29.11.2018 - 17:03 Uhr
EschenbachOberpfalz

Heimatverein investiert in Kultur

Der Heimatverein bekommt in seiner Jahreshauptversammlung viel Lob für seine Arbeit. Ohne finanzielle Aufwendungen geht das aber nicht.

Ein wertvolles vom Heimatverein zurückerworbenes Dokument Eschenbacher Zoigltradition: der gut 150 Jahre alte Zoiglausleger "JB" (Johann Brunhuber), der einst am Färberanwesen (Pressather Straße) hing.
von Walther HermannProfil

Von vielen Ideen für die Kulturarbeit sprach Karlheinz Keck bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins. "Vielleicht haben wir in das erste Jahr mit neuem Museum, Kulturhof und Zoigl ein bisschen viel hineingepackt, das allen Mitarbeitern, dem Vorstand und dem Vereinsausschuss viel abverlangt hat", räumte der Vorsitzende ein und versprach etwas mehr Ruhe.

Vorzeigeobjekt der Stadt

In überaus geselliger Art verlief dieser wichtige Abend beim Taubnschuster. Keck berichtete von 390 Mitgliedern und rief zum Gedenken an zwölf Verstorbene auf. Heiterkeit kam auf, als er ein großes Bild vom Taubnschuster-Anwesen mit dem Hausherrn und der Wolfingerfamilie aus der Zeit zwischen den Weltkriegen zeigte. Mit der Schilderung der Situation nach dem Tod der ersten Ehefrau gab er einen Einblick in das damalige Heiratsgeschehen. Keck wusste, dass der Taubnschuster bei der Suche nach der zweiten Frau bei einem Bekannten vorgesprochen hatte, dessen Tochter "in München in Stellung" war. Der Vater habe daraufhin der Tochter brieflich mitgeteilt: "Da Taubnschuster braucht a Frau, kumm ham."

Keck nannte das Taubnschuster-Anwesen in der jetzigen Form und Qualität "ein Vorzeigeobjekt der Stadt Eschenbach", das seit seiner Wiedereröffnung als Kulturzentrum 3500 Besucher gesehen hat. Er zitierte eine Besucherin aus Weiden: "Jahrzehnte sind wir an Eschenbach vorbeigefahren, jetzt kommen wir in die Stadt, um das neue Museum zu sehen." Die Aussage einer Oberpfälzer Mundartdichterin anlässlich der Vorstellung des "Oberpfälzer Heimatspiegels" wertete er gar als Lobpreisung: "Das ist das schönste Heimatmuseum, das ich kenne, und hier ist alles da, was man braucht."

Sanierung "goldrichtig"

Seinen Kassenbericht verband Josef Prunhuber mit Angaben zu verschiedenen erforderlich gewordenen Anschaffungen, die sich in der Minderung der finanziellen Rücklagen des Vereins niederschlugen. Dazu zählte er auch den Zoiglausleger des Färberanwesens, der dem Verein von einem Antiquitätenhändler aus Weiden zum Kauf angeboten worden war. Keck hatte in seinem Jahresbericht bereits betont, dass der Verein den Erwerb dieses gut 150 Jahre alten kulturgeschichtlichen Dokuments als Pflichtaufgabe verstand.

Als "goldrichtig" bezeichnete dritter Bürgermeister Klaus Lehl den Beschluss des Stadtrats zu Sanierung und Umbau des Taubnschuster-Anwesens. Durch diese Maßnahme sei die Kulisse für eine große Vielfalt an Veranstaltungen geschaffen worden. Dem Vorstand schrieb er es zu, dass das Gebäude mit Leben erfüllt wird und resümierte: "Die Besucherzahlen geben euch recht."

Ausblick auf 2019

Sehr zuversichtlich zeigte sich Lehl zur Zukunft der Felsenkeller. Er berichtete von der erfolgten Aufnahme der geschätzten Sanierungskosten in die Bedarfsmitteilung an die Regierung und von der Klärung der Eigentumsverhältnisse. Nach Abschluss der Bodenuntersuchungen sei der Weg für weitere Maßnahmen geebnet. "Wir wollen in den folgenden Jahren unser Ziel erreichen und den Bierweg mit allen Stationen realisieren", gab er den Heimatfreunden als Botschaft mit auf den Weg. Den Taubnschusterbeitrag im jüngsten "Oberpfälzer Heimatspiegel" wertete er als beste überregionale Werbung und rief mit der Übergabe einer Spende dazu auf: "Macht weiter so!"

"Ich verfolge eure Arbeit stets mit großem Interesse", versicherte Albert Nickl. Im Heimatverein sah er einen wertvollen Verein, der gewinnbringend auch über die Stadt Eschenbach hinaus wirkt, und im Taubnschuster-Anwesen "eines der wertvollsten Gebäude Eschenbachs, prägend für die Heimat". In seinem Ausblick auf die kommenden zwölf Monate sprach Keck von 14 Veranstaltungen. Dazu zählte er die Ausstellungen "Historische Postkarten aus dem Vierstädtedreieck" und "200 Jahre Apotheke in Eschenbach", Zoiglabende, Jazz-Sessions und einen Partnerschaftsabend mit Gästen aus der Schweiz anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.