Von häuslicher Gewalt betroffen ist jede vierte Frau in Deutschland, weiß Enikö Nagy, Leiterin des Frauenhauses Weiden. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am Montag, 25. November, ist für die Einrichtung der ideale Zeitpunkt, um in einem informativen Rahmen die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und Hilfsangebote aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang lädt das Frauenhaus als Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen zur Kunstaktion „Rosen statt Veilchen“ ein - auch im Altlandkreis Eschenbach.
Ob körperlich oder seelisch: Gewalt hat viele Gesichter - erst recht die häusliche Gewalt, die sich an Orten ereignet, die eigentlich Geborgenheit und Schutz vermitteln sollen, und die von Menschen ausgeht, denen man vertraut. Sie existiert in allen Altersgruppen, Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Besonders die Frauen müssen darunter leiden.
Das Frauenhaus der Diakonie in Weiden nimmt sich deshalb dieses weit verbreiteten Problems an. „Wir werben für Wertschätzung, Respekt und Chancen für Frauen und Mädchen anstelle von Gewalt, Abwertung und struktureller Benachteiligung“, betont das Team, zu dem auch Elisabeth Merkl aus Eschenbach zählt. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin will mit der Bevölkerung im westlichen Landkreis Neustadt/WN ins Gespräch kommen und für Gewaltfreiheit in den eigenen vier Wänden werben.
Die Aktion dazu ist einfallsreich: Papierrosen sollen helfen, auf das Thema aufmerksam zu machen. Höhepunkt ist zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am Montag, 25. November, die Idee „Rosen statt Veilchen“. Bereits jetzt ruft Elisabeth Merkl in Zusammenarbeit mit dem Frauenhaus Weiden die Bevölkerung auf, symbolisch eigene Rosen zu basteln, die dann am 25. November in der Weidener Innenstadt zu einem Gemeinschaftskunstwerk geformt werden. Das Frauenhaus, die Interventionsstelle, Dornrose, die Polizei sowie die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt/WN begleiten die Aktion mit einem gemeinsamen Info-Pavillon am Unteren Markt.
Hilfreich sind weitere Initiativen, um zum Beispiel in den Familien aus Altpapier, Draht, Stoff oder Wolle eigene Kreationen zu schaffen. Zudem stellte das Frauenhaus 40 Meter weißen Stoff unter anderem Institutionen, Frauenbund-Zweigvereinen und Schulklassen zur Verfügung. Diese gestalten daraus ihren Teil des Kunstwerks, um damit in der Weidener Fußgängerzone Bäume und Brunnen zu behängen.
Gegen eine Spende werden außerdem 1000 lila Papierrosen in Banken, Gärtnereien, Tankstellen und auch bei Markttagen als starke Botschaften verteilt. Im Westen des Landkreises gewann Elisabeth Merkl die Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz mit den Filialen Eschenbach - wo sie das Projekt auch startete -, Pressath, Schlammersdorf und Kastl für die Aktion zugunsten einer Gesellschaft ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Polizeiinspektion Eschenbach ist ebenfalls mit im Boot. Auch der Strickkreis Süßenweiher hat Unterstützung zugesagt.



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