17.02.2020 - 11:26 Uhr
EschenbachOberpfalz

Närrischer Nachmittag als Freudenspender

Hochstimmung herrscht im Kleintierzüchterheim. Das Zwitschern von Kanarienvögeln ersetzen die Senioren, als sie mit kräftigen Schlucken aromareiche Destillate genießen und Prinz Karneval hochleben lassen.

Das Betreuerteam um Vorsitzende Maria Förster (rechts) sowie die "Hausmusik" mit Werner und Gerd (von links) bereiten den Senioren einen heiteren, geselligen und unterhaltsamen Nachmittag.
von Walther HermannProfil

Die Faschingsveranstaltung des Seniorenclubs ist stets ein besonderer Freudenspender. Bereits der gesangliche Auftakt lieferte den Vorgeschmack auf einen heiteren, geselligen und sehr unterhaltsamen Nachmittag, dem die Vorbacher Musikanten Gerd und Werner musikalische Würze verliehen. Nach der Melodie „Einmal am Rhein“ schmetterte der große gemischte Chor: „Oimal im Joahr, dou feiern mir Fasenacht, dou wird geschunkelt und gelacht, dou pfeifn mir auf den Komfort, dou schwebn närrisch mir empor, dou geht’s heit rund, ja des is woahr, singt der ganze Saal im Chor.“

Das Betreuerteam mit Vorsitzender Maria Förster an der Spitze hieß die Besucher, unter ihnen dritten Bürgermeister Klaus Lehl und Pfarrer Thomas Jeschner, mit Sekt und Orangensaft willkommen und trug seine Willkommensgrüße unter Musikbegleitung in Versform vor. Die Gstanzlrunde fand einen spontanen Nachahmer: „Des Eschenbacher Wasser is teierer wei Milch, drum füll i mei Bodwanna nur mit Milch.“ Nicht minder spontan reagierte das Musikantenduo mit „Jeder Tag bringt neue Hoffnung, jeder Tag bringt neues Glück“.

"Aufklärung" im Sketch: Es eilt, denn der Bub muss zum Militär.

Eine gewisse Spannung kam auf, als ein Szenenspiel zur „Aufklärung“ angesagt war. Es ging um Sepp, der zum Militär einrücken und in die Welt hinaus musste, sich aber doch „mit den Frauen nicht auskennt“. Die Mama bedrängte den Papa eindringlich, den Buben aufzuklären. Der Vater wandt sich in Gedankenspielen, wie das wohl geschehen soll – bis der Bub eintrat, in kurzen Lederhosen und Wadelwärmern. Die für die Mama sehr erleichternde "Aufklärung" folgte: „Nicht das Christkind bringt zu Weihnachten eine warme Unterhose, sondern Witt Weiden.“

Von Beifallsstürmen begleitet war der Auftritt der Krümelgarde der Faschingsgesellschaft, die nicht ohne Zugabe den Raum verlassen durfte. Die Gelenkigkeit jungen Tänzerinnen kommentierte Maria Förster bewundernd mit: „Da könnten wir uns eine Scheibe abschneiden.“ Die Glückwünsche an die Geburtstagskinder der zurückliegenden Wochen erfolgten bei einem stimmgewaltigen Kanon, der in Schunkelrunden mit Aufrufen zu vielen "Glaserln" Wein überging.

Die Krümelgarde darf nicht ohne Zugabe den Raum verlassen.

Bei einem weiteren theatralischen Szenenspiel kniete ein reuiger Sünder vor dem Pfarrer und bekannte eine Strafhandlung dem Nachbarn gegenüber: Wegen dessen "Milipantscherei" hatte er eine „Sau aus’m Stall rausg’stohln“. Dem Rat des Pfarrers auf Rückgabe konnte er nicht nachkommen, „weil’s scho im Kamin hängt“. Als der Geistliche eine stille Entschädigung mit 100 Euro vorschlug, kramte der Sünder mehrere Scheine aus seiner Tasche und erklärte sichtlich erleichtert: „Dou, Herr Pfarrer, hom's des Geld.“ Der Beichtbruder hatte auf 300 Euro aufgestockt: „Dann hol i heit Nacht dei zwoa andern a nu.“

Der heitere Nachmittag endete mit Farmerbraten, einem Verdauungsschluck, dem Wiedersehenslied des Clubs und der Ankündigung Försters: „Am Freitag, 6. März, treffen wir uns um 12 Uhr zum Fischessen auf der Holzmühle.“

Der reuige Sünder hat eine "Sau ausm Stall rausg'stohln".
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