20.02.2020 - 12:54 Uhr
EschenbachOberpfalz

Heiteres Steigern bei Kandidaten-Auktion

„Zum Ersten! Zum Zweiten! Wer bietet mehr?“, schallt es über den Marienplatz. „Ersteigere uns“, fordern die Stadtratskandidaten der Überparteilichen Christlichen Wählergemeinschaft (ÜCW) die Zaungäste auf.

Die ÜCW-Stadtratskandidaten bieten sich zur Versteigerung an. Als Moderatoren fungieren Jürgen Schäffler (rechts) und Andreas Hermann (Dritter von rechts).
von Walther HermannProfil

Nahezu eine Stunde lang herrschte vor der Rathaustreppe rege Bieterstimmung. Die ÜCW-Stadtratskandidaten boten sich Meistbietenden für alltägliche Dienstleistungen an. Diese reichten von Autowäsche per Hand und Fahrdienst in Nachbargemeinde über Gartenarbeiten, Gassi gehen, Reifen wechseln, Einkäufe erledigen und Geschenk basteln bis hin zu einem filetierten Karpfen, Kuchenbacken und einer Motorradrundfahrt.

Die Stimmung unter Anbietern und Bietern war locker und reizte zu heiteren, manchmal auch "provokanten" Anmerkungen. Die Meinung der Interessenten an der Auktion fasste ein Besucher zusammen: "Wir finden es toll und einmalig, dass sich die jüngere Generation in dieser Form für die Allgemeinheit einbringt und sich mit Angeboten empfiehlt, die älteren Mitmenschen das Leben erleichtern.“

Als Auktionatoren, Moderatoren und „Antreiber“ animierten Andreas Hermann und Jürgen Schäffler das Publikum, das sich mitunter recht "steigerungswütig" zeigte. Vorgegeben waren ein Mindestgebot von 5 Euro und Steigerungsraten von 50 Cent. Letzteres wurde allerdings nicht eingehalten: Die Sprünge bewegten sich zwischen einem und fünf Euro. Die Höchstgebote ließen auf besondere Wünsche und Bedürfnisse schließen.

Die Treppenanlage des Rathauses nutzten die Anbieter als Bühne. Einen gewissen Werbeeffekt hatten ihre an Stäben angebrachten Konterfeis, die sie stets dem Ersteigerer überließen. Als Glücksfee wirkte die kleine Saskia, die aus einer Schachtel Papierstreifen mit den angebotenen Dienstleistungen zog. Trotz des Hinweises, dass für einen Reifenwechsel im Kfz-Gewerbe bis zu 30 Euro berechnet werden, blieb das Höchstangebot dafür bei 11 Euro. Das Angebot von sechs Euro für einen Wochenendeinkauf gab zu erkennen, dass die ältere und bewegungseingeschränkte Generation den Weg zum Rathaus nicht auf sich hatte nehmen wollen.

„Bastelt euch die Welt, wie sie euch gefällt. Ein Geschenk basteln oder eine grafische Leistung erbringen, wie zum Beispiel eine Geburtstagseinladung“: Dieses Angebot war einem Bieter dagegen 50 Euro wert. Das Höchstgebot für Vertikutieren und Düngen lag bei 30 Euro. Es folgten Hecke schneiden (27 Euro), Torte - auch Hochzeitstorte - backen (26 Euro) sowie eine Sportstunde „Kraft-Ausdauer“ und eine Fahrt zur Disco oder zum Zoigl (je 25 Euro).

Für 22 Euro ging eine Motorradrundfahrt mit Mike Holl weg, für 13 Euro eine Stunde „Ausdauer-Gassi-Gehen“ für einen Vierbeiner durch Sabrina Walter. Roland Götz, der unter „Blitzblank“ Autowäsche angeboten hatte, stimmte angesichts eines Angebots von 30 Euro sogar einer Innenreinigung zu.

Geboren worden war die Idee der "Personal-Auktion" bei einer der regelmäßigen Sitzungen der ÜCW. Der Vorschlag von Corinna und Michael Dromann, sich einmal mit einer besonderen und bisher noch nirgendwo anders erfolgten Aktion am Wahlkampfgeschehen zu beteiligen, hatte die einhellige Zustimmung der ÜCW-Mannschaft gefunden. Der Zufall wollte es, dass Corinnas Angebot (grafische Leistung) im Bieterwettkampf dann auch das Rekordergebnis erbrachte. Die Wasserwacht wird’s freuen: Der Versteigerungserlös in Höhe von 374 Euro kommt ihr zugute.

Sabrina Walter nimmt gleich Kontakt mit dem Hund von Marcus Gradl auf. Sie wird den Vierbeiner demnächst Gassi führen.
Glücksfee Saskia zieht die Bons mit den angebotenen Dienstleistungen.
Sigrid Aschenbrenner freut sich bereits auf eine Motorradfahrt mit Mike Holl.
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