen Heizungssystemen versehen.

Der Dekontaminationsplatz ist vorbereitet. Er wurde aber nicht benötigt.

Die Einsatzkräfte wollten offenbar auch einen Kampfstoff nicht ausschließen. So rückten nicht nur die Feuerwehren Kirchenthumbach, Eschenbach, Pressath und Grafenwöhr an. Auch der Gefahrgutzug, der sich aus den Experten mehrerer Feuerwehren zusammensetzt, wurde in Marsch gesetzt. Er sollte die undefinierbaren, offenbar ätzend wirkende Flüssigkeit analysieren und beseitigen. Ein ABC-Trupp richtete vorsorglichen einen Dekontaminationsplatz ein. Ebenso wurden Kampfmittel-Experten der US-Armee aus dem Truppenübungsplatz hinzugezogen. Die Lagerfeuerwehr war mit Personal vor Ort. Auch den Experten des Verbundes der Chemischen Industrie die mit dem Transportunfall-Informations- und Hilfeleistungssystem anrückten, gelang es nicht, die Flüssigkeit eindeutig zu klassifizieren.

Der Einsatz wurde um 23.15 Uhr beendet. Die Sperrung am Stirnberg wurde aufgehoben. Die Wohnung wurde versiegelt und darf derzeit noch nicht betreten werden. Die Freigabe des Hauses erfolgt durch die Sicherheitsbehörden nach abschließender Prüfung, voraussichtlich im Laufe des Dienstags. Die Polizeiinspektion Eschenbach steht im Moment in Kontakt mit dem Gesundheitsamt, um zunächst Experten zu finden, die die Flüssigkeit klassifizieren können.

Die Feuerwehr sperrte den Bereich um die Stirnbergstraße ab.
Die Feuerwehr harrt bis tief in der Nacht an der Einsatzstelle in der Stirnbergstraße aus.
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