14.07.2019 - 12:45 Uhr
EschenbachOberpfalz

Von Leonardo da Vinci bis Plastikmüll

Plastikmüll als "Seuche der Moderne" zog sich einem roten Faden gleich durch viele Aufgaben und Fragen der Auswahlprüfung für den Einstieg in die zweite Qualifikationsebene im nichttechnischen Bereich.

Wissenstest in der Turnhalle
von Walther HermannProfil

Drei Stunden lang arbeiteten sich 49 Bewerber für den Mittleren Dienst in bayerischen Behörden und Dienststellen in der Turnhalle der Markus-Gottalt-Schule durch ein Geheft mit 30 Fragen. Die Grundlage für weite Bereiche der Leistungsprüfung war ein überarbeiteter Bericht der Süddeutschen Zeitung, der sich mit den Problemen des Plastikmülls befasst. In dem Beitrag wird von einem deutschen Müllaufkommen des Jahres 2016 mit 411 Millionen Tonnen berichtet, von dem 52 Millionen Tonnen Haushalts- und Verpackungsabfälle sind. Den Plastikmüll bezeichnet die vorgestellte Studie als "besonders schwerwiegendes Problem", das Gewässer und Ökosysteme über viele Jahrhunderte kontaminieren und beeinträchtigen wird. Weite Bereiche des Berichts befassen sich mit dem mitunter gedankenlosen Umgang und Gebrauch von Plastik und den Risiken der zunehmenden Mikroplastik.

Die Inhalte dieses Texts bildeten die Grundlage zu Fragen zum Inhaltsverständnis, zur Bedeutung der verwendeten Fremdwörter, zur Plastik-Diskussion im Alltag, zum Plastikmüll im Meer, zu Einwegverpackungen und zur Umweltbelastung durch Plastiktüten. Wiederholt waren die Prüflinge mit Fragen konfrontiert, für die das richtige Erkennen und Interpretieren von Inhalten abgebildeter Infografiken zum blauen Planeten, seinem Wasser und zu Recyclingquoten Voraussetzung war.

Argumente waren gefordert, mit denen sie ihre Freunde davon überzeugen sollen, sich an einer Aktion zum Sammeln von Plastikmüll aus Flüssen, Seen und an Stränden zu beteiligen. Zu beschäftigen hatten sich die künftigen Staatsdiener mit der Kunststoffstrategie der Europäischen Kommission ebenso wie mit dem Weg des Abfalls von der Mülltonne bis zur Wiederverwertung.

Eingestreut in die Aufgaben zum weiten Bereich der Abfallwirtschaft und -problematik waren Fragen, die logisches Denken, Konzentration und Geografiekenntnisse erforderten.

Politisch wurde es zum Endspurt. Die "historische Reise" hierzu führte von der am 11. August 1919 in Kraft getretenen Weimarer Verfassung, über die Begleitumstände der Teilung Deutschlands 1949 und die Strukturprinzipien des vor 70 Jahren in Kraft getretenen Grundgesetzes bis hin zu den bayerischen Landtagswahlen 2018 mit Regierungsbildung.

Ein Wissensnachweis hatte bisher gefehlt: Geschichte. Kurz beschrieben waren sechs Ereignisse, denen eine Auswahlliste von 30 bis 500 beigefügt war. Es ging um die Mondlandung von Neil Armstrong, den Geburtstag Napoleons, den Tod von Leonardo da Vinci, den Versailler Vertrag, den Mauerfall und den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Für den geordneten Ablauf der Prüfung war Heike Biersack mit den Aufsichten Michaela Danzer, Max Ott und Manfred Schusser verantwortlich.

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