Eschenbach
17.04.2020 - 14:02 Uhr

Möwen lieben auch Feldnahrung

Knapp bemessen ist das Futterangebot für die Möwenkolonie am Großen Rußweiher. Die Folge davon begleitet zu Zeiten der Ackerbestellung in weitem Umkreis Generationen von Landwirten optisch und akustisch.

Auf heimischen Äckern ist der Tisch für die Obersee-Möwen reich gedeckt. Bild: rn
Auf heimischen Äckern ist der Tisch für die Obersee-Möwen reich gedeckt.

Große Schwärme von Möwen fallen gierig auf frisch gepflügte Ackerstreifen ein.

Aufzeichnungen über die Lachmöwe als auffälligste Erscheinung im Rußweihergebiet reichen bis ins Jahr 1626 zurück. Damit zählt Eschenbach zu den ältesten Kolonien Bayerns. Aufgrund seiner Bedeutung als Vogelbrutgebiet wurde der Obersee bereits 1937 vorläufig als Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Großer Rußweiher“ festgesetzt.

Da man damals über eine Intensivierung der Fischzucht nachdachte, die in der Schutzverordnung verboten wurde, kam es zu heftigen Diskussionen. Auch die Einschränkung von Jagd, Schilfmahd und Torfabbau sorgten wegen der zu erwartenden finanziellen Verluste für Ablehnung. Dennoch wurde die Unterschutzstellung durchgesetzt.

Endgültig ausgewiesen und zugleich vergrößert durch Paulus- und Rußlohweiher sowie einige angrenzende Waldflächen wurde das Naturschutzgebiet im Jahr 1951. Seine jetzige Größe erhielt das Areal „Eschenbacher Weihergebiet“ 1989, als ihm auch Häusel-, Buchfelder-, Strass-, Schlammersdorfer, Kulmberg-, Stock-, Böller-, Schwarz- und Fußweiher zugeschlagen wurden. Möwen, die in der Vergangenheit mehrmals ihre Brutplätze gewechselt haben, sind seit Jahren jedoch nur mehr am Obersee, dem Großen Rußweiher, zu Hause.

 
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