16.09.2019 - 12:18 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Unsere gute Seele"

Im Seniorenwohn- und -pflegeheim des BRK in Eschenbach endet eine Ära: Über drei Jahrzehnte prägt Manuela Schusser das Geschehen in der Einrichtung, nun geht sie in den Ruhestand.

Zum letzten Mal blickt Manuela Schusser (Mitte) als Leiterin von erhöhter Warte aus auf "ihr Heim". Links neben ihr Nachfolger Josef Ott, Larissa Gashi und Karin Lanz. Mit im Bild außerdem (von rechts) Andreas Wöhrl, Edeltraud Sperber, Sandro Gallitzdörfer,, Rita Held, Monika Albersdörfer, Gabriele Lohner und Monika Schmidt.
von Walther HermannProfil

Trotz herbstlicher Blütenpracht machte sich im Mehrzwecksaal des Seniorenheimes im Weidelbachtal Abschiedsstimmung breit. Der BRK-Kreisverband verabschiedete sich von vier langjährigen Mitarbeiterinnen, deren Beschäftigungszeit zum Teil bereits in den vergangenen Monaten zu Ende gegangen war.

„Unsere gute Seele geht in den verdienten Ruhestand.“ Mit diesen Worten wandte sich Sandro Gallitzdörfer an Manuela Schusser und erinnerte an die gut zwei Jahre zurückliegende erste, überaus positiv verlaufene Begegnung mit der Heimleiterin. Der Kreisgeschäftsführer bescheinigte ihr ein „stets offenes Ohr für die Mitarbeiter“ und wusste von einer bis ins Detail gehenden Dokumentation zur Heimgeschichte, die ebenfalls ihre Handschrift trägt.

Aus dem Hinweis darauf, dass Schusser in der Startphase „Tag und Nacht im Haus war und dadurch Diebstähle verhindert hat“, folgerte er, dass diese die Einrichtung als „ihr Haus“ betrachtet habe. Für spontane Heiterkeit bei langjährigen Kolleginnen sorgte seine Geschichte vom Maibaum-Klau.

Gallitzdörfer wusste zudem von einer Leidenschaft der Heimleiterin, der sie auch an Wochenenden frönte: dem Heimgarten. Er schwärmte von der Gestaltung der Anlage, die Manuela Schusser „in ihrer Freizeit hegte und pflegte“, und zeigte sich zuversichtlich, dass sie dieses Hobby auch als Rentnerin pflegen werde.

Mit einigen Daten stellte der Kreisgeschäftsführer die BRK-Vita von Manuela Schusser vor, die am 1. Januar 1990 begann. Bis 30. November 1993 arbeitete diese als Krankenschwester im damaligen Altenheim in der Oberen Zinkenbaumstraße. Ab 12. März 1990 übernahm sie außerdem Verantwortung als Stationsleitung, zum 1. Dezember 1993 wurde sie zur Leiterin der Einrichtung ernannt.

„Am 16. Juli 2005 bezog sie mit ihren Mitarbeitern und den Bewohnern das von ihr mitgeplante und organisierte neue Seniorenwohn- und -pflegeheim, das sie mit Bravour gepflegt hat“, blickt Gallitzdörfer zurück. Er erklärte, dass er sich zusammen mit Manuela Schusser um die Nachfolge in der Heimleitung bemüht habe und sie sich einig seien, mit Josef Ott den richtigen Mann dafür gefunden zu haben.

Mit der Übergabe eines Buches, in dem sich alle Kollegen mit Bild- und Textbeiträgen verewigt haben, bereicherte Gabriele Lohner das Abschiedszeremoniell. „Wir haben damit Zeichen gesetzt und unsere Gedanken mit vielen Wünschen eingetragen“, betonte die Pflegedienstleiterin und ließ durchblicken, dass für ein weiteres Präsent Ines Zeitzer aus der Heimverwaltung verantwortlich sei. „Das ist Wahnsinn“, freute sich Schusser, als sie die Verpackung entfernte: Das Gemälde zeigte Teilansichten der beiden Heime, für die sie verantwortlich war.

Zur großen Kaffeerunde hatte Josef Ott neben Gollwitzer dessen Stellvertreterin Edeltraud Sperber, Personalratsvorsitzenden Andreas Wöhrl und verschiedene Kolleginnen willkommen geheißen, denen er für eine erfolgreiche Weiterbildung dankte. Als neuer Heimleiter würdigte er die Bedeutung langjähriger und sich tatkräftig einbringender Mitarbeiter der BRK-Einrichtung.

Im Blickpunkt:

Vielseitiges Engagement

BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Gallitzdörfer sprach von einer „Feierstunde vielfältigster Anlässe“: In der Weiterbildung der Mitarbeiter sah er einen Beitrag zur Sicherung des hohen Pflegeniveaus und in der Verabschiedung von Manuela Schusser einen „traurigen Anlass“.

„Sie haben Ihren schönen und abwechslungsreichen Beruf in die Wiege gelegt bekommen“, bescheinigte er Larissa Gashi, die ihre dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft abgeschlossen hat und dem Haus erhalten bleibt. Durch ihre Mutter, die im Haus als Fachkraft beschäftigt ist, ist sie auf den Ausbildungsberuf aufmerksam geworden.

Seit 16 Jahren ist Karin Lanz im Heim als Altenpflegerin tätig, seit drei Jahren ist sie als Wohnbereichsleitung eingesetzt. Gallitzdörfer gratulierte ihr zur Weiterbildung zur Pflegedienstleitung. Das gleiche Zertifikat erwarb Lisa Bauer, die sich seit zehn Jahren im Heim einbringt und seit zwei Jahren ebenfalls als Bereichsleiterin tätig ist.

„Unsere Pflegedienstleiterin hat im Zuge ihrer Tätigkeit als Qualitätsmanagement-Beauftragte die Ausbildung zum Auditor gemacht, und damit bessere und noch tiefere Kenntnisse erlangt.“ Dies bescheinigte der Kreisgeschäftsführer Gabriele Lohner, die seit 1996 in der Eschenbacher BRK-Einrichtung tätig ist, im August 2001 mit der Pflegedienstleitung betraut wurde und als „wichtigste Ansprechpartnerin im Haus“ gilt.

Die gesellige Runde im Heim diente auch dazu, die im Laufe der vergangenen Monate ausgeschiedenen Kolleginnen zu verabschieden. Auf insgesamt 25 Arbeitsjahre blickte Monika Albersdörfer zurück. Sie war vom 1. Mai 1994 bis 31. Dezember 2015 als Mitarbeiterin in der Wäscherei tätig und brachte sich nach dem Eintritt in den Ruhestand noch bis 30. April 2019 „treu als geringfügig Beschäftigte ein“. „Sie haben die Wäscherei im neuen Heim zum Laufen gebracht“, würdigte Gallitzdörfer und erinnerte den weiteren vielseitigen ehrenamtlichen Einsatz von Monika Albersdörfer im Haus.

Nicht nur als Pflegehelferinnen haben sich Rita Held (1. Dezember 2000 bis 30. April 2019) und Monika Schmidt (27. Juli 1998 bis 30. August 2019) im Haus verdient gemacht. Sie bereicherten auch Veranstaltungen mit ihrem Veeh-Harfen-Spiel. Beide sagten zu, diese ehrenamtliche Tätigkeit auch weiterhin auszuüben.

Aktuell und Wissenswert

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