11.02.2019 - 13:11 Uhr
EschenbachOberpfalz

"Kapitän" geht von Bord

Matthias Haberberger legt SCE-Vorsitz nieder.

Mit einem Feuerkorb verabschieden die Vorstandskollegen (von rechts) Jürgen Schäffler (Schriftführer) und Thomas Mikolei (geschäftsführender Vorstand) sowie (von links) Uli Hesl (Kassier) und Tobias Lehl (stellvertretender Vorsitzender) Vorsitzenden Matthias Haberberger (Mitte).
von Walther HermannProfil

Matthias Haberberger legte am Sonntag aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Vorsitzender des Sportclubs nieder. Zum Ende der Jahreshauptversammlung gab er seine Entscheidung öffentlich bekannt, die er „Vorstand und Ausschuss bereits im Frühsommer 2018 mitgeteilt hatte“.

Ausdrücklich versicherte Haberberger, dass er mit seinem Rücktritt dem SCE nicht den Rücken kehre und gerne bereit sei, „die eine oder andere Aufgabe zu übernehmen“. Sein Dank galt allen, die ihm in den vergangenen sechs Jahren Vertrauen entgegengebracht haben. Er bat um Entschuldigung, „wenn ich eventuell manchmal über das Ziel hinaus geschossen bin“. Als leidenschaftlicher SCE-ler räumte Haberberger ein: „Wir alle sind Menschen, die mit Herzblut getreu unserem Motto ‚Mir san SCE‘ versuchen, unseren Verein weiterzubringen.“ Er nannte es menschlich, auch einmal „Emotionen und Leidenschaft“ einzubringen, und entschuldigte sich ausdrücklich bei Richard Schäffler für eine Aussage, „die so nicht richtig war“. Dem künftigen Vorstand wünschte er Gottes Segen und eine glückliche Hand bei seinen Entscheidungen.

Vor seiner Rücktrittserklärung gab Haberberger noch „etwas Erfreuliches“ bekannt: „Der SC Eschenbach und die Firma Rogers Germany haben nach etwa eineinhalbjähriger Verhandlungszeit vergangenen Donnerstag einen Sponsoringvertrag für zehn Jahre unterzeichnet.“ Zu dessen Inhalten zählte er die Übergabe des Namensrechts an die Firma Rogers. Demnach trage das „Stadion am Rußweiher“ künftig den Namen „Rogers Arena“ und es gebe jährlich ein Benefiz-Fußballturnier um den Rogerscup-Wanderpokal, teilte der Noch-Vorsitzende mit.

Die Verabschiedung Haberbergers durch seinen Stellvertreter Tobias Lehl glich einer Laudatio. Er räumte ein, dass „Gesundheit wichtiger als alles andere ist“, und der Verein akzeptieren müsse, „auch wenn es uns schwer fällt, dass unser Kapitän die Brücke verlässt“. Obwohl Haberberger darauf gedrängt habe, zu seinem Abschied keine große Rede zu hören, hielt es Lehl für angebracht. all das aufzuzeigen, „was unter deiner Führung alles erreicht oder umgesetzt wurde“.

Und so blickte Lehl zurück auf die Baumaßnahmen an den Sportplätzen, die vorbereitenden Arbeiten am Soccerfeld sowie auf die Sanierung von A-Platz, Festhallenküche, WC-Anlagen, Umkleidekabinen, Pächterwohnung und Schiedsrichterzimmer. Zehn Maßnahmen zählte er auf, die der Sanierung, Verbesserung und Verschönerung des Sportheimes gedient haben, wie neue Fenster und Balkontüren, Erweiterung der Küche, Anbauten im Eingangsbereich oder energetische Sanierung der Kegelbahn. Mit Blick auf die Finanzen nannte der stellvertretende Vorsitzende die Minderung der Schulden von 288 977 Euro auf 141 225 Euro besonders erwähnenswert.

Als er im Bereich „Sportliches“ neben der Einführung einer Lauf-10-Gruppe und eines Qigong-Kurses erwähnte, dass kein Sportler des SCE eine Entlohnung erhält „in welcher Form auch immer, die Fußballer der Kreisklasse sind einheimische Spieler“ spendeten die Mitglieder spontanen Beifall. Dem Geschehen im Bereich „Gesellschaftliches“ ordnete Lehl zu: Jubiläumsfest mit den "Troglauer Buam", internationales Betriebsfest der Firma Novem, Aftershow-Party zum Faschingszug, Internetauftritte aller Abteilungen, Aufnahme der Ferienfreizeiten von "Learning Campus", Kinderbürgerfeste und Jugendtreffs des Jugendforums.

Als „kleines Dankeschön“ übergab der Vorstand seinem scheidenden "Kapitän" einen Feuerkorb. Matthias Haberberger hatte im Februar 2013 nach mehrjähriger Tätigkeit als Schriftführer die Leitung des SCE übernommen.

„Der mit Abstand größte Eschenbacher Verein steht ohne Vorsitzenden da“, betonte Thomas Mikolei und wies daraud hin: „Jede unserer sieben Abteilungen könnte ein eigener Verein sein.“ Der geschäftsführende Vorstand wertete die Folgen des Rücktritts von Haberberger als „gravierend“. Er kündigte die Aufteilung von Verantwortung an mit der Folge, dass sich die Sparten „selber mehr managen müssen“. Es gelte näher zusammenzurücken und zu koordinieren.

Mikolei zeigte sich überzeugt, dass mögliche Probleme zu bewältigen seien, auch wenn er und Tobias Lehl nicht für das Amt des Vorsitzenden zur Verfügung stünden. Der geschäftsführende Vorstand rief dazu auf, auf altbewährte Tugenden zu setzen, andere Ansichten zu respektieren und den SCE nie aus dem Blick zu verlieren. Einem Appell glichen seine Schlussworte: „Meine Stadt, mein Verein, mein Team.“

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