16.12.2018 - 16:40 Uhr
EschenbachOberpfalz

Klangpracht im Kirchenschiff

Die Macht ihrer Auftritte und ihrer Instrumente ist beeindruckend, das Klangvolumen erreicht Orchesterstärke. Kein Wunder, dass die Besucher von "Bavarian Brass"-Konzerten noch lange ein Leuchten in den Augen haben.

Strahlende Trompetenklänge, majestätisches Orgelspiel und wuchtige Pauken verwandeln die Stadtpfarrkirche in einen Musiktempel. Dem begeisterten Publikum bietet „Bavarian Brass“ ein grandioses Konzert unter anderem mit Eigenbearbeitungen von Werken bekannter Komponisten.
von Robert DotzauerProfil

Am Samstagabend ist in der Rußweiherstadt "Bavarian-Brass"-Zeit. Mit von der Partie ist ein Eschenbacher Anwalt der Orgel- und Klaviermusik.

In die Stadtpfarrkirche St. Laurentius kommt viel Leben. Die circa 250 Besucher, unter ihnen Stadtpfarrer Thomas Jeschner und Pfarrvikar Dr. Paul Ezenwa, erwarten außergewöhnliche Klangwelten, die bestimmt werden von feinfühliger Harmonie und schmetternden Fanfarenstößen, von zarten Tonmalereien auf dem Marimbaphon und brausenden Orgelklängen, die Walter Thurn dem monumentalsten Musikinstrument der Welt entlockt.

Schon allein das Betrachten des Equipments der Musiker lässt Großes erwarten. Wenn dann auch noch sechs musikalische Profis dieses Instrumentarium bedienen und mit Eigenbearbeitungen bereichern, entstehen eine Klangpracht und Ausdrucksvielfalt, die selbst die eingefleischten Anhänger des Ensembles immer wieder aufs Neue überraschen und begeistern.

Seine barocken Wurzeln lässt das Ensemble schon im ersten Teil des Konzerts erkennen. Das Sextett beginnt auf der Empore mit drei Kantatensätzen von Johann Sebastian Bach. Vital, natürlich und frei klingt das Spiel der Orgel. Walter Thurn liefert schon hier als versierter Begleiter den harmonischen Unterbau für die Trompeten. Nach dem andächtigen "Ave Maria" von Giulio Romano Caccini beweist der Lokalmatador sein Solo-Können mit einer Paraphrase über "Tochter Zion".

Als Tausendsassa trumpft Christoph Günther auf. Er verleiht mit seinem umfangreichen Instrumentarium an Schlagwerk der Gruppe nicht nur beeindruckende Effekte und Rhythmenfolgen, sondern begeistert auch mit zwei Soli am Marimbaphon. Sein Umgang mit den vier Schlägeln sowie sein furioses Spiel verzaubern das Publikum. Um Günther gesellt sich nun vor dem Altarraum das gesamte Ensemble und erfüllt von exponierter Stelle aus das Kirchenschiff mit seinen mächtigen vorweihnachtlichen Klängen. Allesamt sind sie Eigenbearbeitungen von Ensembleleiter Benjamin Sebald und Walter Thurn.

Neben den drei Hymnen zur Weihnachtszeit und den drei englischen Weihnachtsliedern, in gebührender Festlichkeit vorgetragen, bringt "Bavarian Brass" manch Neues zu Gehör. Vor allem die beiden Stücke von Karl Jenkins imponieren. Mit "Palladio" und "Adiemus" gelingen Eigenbearbeitungen, die mit epischer Breite und emotionaler Tiefenwirkung keine Wünsche offen lassen. Erst seit einigen Tagen sind die Stücke auf der neuen CD des Ensembles zu finden.

Zur Freude der Besucher erfüllen die Musiker auch immer wieder unausgesprochene Wünsche. Die Stammhörer sehnen sich stets nach dem an Klangpracht nicht zu überbietenden "Highland Cathedral". Jubilierende Trompeten, monumentale Orgelmusik und akzentuierte Beckenschläge sorgen dabei dafür, dass das Ensemble erst nach zwei Zugaben den Feierabend einläutet.

Ein berauschendes Spiel am Marimbaphon liefert Christoph Günther sowohl solistisch als auch mit dem gesamten Ensemble.

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