30.12.2018 - 11:34 Uhr
EschenbachOberpfalz

Martin Neukam stirbt mit 82 Jahren

Mit Martin Neukam endete 1994 die Geschichte der Berufsschule Eschenbach. Der Lebensweg des Studiendirektors und Kommunalpolitikers ging am 23. Dezember zu Ende.

Vor 20 Jahren ehrte die Stadt Eschenbach Martin Neukam (Zweiter von rechts) der Bürgermedaille.
von Walther HermannProfil

Neukams Wiege stand ab dem 28. April 1936 in Eschenbach. Im Schreinereibetrieb seines Vaters Martin wuchs er mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Walter auf und erlernte nach Gymnasial- und Handelsschulzeit den Schreinerberuf. Der Meisterprüfung im Jahr 1960 schloss sich bis 1963 das Studium für das Lehramt an gewerblichen Berufsschulen am damaligen Berufspädagogischen Institut München an. Es folgte die Unterrichtstätigkeit an der Kreisberufsschule Eschenbach. Die Verstaatlichung der Berufsschule brachte 1974 die Verlagerung seines Fachbereichs Bau und Holz nach Weiden mit sich.

1981 wurde Martin Neukam mit der Funktion des Außenstellenleiters Eschenbach beauftragt. Sie führte 1983 zur Beförderung zum Studiendirektor. Bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand zum 1. Oktober 1994 sprach der Leiter der Berufsschule Weiden, Oberstudiendirektor Lothar Fischer, von einem „Schmuckkästchen von einer Berufsschule“ in Eschenbach. Nur der Respekt vor dem Kommunalpolitiker Neukam, die Rücksichtnahme auf sein Herzensanliegen, seiner Gemeinde diesen Schulstandort zu erhalten, sei der Grund dafür gewesen, die Schließung so lange hinauszuzögern.

In die Kommunalpolitik stieg der Verstorbene im Jahr 1972 ein. Über die Liste der „Christlichen Wählergemeinschaft“ erhielt er ein Mandat im Stadtrat, das er von 1978 bis 2002 bei der CSU fortführte. Von 1984 bis 1990 wirkte er als deren Fraktionssprecher. Von 1990 bis 2002 setzte er sich im Kreistag für seine Heimatstadt und den westlichen Landkreis ein. Parallel dazu erfüllte er weitere Aufgaben als ehrenamtlicher Richter und als Mitglied des Gesellenprüfungsausschusses.

Bei diesem vielfältigen Engagement konnten Ehrungen nicht ausbleiben. In einer Sondersitzung des Stadtrats erhielt er am 30. April 1992 die Franz-Josef-Strauß-Silbermedaille überreicht. Am 26. Oktober des gleichen Jahres würdigte Landrat Anton Binner im Auftrag des Bayerischen Innenministers Neukams langjährigen kommunalen Einsatz mit einer Dankurkunde. Der Landrat würdigte ihn als Idealisten, der als Kommunalpolitiker Verantwortung für die Mitbürger übernommen hat. Seit 26. Oktober 1998 war der Verstorbene Träger der Bürgermedaille der Stadt Eschenbach. Bei der Verleihung der Medaille erinnerte Bürgermeister Robert Dotzauer in seiner Laudatio unter anderem daran: „Die Jahre deiner Regentschaft beim Sportclub gehören in der Geschichte des SCE zu den fetten Jahren des Aufschwungs. Maßgeblich warst du in deiner Funktion als Vorsitzender daran beteiligt, dass ein schmuckes Sportheim, der B-Platz und die Festhalle gebaut wurden.“ Neukam war in den Jahren 1974 bis 1976 und 1984 bis 1986 Vorsitzender des Sportclubs.

Aus der im Jahr 1960 mit Marga Nickl geschlossenen Ehe entstammen die Kinder Karin, Marina und Martin. Sie verstarb nach schwerer Krankheit im Jahr 1993. 1995 schloss er mit Marga Emmerling die zweite Ehe. Um ihren Opa trauern auch sechs Enkelkinder. Das Requiem mit anschließender Beisetzung beginnt am Donnerstag, 3.1., um 14 Uhr in der Pfarrkirche.

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