Eschenbach
05.08.2021 - 17:32 Uhr

Ein Mann mit bemerkenswertem Lebenswerk: Trauer um Georg Paulus

Georg Paulus ist tot. Im Alter von 83 Jahren verstarb der gebürtige Kirchenthumbacher und Wahl-Eschenbacher überraschend am Dienstag im Klinikum in Weiden.

Georg Paulus verstarb 83-jährig am Dienstag im Klinikum Weiden. Bild: do
Georg Paulus verstarb 83-jährig am Dienstag im Klinikum Weiden.

Eine ruhige Kugel wollte der "Paulus-Schorsch", ein Bajuware von barocker Gestalt, nie schieben. Trotz seiner körperlichen Einschränkungen in den letzten Lebensjahren, die er geduldig getragen hat, war er immer in Bewegung. Seine „Jetzt-erst-recht“-Einstellung setzte erstaunliche Kräfte frei.

Für Georg Paulus musste sich immer etwas rühren. Sein bemerkenswertes Lebenswerk begann beruflich als Schneidermeister im Betrieb der Eltern in Kirchenthumbach und setzte sich mit tatkräftiger Unterstützung von Ehefrau Hildegard als selbstständiger Kaufmann in Eschenbach und in Amberg sowie als langjähriger Heimleiter der Familienferienstätte des Kolpingwerkes in Immenreuth fort. Sein Lebenslauf beweist: Eine solche Leistungsbilanz bedarf harter Arbeit und Mut zum Risiko und ist weit entfernt von einem Acht-Stunden-Tag.

Paulus war ein Kirchenthumbacher Gewächs. Ab 1952 ging er bei seinem Vater in die Schneiderlehre. Nach Gesellen- und Meisterjahren riefen die Kaufmannsjahre. Aufs Engste verbunden mit Glauben und Kirche übernahm er schließlich zusammen mit seiner Ehefrau die Familien-Erholungsstätte in Immenreuth und führte sie 25 Jahre lang bis zum Einstieg ins Rentnerleben zu bemerkenswerten Höhen.

Doch auch viele Ehrenämter riefen. Dekanatsführer der Katholischen Jugend, in Kirchenthumbach aktives Mitglied des Kirchenchores, Kolping-Senior, Fußballer, Mitbegründer des SC Kirchenthumbach und Sportfunktionär, Schiedsrichter, Pfarrgemeinderat und Wahlkämpfer für die CSU: Georg Paulus engagierte sich und übernahm Verantwortung in der Gesellschaft.

Er war ein Multitalent in Sachen Gemeinsinn mit lebenslanger Neigung zu Klarheit und Wahrheit. Diese Eigenschaften wussten auch viele Vereine zu würdigen. Paulus wurde mit seinem Erfahrungsschatz zum Sprachrohr für die Vereinsarbeit, zum Beispiel beim Eschenbacher Imkerverein oder bei der Gesellschaft "Frohsinn".

Auch für "Frohsinn"-Präsident Erwin Dromann ist deshalb der Tod von Georg Paulus ein riesiger Verlust: „Der Schorsch war für den Verein weit über die langjährige Mitgliedschaft hinaus ein wertvoller Ratgeber und interessierter Beobachter des Vereinsgeschehens, heimatverbunden und zuverlässig.“

Heimatverbunden waren auch seine gehaltvollen Artikel für die Tageszeitung "Der neue Tag", unter anderem mit tiefen Einblicken in frühere Kirchenthumbacher Geschehnisse. Schon seit Mitte der 1950er Jahre für die Eschenbach-Auerbacher Volkszeitung tätig, entdeckten seit vielen Jahren auch die Leser von Oberpfalz-Medien die beliebten Berichte des versierten Berichterstatters unter dem Kürzel (gpa). Auch die Redaktion trauert um einen bewährten und zuverlässigen Mitstreiter, der für seine offenen Worte bekannt war.

Der Trauergottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Kirchenthumbach beginnt am Samstag, 7. August, um 10 Uhr. Anschließend ist um 11 Uhr Bestattung im Friedhof in Kirchenthumbach.

 
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