Eschenbach
15.02.2022 - 14:37 Uhr
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Ingenieur legt Finger in Eschenbacher Tiefbauwunden

Eine Straßenbauplanung unter Berücksichtigung von Prioritäten hatte sich die SPD-Fraktion gewünscht. Nach dem Vortrag eines Experten sind diese für Eschenbachs Bürgermeister klar.

"Kanaleinbrüche, Straße irgendwann staubfrei gemacht, Wasserleitung führt zum Tel über Privatgrundstücke", fasste Hannes Oberndorfer den Zustand von Gerhart-Hauptmann- und Zinkenbaumstraße zusammen. Bild: rn
"Kanaleinbrüche, Straße irgendwann staubfrei gemacht, Wasserleitung führt zum Tel über Privatgrundstücke", fasste Hannes Oberndorfer den Zustand von Gerhart-Hauptmann- und Zinkenbaumstraße zusammen.

Nach dem Vortrag von Hannes Oberndorfer kam Bürgermeister Marcus Gradl zum Schluss: „Ver- und Entsorgungsleitungen haben Priorität.“ Mit seinen ungeschminkten Ausführungen öffnete Oberndorfer in der jüngsten Sitzung des Stadtrats den Mandatsträgern die Augen und legte die Finger in so manche „Tiefbauwunden“ und –mängel. Als Vorwarnung diente ihm die Aussage: „Unangenehmes für die Bürger lässt der Bürgermeister andere sagen.“ Und Unangenehmes hatte er zuhauf zu berichten.

Der Tiefbaudiplomingenieur hielt eine Fülle von Maßnahmen für erforderlich, die „für eine ordentliche Infrastruktur wichtig sind“ und hielt es für erforderlich, „die Wünsche der Bürger in die Köpfe der Stadträte zu bringen“. Er gab zu bedenken, dass es bei der Häufung von Schadstellen an Straßen, Kanälen und Wasserleitungen stets zu überlegen gelte, „was liegt da alles drin“. Seine Hinweise bei der kürzlichen Beschlussfassung zum Bau einer neuen Wasserleitung bis Neurunkenreuth nahm er zum Anlass, auf die erneuerungsbedürftige alte Asbest-Zement-Wasserleitung in Grafenwöhrer und Pressather Straße zu erinnern. „Die Straße gehört übrigens nicht der Stadt“, bemerkte er.

Ausbauen, Sanieren, Erneuern

Im Straßenabschnitt Gosstenstraße-Süd vermisste der Ingenieur neben einer Wasserhauptverbindung in Richtung Gewerbegebiert auch einen Kanal. Für das Gewerbegebiet Am Stadtwald hielt er für erforderlich: „Der Ausbau der Infrastruktur muss weitergehen. Es muss etwas gemacht werden.“ Er wusste von einer Gussleitung aus den frühen 1970er Jahren in der Gossenstraße und von einer alten Wasserleitung neben dem Novem-Werk. Den baulichen Zustand der Abwasserleitung Am Stadtwald bezeichnete Oberndorfer als sanierungs- und ausbaubedürftig.

Für den Wohnbereich Wolfsbühl und das Scheunenviertel rief Oberndorfer dazu auf festzulegen, was geschehen soll. Ihm war besonders an einer neue Zufahrt gelegen. Deutlich wurde er auch zum Bereich Stirnberg, wo „vieles im Argen liegt“. Zum wiederholten Male sprach er von zum Teil überbauten Wasserleitungen, die maschinell nicht zu erreichen sind.

Viele Baustellen auf den ersten Blick

Wenig Zurückhaltung übte er bei der Zustandsbeschreibung für Gerhart-Hauptmann- und Zinkenbaumstraße. Zu seinen Ausführungen gehörten Hinweise auf Kanaleinbrüche und Aussagen wie „Straße wurde irgendwann staubfrei gemacht“ und „die Wasserleitung führt zum Teil über Privatgrundstücke“. In seine Zustandsbeschreibung nahm Oberndorfer auch noch die Wohngebiete An der Kreuzkirche, Mittleres Meierfeld und Apfelbach auf, „in denen noch Dinge zu erledigen sind.“ Seinen Zuhörern gab er vielsagend mit auf den Weg: „Dies war nur ein erster Überblick.“

Aus den Ausführungen Oberndorfers folgerte Bürgermeister Marcus Gradl: „Straßenbefestigungen sind nicht mehr das Entscheidende. Priorität genießen Ver- und Entsorgungsleitungen. Deren Sicherheit ist vorrangig.“ Es gelte nun festzulegen, was in den nächsten Jahren zu tun ist. Eine langfristige Planung hielt Thomas Ott (SPD) für erforderlich und stellte Frage: „Was ist wichtiger, das Industriegebiet oder Siedlungsstraßen?“ Deutlich fiel seine Schlussfolgerung aus: „Fischerberg und Sommerleitenweg stehen für mich nicht ganz vorne dran.“ Ohne konkret zu werden kündigte Bürgermeister Gradl an: „Wir werden Stück für Stück vorgehen.“

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Eschenbach02.02.2022
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