06.01.2020 - 13:44 Uhr
EschenbachOberpfalz

Mitreißend und klanggewaltig

Gut ausgestattet mit schönen Stimmen und harmonischer Abstimmung bestechen die Akteure mit viel musikalischer "Weihnachtswürze": Der Eschenbacher Kirchenchor bezaubert zu Orchesterbegleitung mit aufbauenden Wohlfühlmomenten.

Mit der "Missa sub titulo Sancti Leopoldi" bieten der Kirchenchor der Pfarrei St. Laurentius zusammen mit Solostimmen, Streichorchester und Orgel unter der Gesamtleitung von Joachim Steppert (rechts) geistliche Abendmusik mit einer bemerkenswerten Klangfülle.
von Robert DotzauerProfil
Prädestiniert für das weiche Kolorit der Haydnmesse zeigen sich die Gesangssolistinnen Anna Ott (links) und Teresa Trummer.

Neben Wolfgang Amadeus Mozart, der im Jahr 1781 seine Vaterstadt Salzburg verließ, war Johann Michael Haydn (1737 bis 1806) in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der bedeutendste Musiker am fürstbischöflichen Hof in Salzburg. Als dessen Kapellmeister komponierte er als eines seiner bedeutendsten Werke die „Leopoldimesse“ zu Ehren des heiligen Leopoldus, die Haydn mit seinen „lieben Sängerknaben“ zur Uraufführung brachte. Ein Chronist ordnete die Messe mit der Bemerkung ein: „Sie entspricht ganz den Kräften der hoffnungsvollen Zöglinge, die er durch heiteren Sinn und mit sanfter Liebesgewalt an sich fesselte.“

Mit dem Werk innig verbunden fühlte sich am Samstagabend auch Joachim Steppert mit seinem gewaltigen Ensemble: wohl auch deswegen, weil Chor, Solistinnen und Orchester die überzeugende Nachwuchsarbeit des Leiters der Musikschule im Vierstädtedreieck widerspiegeln. Freilich: Dem „hoffnungsvollen Zöglingsalter“, wie Haydn seine Sängerknaben beschrieb, sind Stepperts junge Talente längst entwachsen. Der Kirchenchor- und Musikschulleiter bleibt dem Grundsatz treu, mit eigenen Kräften zu singen und zu musizieren und den engagierten Nachwuchs zu fördern. Ob Solistinnen oder Streicher, bei der Konzertmesse handelt es sich bei ihnen allesamt um ehemalige oder aktuelle Schüler der Musikschule.

Das letzte vollendete Werk Johann Michaels Haydns, die „Missa sub titulo Sancti Leopoldi“, war in dem Festgottesdienst der Gradmesser für geistliche Abendmusik auf bemerkenswertem Niveau. Musikalisch zeichnet sich die Messe durch eingängige Harmonik und Melodik aus. Haydn verband in den Chorpartien Sanglichkeit mit hohem künstlerischen Anspruch und verlangte vom Orchester virtuoses Können.

Melodiös, ja fast fröhlich zeichneten Chor und Instrumentalisten diese Vertonungen nach. Leidenschaftlich und mitreißend gestaltete sich auch der Vortrag der Solostimmen im Gloria und im Credo, einfühlsam das Benedictus und bewegend das Agnus Dei. Leicht und strahlend trafen die Solistinnen Anna Ott und Teresa Trummer gemeinsam mit dem Chor Stimmungen und Poesie des liturgischen Werkes.

Es gingen feine Stimmen zu Werke, die mit dem klanggewaltigen „Dona Nobis Pacem“ - auf Deutsch „Gib uns Frieden“ - im Agnus Dei ihren strahlenden Höhepunkt erreichten und dem innigen Wunsch nach einem friedvollen Zusammenleben Hoffnung gaben. An der Orgel unterstützte Walter Thurn das Streichorchester, das mit weihnachtlich funkelnder Intonation die „Missa sub titulo Sancti Leopoldi“ bereicherte. Den Dankesworten von Stadtpfarrer Thomas Jeschner folgte langanhaltender Beifall der Gottesdienstbesucher.

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