02.08.2019 - 12:24 Uhr
EschenbachOberpfalz

Mehr als nur bepflanzte Flächen

Rankender Wein, farbenprächtige Blumenrabatten, hitzegeschädigte Beete und Grünflächen: Die Teilnehmer an der Besichtigungstour zum Blumenschmuckwettbewerb bekommen nicht nur ein vielfältiges Gartenvergnügen zu sehen.

Für den Blumenschmuckwettbewerb unterwegs: Beim Rathaus beginnt die Besichtigungstour der beiden Gruppen durch Altstadt und Gartenanlagen.
von Walther HermannProfil

In zwei Gruppen machten sich Vertreter von Stadt, Obst- und Gartenbauverein sowie Siedlergemeinschaft auf einen jeweils nahezu dreistündigen Rundgang. Insgesamt 60 Gärten, Vorgärten und Balkone waren von ihren Besitzern für den Wettbewerb gemeldet worden. Den Gutachtern, die sich zwischen Birschlingweg, Großkotzenreuth und Apfelbach bewegten, bot sich trotz der heißen und regenarmen Sommerwochen ein Bild reger und liebevoller Pflanzenpflege.

Vor einigen Jahren hatte Bürgermeister Peter Lehr den Teilnehmern am Wettbewerb bescheinigt, dass sie sich über die unterschiedlichsten Anpflanzungen Medizin für die Seele geholt und gleichzeitig zu einem blühenden Stadtbild beigetragen haben. Diese Aussage hat nach den Erkenntnissen der beiden Gruppen weiterhin Gültigkeit. Denn durch die Art und Weise, wie den heimischen Gartenanlagen durch Flechtwerk, kleine Wasserspiele, gestalterische Rankhilfen und sogar fantasieanregende Mauerstücke besondere und ganz individuelle Noten gegeben werden, können diese durchaus Medizin für die Seele der Besitzer, aber auch der Betrachter sein.

Waren manche Gärten geprägt von pflegeleichter Gestaltung, spiegelten andere wiederum Aktivität und körperliche Betätigung wieder. Pflegeintensive, mit Pflanzen und Stauden abwechslungsreich gestaltete Beete ließen die Betrachter verweilen. Eingebaut in diese Flora waren immer wieder Nutzgärten mit Gemüse und Kräutern, vereinzelt in Hochbeeten.

Wasser ist nicht nur zum Gießen da. Dies bewiesen Mini-Teichanlagen, Fontänen der gar kleine "Bachläufe". Sie lieferten ein reizvolles Bild; ihr Geplätscher verlieh den Gärten ein besonderes Flair. Südländische Pflanztröge, sogar mit Feigen, aber auch Blumenampeln und Weinreben ließen auf umgesetzte Reiseerinnerungen schließen. In Vorgärten stellte beispielsweise Oleander einen freundlichen Willkommensgruß dar.

Wiederholt zeigten die eifrigen Teilnehmer, dass ihnen ihr Garten mehr ist als eine bepflanzte Fläche, die von einem Zaun umgeben ist. Denn in ihrem Gestaltungsbestreben hatten sie Wert darauf gelegt, ihn schön und sinnvoll einzugrenzen und in sich harmonisch zu strukturieren. So wird er zu einem abwechslungseichen, ästhetischen Lebensraum, in dem die Pflanzen ihre volle Wirkung entfalten können und rustikale Dekorationen historische Rückblicke erlauben.

Während in den Gärten oft Leitstauden den Charakter der Beete prägten, steigerten niedrigere Begleitstauden deren Wirkung. „Meine Staudenbeete ersparen mir im Vergleich zu Einjahresblühern viel Zeit und Aufwand und garantieren mir eine längere und größere Blütenpracht“, bekamen die Gutachter wiederholt zu hören. Und immer wieder boten sich ihnen überraschende Blickwinkel, lauschige Ecken und Gartenräume, die ganz nach den jeweiligen Nutzungswünschen geschaffen wurden.

Vor allem im innerstätischen Bereich vermisste die Kommission allerdings Blumenkästen. Sie werden oft als Aushängeschild einer lebens- und liebenswerten Stadt angesehen. In den Eschenbacher Wohnsiedlungen dagegen werteten viele Kästen mit üppiger Blumenpracht die Gebäude auf.

Leitstauden prägen hier den Charakter der Beete.
Kleine Teichanlagen verleihen Gärten ein besonderes Flair.

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