Eschenbach
22.03.2020 - 10:31 Uhr

Kampf gegen Genitalverstümmelung: Durchbruch in Kissy South

Den Leitgedanken der „VölkerVerständigung – As Friends to Kenya“ erfüllt Elisabeth Merkl mit neuem Leben. Da kommt der Internationale Tag der weiblichen Genitalverstümmelung gerade recht.

„As Friends to Kenya“: Das Motto kommt nicht von ungefähr. Es ist das Ergebnis einer gelungenen Kommunikation. Den Grundstein legten in den 1980er Jahren Studentinnen mit ihrer Professorin bei der Weltfrauenkonferenz in Nairobi. Heute wird das Projekt „Lebendige Kommunikation“ (LebKom) weiter getragen durch Fachkräfte, Ehrenamtliche und sogenannte Mit-Reisende, die sich auf Einladung auf den Weg nach Kenia machen: „Come again! To our home, in our homes“! Rund 30.000 Mädchen sind seitdem in der Region Mosocho vor der grausamen Genitalverstümmelung (FGM) bewahrt worden.

Elisabeth Merkl spricht von weiteren Fortschritten des Fulda-Mosocho-Projekts in jüngster Zeit. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin intensiv in den Aufklärungsprozess eingebunden, vermeldete sie nun auch einen Durchbruch des kulturellen Wandels in einer weiteren Region des Kisii County. In der Region Kissi South sei dieser Durchbruch zur freien Entscheidung mit einem öffentlichen Großereignis mit über 2.000 Teilnehmern und rund 1.500 nachhaltig vor FGM bewahrten Mädchen gefeiert worden. „Ein starkes Signal auch für diejenigen, die noch in der Verstümmelungskultur verankert sind“, erklärte Merkl.

Gleichwohl plädiert Elisabeth Merkl für eine Intensivierung der Aufklärungsarbeit. Der Handlungsbedarf sei groß. Besonders die Dunkelziffer der Genitalverstümmelungen sei besorgniserregend. Hinter dem Projekt stehe auch die Verwirklichung von Gleichberechtigung von Männern und Frauen. In Kenia sei man dabei auf einem guten Weg. Verhaltens- und Glaubensmuster zu durchbrechen und den sogenannten Wertzentrierten Ansatz zur Verwirklichung der Menschenrechte der Frauen zu fördern, sei nach wie vor eine lohnenswerte Aufgabe.

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