21.08.2019 - 14:45 Uhr
EschenbachOberpfalz

„Hier hat künftig Josef Ott das Sagen"

Nach 25 Jahren endet im BRK-Seniorenheim die Ära von Manuela Schusser: Die Leiterin der Einrichtung tritt zum 1. Oktober in den Ruhestand. Ihr Nachfolger ist 30 Jahre alt, Gesundheitsökonom, Rettungssanitäter und Wasserwachtler.

Manuela Schusser (von rechts) übergibt in wenigen Wochen die Leitung des BRK-Seniorenheimes an Josef Ott, der sie bereits in ihrem Aufgabenbereich begleitet. Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer bescheinigte ihm dafür eine optimale Eignung. Pflegedienstleiterin Gabriele Lohner bleibt seine Stellvertreterin.
von Walther HermannProfil

"Wir kennen uns seit vielen Jahren im Ehrenamt“, versicherte Sandro Galitzdörfer bei der Vorstellung von Josef Ott. Der BRK-Kreisgeschäftsführer zeigte sich überaus erfreut, ein „Eigengewächs“ für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewonnen zu haben. „Du trittst in große Fußstapfen“, gab er Ott mit auf den Weg. Allerdings bescheinigte er ihm aufgrund des bisherigen Lebenslaufes eine optimale Eignung, alle auf ihn zukommenden Aufgaben zu meistern.

Galitzdörfers Wunsch an Manuela Schusser war es, „dass Sie unserem Haus treu bleiben“. Die scheidende Heimleiterin kündigte jedoch an, diesem Wunsch nur bedingt nachkommen und sich im Haus nicht mehr engagieren zu wollen. „Hier hat künftig Josef Ott das Sagen, und ich werde ihm nicht ins Handwerk pfuschen“, gab sie zu verstehen.

Allerdings gibt es dabei eine Ausnahme. Schusser kümmert sich seit 14 Jahren - am 16. Juli 2005 erfolgte der Umzug vom BRK-Altenheim in der Oberen Zinkenbaumstraße in das neue BRK-Senioren- und Pflegeheim im Weidelbachtal - um die Gartenanlage der Einrichtung und nimmt sich insbesondere der Pflege der Blumenanpflanzungen an. Diesem Hobby werde sie auch weiterhin nachgehen, teilte sie mit.

Die langjährige Heimleiterin begründete dies vor allem damit, dass ihr Bewohner wiederholt Pflanzen aus ihrem bisherigen Zuhause übergeben hatten mit der Bitte, sie in den Heimgarten aufzunehmen. „Mit dem Garten sind viele Geschichten verbunden“, betonte Schusser, die am 1. Januar 1990 ihren Dienst im ehemaligen BRK-Altenheim angetreten hat und sich daher mit der Einrichtung eng verbunden fühlt.

Bei der Vorstellung des "Neuen" beklagte der Kreisgeschäftsführer gemeinsam mit Manuela Schusser und Pflegedienstleiterin Gabriele Lohner den Mangel an Fachkräften. Er wusste von Einrichtungen, in denen trotz großer Nachfrage wegen fehlender Fachkräfte Zimmer leer stehen müssen. Galitzdörfer zeigte sich deshalb erleichtert, dass das Eschenbacher Heim trotz eines zunehmendem Altersdurchschnitts der Mitarbeiter seinen Dienst an seinen Bewohnern erfüllen könne und auch Auszubildende sich auf ihre späteren Aufgaben vorbereiten. Dabei maß Schusser dem harmonischen Betriebsklima im Haus, das besonders bei relativ älteren Mitarbeitern motivierend wirke, eine hohe Bedeutung bei.

Im Blickpunkt:

Umfangreiche Erfahrungen

Josef Ott hatte nach dem Besuch der Volksschule „Am Rauhen Kulm“ in Speinshart und dem Abitur am Gymnasium Eschenbach von 2010 bis 2014 an der Universität Bayreuth Gesundheitsökonomie studiert. Es folgten vielseitige berufliche Stationen.

Von September 2014 bis Februar 2015 war er im Rettungsdienst des BRK-Kreisverbandes eingesetzt, von März 2015 bis August 2016 als Werkstudent (Einkauf) in der BRK-Landesgeschäftsstelle in München tätig. Als stellvertretender Projektleiter der BRK-Landesgeschäftsstelle Furth im Wald (bis Juni 2018) lagen seine Aufgaben im grenzüberschreitenden Rettungsdienst. Damit verbunden war ein Tschechisch-Sprachkurs. Ein weiterer Schritt zurück in die Heimat“ führte Ott nach Bayreuth: Von Juli 2018 bis Juli 2019 war er mit den Aufgaben des stellvertretenden Leiters der Allgemeinen Verwaltung des Klinikums betraut.

Nicht minder umfangreich sind seine Hobbies, ehrenamtlichen Engagements und gesellschaftlichen Aktivitäten. Als aktives Mitglied der Wasserwacht seit 2002 übernahm Josef Ott im Januar 2017 den Vorsitz der Ortsgruppe und wurde im gleichen Jahr stellvertretender Technischer Leiter der Kreiswasserwacht Weiden-Neustadt/WN.

Sein Einsatz beschränkt sich dabei aber nicht auf Führungsaufgaben: Bei der Wasserwacht war er bisher tätig als Rettungsschwimmer, Wasserretter, Motorrettungsbootführer, Rettungstaucher und Einsatzleiter Wasserrettungsdienst. Darüber hinaus ist der Haselbrunner seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich im Rettungsdienst an der BRK-Rettungswache Eschenbach tätig. Bereits im Oktober 2010 hat er die Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen.

Unterschiedliche Gefühle bewirkte das Angebot des künftigen Heimleiters an Manuela Schusser und Gabriele Lohner: Er lud sie zum Probetauchen ein.

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