17.08.2018 - 18:01 Uhr
EschenbachOberpfalz

Handwerksmeister, Sänger und Dichter

Steinmetz- und Steinbildhauermeister Otto Dilling verstorben.

Otto Dilling.
von Walther HermannProfil

(rn) Mit ihm verliert die Kommune einen weiteren Angehörigen jener Generationen, die im Zuge der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg in der damaligen kleinen Kreisstadt strandeten und ihr wesentliche wirtschaftliche und kulturelle Impulse verliehen: Am Dienstag, 14. August, verstarb Steinmetz- und Steinbildhauermeister Otto Dilling.

Das Licht der Welt hatte er am 6. Mai 1935 in der Bergstadt Schlaggenwald im Egerland erblickt. Nach der Vertreibung aus der Kaiserwaldregion führte der Weg der Familie Dilling mit fünf Kindern über Tremmersdorf nach Eschenbach. Hier baute Vater Heinrich neben dem Friedhof wieder einen Stein- und Bildhauerbetrieb auf. In Sohn Otto fand er einen kompetenten und fachlich qualifizierten Mitarbeiter und Nachfolger.

Ab 1955 arbeitete der junge Mann auch bei der Sudetendeutschen Jugend mit und engagierte sich zusammen mit dem Vater bei der Egerländer Gmoi, der Feuerschützengesellschaft "Seerose" und der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Außerdem wurde er zu einem treuen Sänger der Liedertafel.

Beim Heimatbund Schlaggenwald war Otto Dilling viele Jahre aktiver Mitarbeiter im Vorstand und bei der Vorbereitung der Heimattreffen in der Patenstadt Auerbach. 1987 stiftete er das Gößweinstein-Marterl an der Bergkirche.

Stolz waren Dilling und seine aus der Bukowina stammende Ehefrau Erna auf Sohn Martin, der in siebter Meistergeneration den Betrieb fortführt. Neben dem handwerklichen Geschick verfügte der gebürtige Egerländer auch über ein ausgeprägtes dichterisches Talent. Geradezu legendär waren seine pointierten Verse, mit denen er in geselligen Runden Beifallsstürme erntete.

Anlass für ein letztes größeres Beisammensein war Dillings 80. Geburtstag vor drei Jahren. Neben Bürgermeister Peter Lehr und Pfarrer Thomas Jeschner erwiesen dem Jubilar damals Delegationen der Gesellschaft "Frohsinn", von Katholischem Männerverein, Kapellenbauverein Apfelbach, Krieger- und Soldatenkameradschaft, Liedertafel, Obst- und Gartenbauverein, Steinmetzinnung, Sudetendeutscher Landsmannschaft und Sparkasse die Referenz.

Um den Mittelpunkt der Familie trauern Ehefrau Erna, vier Kinder und vier Enkel. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beisetzung beginnt heute, Samstag, um 10 Uhr in St. Laurentius.

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