An Wochenenden im Winter verirren sich gewöhnlich nicht viele Studierende auf den Campus der Universität Bayreuth. Doch diesmal war das anders: Im Gebäude Naturwissenschaften II (NW II) trafen sich Schüler, genauer Jungphysiker, zum Regionalentscheid des "German Young Physicists Tournament" (GYPT). Es ging um die Deutsche Physik-Meisterschaft, die vom 8. bis 10. März im Physikzentrum in Bad Honnef bei Bonn ausgetragen wird.
Bei dem Wettbewerb versucht jeder Teilnehmer, eines von 17 anspruchsvollen, international ausgeschriebenen Rätseln experimentell und theoretisch zu untersuchen und zu verstehen. Nun präsentierten die Schüler aus den Jahrgangsstufen acht bis zwölf ihre Messergebnisse und Erklärungen. Das machten sie auf Englisch, genauso wie bei einer wissenschaftlichen Tagung. Jeder Teilnehmer hatte sich zudem den kritischen Fragen anderer Teams und einer Jury - bestehend aus Studierenden, Lehrern und Professoren der Physik - zu stellen.
Viele der Jugendlichen bereiteten sich wie Lorenz Märker mit Unterstützung des TAO-Schülerforschungszentrums an der Universität Bayreuth (SFZB) unter Anleitung der Physikstudenten Fabian Eller, Jonas Landgraf (beide ehemalige Schüler in Weiden), Sebastian Friedl und Professor Walter Zimmermann auf den Wettbewerb vor. Das Rätsel, dem sich Lorenz Märker widmete, trägt den englischen Titel "Funnel and Ball" und befasst sich mit folgendem, für Laien verblüffenden Effekt: Man nimmt einen Trichter, stellt diesen auf den Kopf und bläst vom oben hinein Luft rein. Gleichzeitig legt man in den auf den Kopf gestellten Trichter einen Tischtennisball. Aufgrund des sogenannten Bernoulli-Effekts wird der Ball nicht aus dem Trichterkopf fallen. Der Bernoulli-Effekt ist auch dafür verantwortlich, dass Flugzeuge fliegen.
Märker habe damit schon früh ein wichtiges Phänomen der Strömungsphysik verstanden, betont Professor Walter Zimmermann. Der Eschenbacher Gymnasiast habe sich auf Anhieb sehr gut im Vergleich zu erfahrenen "alten Hasen" im Wettbewerb geschlagen. "Von ihnen werden einige im Herbst schon studieren - voraussichtlich Physik in Bayreuth: Wir fördern und fordern junge Talente in der Schule und im Studium."
"Alle Wettbewerbsteilnehmer haben in den vergangenen Wochen einen enormen Entwicklungssprung gemacht. In diesem Sinne sind sie alle Gewinner. Sie haben durch Vorträge und Diskussionen stark an Selbstsicherheit hinzugewonnen", erklärt Zimmermann. Neben Teamwork gehöre bei den Projekten in dem Physik-Turnier auch der Umgang mit Rückschlägen dazu.













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