12.11.2018 - 17:33 Uhr
EschenbachOberpfalz

Narren schwingen das Zepter

Der Rathaussturm ist erfolgreich: Das Prinzenpaar der Eschenbacher Faschingsgesellschaft, Lisa I. und Sebastian I., regiert nun die Rußweiherstadt. Mit Stimmungsmusik und "Helau"-Rufen beginnt vor dem Rathaus die fünfte Jahreszeit.

Der Abend bricht herein und die EFG zum Sturm auf das Rathaus auf.
von Walther HermannProfil

Initiator des mitreißenden Spektakels war die Eschenbacher Faschingsgesellschaft (EFG). Angeführt von Faschingsidol Elisabeth Eißner, ihrem Mann Markus als Zeremonienmeister und der Stadtkapelle zogen die drei Garden, die "Ladykracher", die "Rußweiber", der Elferrat und die Prinzenpaare über den Karlsplatz zur "Rathausburg". Viel Fußvolk begleitete den Sturmlauf, der gar von "Kölle-Alaaf"-Rufen aus Obergeschossen angefeuert wurde.

An der Rathaustreppe nahmen die EFG-Mitwirkenden Aufstellung und demonstrierten so ihren Machtanspruch. Als Herold verkündete Reinhard Gebhardt unmissverständlich: "Liebe Narren, es ist wieder so weit, das Rathaus zu stürmen sind wir bereit." Bürgermeister und Stadträten rief er zu: "Von ihren Ämtern werden wir sie entheben, als Strafe für ihr Lotterleben. Ab heute werden wir regieren und mit starker Hand das Zepter führen."

Gebhardt zeigte sich zuversichtlich, dass die beiden Prinzenpaare bis Aschermittwoch durchhalten werden. Voller Hochachtung wandte er sich an das seit Jahren bewährte EFG-Team und stellte es dem überaus großen Tross am Rathausbrunnen vor. Für den zweiten Teil des Sturmlaufs kündigte er ein Feuerwerk aus Fantasie, Darbietung und Bewegung "beim Scherm-Karl" an.

Nach donnernden Schlachtrufen durfte die Frage "Was wären wir ohne Elisabeth Eißner?" nicht fehlen. Wie "eine Trompete ohne Klang", "ein Auto ohne Gang" oder "ein Sommer ohne Sonnenschein", lauteten dann die Antworten des Redners. Gebhardt bescheinigte ihr immer neue Ideen und ein "Anschieben mit Windstärke zehn". Der Feuerwehr dankte er für ihren alljährlichen Einsatz beim Rathaussturm sowie der Stadtkapelle für die hervorragende musikalische Unterstützung.

"Angekommen sind wir, die Narrenschar. Angekommen wie in jedem Jahr, erstürmen das Rathaus, ergreifen die Macht." Mit diesem verbalen Endspurt zum Sturmlauf wandte sich Elisabeth Eißner an Bürgermeister Peter Lehr. Dieser zeigte sich gespannt, wonach den Narren der Sinn steht. Eißner konterte sein Geplänkel mit Versen von Hoffmann von Fallersleben und fragte dann Prinz Sebastian I., ob er mutig vorangehen werde. Vollmundig erklärte dieser: "Prinzessin Elisabeth, an deiner Seite hold, steht der 'Prinz 10 000 Volt'."

Auch das Kinderprinzenpaar Emma und Johannes erklärte sich bereit zum Feiern und verkündete: "Wir haben was zu melden, denn wir sind ja Fußballhelden. Und nach dem Spiel da geht's hoch her, da wird gefeiert mehr und mehr." Zum Finale wagte Elisabeth Eißner mit Blick auf die Zukunftskugel schließlich die Prognose, dass "bald nix mehr so ist, wie es mal war", und kündigte an: "Wir regieren hier vor Ort, nun Peter mache dich hinfort." Der so Angesprochene gab sich geschlagen und wünschte bunte Faschingstage.

Dies und donnernde "Helau"-Rufe waren schließlich das Signal zum Aufbruch "zum Scherm-Karl". Vor vollem Haus forderte Elisabeth Eißner dort letztmalig: "Nun denn Peter, rücke schnell heraus den Schlüssel für das erstürmte Haus. Mit einer Spende obendrein wollen wir zufrieden sein. So können wir zur Tat nun schreiten, mit Musik und Tanz euch Freude bereiten."

Das Publikum im Saal begeisterten im Anschluss tanzend die Krümelgarde mit "Schokolad", die Prinzengarde mit "Jahrmarkt des Lebens", die Ladykracher mit "Feuchter Mission" und "Feiern ohne Ende" sowie die "Rußweiber" mit Akrobatik und Ballett zu einem klassischen Medley. Nach den Ordensverleihungen setzte sich das Feiern fort, bis das magische Datum 11.11. erreicht war.

Aufstellung der närrischen Gesellschaft vor dem Rathaus.

Den Schlüssel der Stadt und eine Spende für den "Jahrmarkt des Lebens" übergibt Bürgermeister Peter Lehr an Sebastian I. und Lisa I.

Die Prinzengarde zeigt ihren neuen Gardetanz.

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