17.01.2019 - 16:11 Uhr
EschenbachOberpfalz

Die Lage der Frauen verbessern

Mehr als eine Bilderreise: Elisabeth Merkl nimmt Seniorenclub mit nach Kenia.

Mit Blumen und einer Spende von 100 Euro, dem Erlös aus dem Kuchenverkauf, für das Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung in Kenia bedankt sich Maria Förster (rechts), die Leiterin des Seniorenclubs, bei Elisabeth Merkl für ihren Vortrag über das afrikanische Land.
von Walther HermannProfil

"Eine Osterreise nach Kenia": Hinter dieser Ankündigung einer Nachmittagsveranstaltung des Seniorenclubs verbarg sich ein Blick in eine den Besuchern bisher unbekannte Landschaft und Kultur. Reisebegleiterin war Elisabeth Merkl, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, im Land der Luos und Kisiis Hilfe gegen Armut und Not zu leisten und zu einem flächendeckenden Wandel in Sachen weibliche Genitalverstümmelung beizutragen.

Die Impulse, die vom Mitreiseprojekt (MRP) "As Friends to Kenya" und dem Fulda-Mosocho-Projekt zur Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung ausgehen, rücken zunehmend ins öffentliche Bewusstsein Kenias. In einem Land, in dem die Landwirtschaft für den überwiegenden Teil der Bevölkerung die Existenzgrundlage bildet, wirkt sich das überaus positiv auf das Leben und den Stellenwert der Mädchen und Frauen aus.

Maria Förster, die Leiterin des Seniorenclubs, hatte in Merkl eine Referentin gefunden, die es aufgrund eigener Erlebnisse in begeisternder Weise verstand, ihre Zuhörer im Kleintierzüchterheim bei einer Bilderreise über die gesellschaftlichen Strukturen in dem 582 600 Quadratkilometer großen ostafrikanischen Staat zu informieren und sie mitzunehmen zu den landschaftlichen Schönheiten der Äquatorregion. Den Start ihrer Reise legte die Referentin in den Garten von Mosocho, in dem für sie 2003 alles begann.

2006 lernte sie ein Entwicklungshilfeprojekt der Hochschule Fulda kennen, dessen Ziel es ist, die Situation der Frauen und ihrer Familien in Kenia zu verstehen und sie gemeinsam zu verbessern. Die Bankkauffrau ging auf ihre ersten Eindrücke während einer "afrikanischen" Busreise im Hinterland von Nairobi ein. "Sogar im Busch bestehen beste Handy-Verbindungen", versicherte Merkl. Sie schilderte dann Initiativen, durch die 2004 in Mosocho der Durchbruch im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung mit dem ersten Jahrgang geschützter Mädchen gelang, denen Zehntausende folgten. Durch Wissensvermittlung sei es gelungen, die Beschneidung von 98 auf weniger als 20 Prozent zu senken. Die Referentin nannte die Zeit in Afrika "ein Erlebnis, bei dem etwas fürs Leben mitgenommen wird".

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