18.05.2020 - 09:29 Uhr
EschenbachOberpfalz

MGS Eschenbach pflegt vielseitige Schulkontakte

Seit vier Jahren streckt die Eschenbacher Markus-Gottwald-Schule ihre Fühler zu Schulen jenseits der böhmischen Grenze aus. Die bisherigen Begegnungen waren vielseitiger Natur.

Am 23. März 2018 beurkundeten im Festsaal des Rathauses Eger die Bürgermeister Peter Lehr und Zdenek Hrlak die Schulpartnerschaft Eschenbach-Eger. Mit im Bild Rektor Wolfgang Bodensteiner (links) und Bezirkstagsvizepräsident Lother Höher.
von Walther HermannProfil

Im Jahr 1618 begann mit dem Prager Fenstersturz der 30-jährige Krieg. 400 Jahre später, am 23. März 2018, beurkundeten im Festsaal des Rathauses der alten Reichsstadt Eger (Cheb) die Direktoren der 4. Grundschule Eger und der Markus-Gottwalt-Schule (MGS) Eschenbach, Miroslav Kriz und Wolfgang Bodensteiner, und die Bürgermeister Zdenek Hrkal und Peter Lehr die Partnerschaft der beiden Schulen. Zeitgleich jährte sich zum 670. Mal die Gründung der Universität Prag. Es war die Zeit unter Kaiser Karl IV., der Beginn des „Goldenen Zeitalters“ Böhmens, das für Eschenbach das Stadtrecht brachte.

Das partnerschaftliche Zeitalter der Schulen von Eschenbach und Eger hatte nach Vorgesprächen bereits im Herbst 2016 mit wiederkehrenden gemeinsamen Aktionen begonnen. Im Februar 2017 fand in Eschenbach mit Sprachanimatorinnen aus Pilsen die Auftaktveranstaltung zum Sprachprojekt „Tandem“ statt. Bereits im April erhielt der „Deutsch-Tschechische Kulturfrühling“ in der Rußweiherstadt Einzug. Schüler der beiden Bildungseinrichtungen schmückten vor der MGS zwei Bäume mit Bändern in den Farben der Flaggen der beiden Länder. Mit den Farbtupfern im öffentlichen Raum wollten sie auf den Kulturfrühling aufmerksam machen. „Die im Wind flatternden Bänder und die sich für den Betrachter mischenden Farben sollen an die Lebendigkeit der deutsch-tschechischen Beziehungen erinnern“, erklärte Rektor Bodensteiner. Dana Pflaum, die Koordinatorin der Schulpartnerschaften Böhmen-Oberpfalz, kündigte an, dass an 34 Aktionstagen an 36 Schulen in der Oberpfalz und in Böhmen 50 Bäume mit bunten Bändern geschmückt werden. In ihrem Gedicht „Freundschaft“ griffen Jugendliche das Ziel der Aktion auf: „Neue Bäume braucht das Land.“ Beim Gegenbesuch im Mai 2017 fuhren Jugendliche der MGS erstmals ins Egerland und schmückten in einer Gemeinschaftsaktion auf dem ehemaligen Gartenschaugelände unterhalb der Burg erneut Freundschaftsbäume.

Vorläufiger Höhepunkt der Kontakte der Schulen war die Besiegelung der Partnerschaft im Beisein von Richard Glombitza von der Regierung der Oberpfalz und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher. Vorangetrieben hatte die Partnerschaft auch die aus Eger stammende Dana Pflaum. Wie der Partnerschaft mit der US-Schule Netzaberg wünschte Bürgermeister Peter Lehr auch dieser eine gedeihliche Entwicklung mit einem „wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung“.

Im März 2018 waren dann Grundschüler der Zakladni Skola („Kleeblatt“-Schule) aus Marienbad zu Gast an der MGS. Sie folgten den Spuren von Kaiser Karl IV.. Dem gemeinsamen Basteln von Osterkörben folgten der Austausch von Osterbräuchen und Bewegungsspiele mit Eierlauf. Wenige Wochen später gingen die Schüler aus Eschenbach und Eger gemeinsam auf Kulturreise nach Pilsen. Im Neuen Theater besuchten sie die Aufführung des Musicals „West Side Story“. „Abenteuer Forschung“ lautete am 17. April ein gemeinsamer Unterrichtstag in Windischeschenbach. Nach Einblicken in die faszinierenden geowissenschaftlichen Phänomene auf unserem Planeten und einem zweisprachigen Vortrag genossen die Schüler ein besonderes: den Schritt auf eine Erdbebenplatte mit einstellbaren Werten Erdbebenstärke.

Malerisch gestalteten die Jugendlichen der beiden Schulen im Dezember 2018 beim Aktionstag „Kultur ohne Grenzen“ in Eschenbach den Begriff „Freundschaft“. Nur einige Tage später besuchte eine andere Altersgruppe die „Kleeblatt“-Schule in Marienbad. Nach einem Imbiss begeisterten in der Turnhalle Bewegungs- und Rhythmusspiele. Noch vor Weihnachten endete das in der böhmischen Bäderstadt begonnene Begegnungsprogramm am Eschenbacher Schulhügel. Die Kontakte nach Marienbad waren nur von kurzer Dauer. Bei der Zakladni Skola handelte es sich um eine Privatschule.

Zu einer dauerhaften Partnerschaft sollen nun Kontakte mit der Grundschule Plesna (Fleißen) am Elstergebirge führen. Der Ort liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Eger. Bei der Volkszählung 1939 hatte Fleißen mit 3008 Einwohnern eine nahezu doppelt so hohe Einwohnerzahl wie Eschenbach. Jenseits der nahen Grenze zum Vogtland liegt das nur etwa vier Kilometer entfernte Radiumbad Brambach. Nach einem ersten Kennenlernen in Fleißen hatten Lehrer und Schüler der MGS ihre neuen Partner im Dezember 2019 zu einem Kultur-, Sport- und Gedankenaustausch zu Gast. Lenka Uschold erteilt an der MGS Sprachunterricht in Tschechisch.

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