Mit imponierenden Zahlen wandten sich Jagdpächter und Vorstand in der Jahreshauptversammlung an die Mitglieder der Jagdgenossenschaft. Für Jagdvorsteher Georg Karl war der mit circa 11 700 Euro „sehr umfangreiche Wegebau“ besonders berichtenswert. Seine Hoffnung war es, dass die gründlich instandgesetzten Wege „nun möglichst lange halten werden“.
Mit Blick auf die relativ geringen Schäden durch Schwarzwild zeigte er sich froh darüber, „noch in einem relativ glücklichen Gebiet“ zu leben. Nach ersten Informationen zum Verhalten beim Auftreten der Schweinepest dankte Karl den engagierten Jägern für ihren Beitrag zum Schutz von Rehkitzen.
„Die Einnahmen aus dem Verleih des Holzspalters sind zwar zurückgegangen, liegen aber immer noch im Schnitt der vergangenen Jahre“, teilte er mit und informierte über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, mit der sich die Jagdgenossenschaft gegen jedwede Risiken und Ansprüche wappnen will. An die Mitglieder richtete er den Appell, einen erkennbaren Bedarf an Wegesanierung zu melden.
Einblicke in die Finanze gab Richard Ficker. Den Rückgang der Rücklagen begründete er mit den erhöhten Aufwendungen für den Unterhalt der Wege in den Fluren der Mitglieder.
Seitens der Jagdpächter blieb Martin Gottsche beim Thema "Wegebau" und übte Kritik am Verhalten übereifriger Landwirte. Er rief diese dazu auf, nach Sanierungsmaßnahmen „nicht gleich wieder drüber zu ackern“. „Schotter im Acker bringt nichts“, hielt er den Übeltätern vor, sprach von dadurch geschaffenen Entwässerungsproblemen und forderte zur Rücksichtnahme auf.
Den Schwarzkitteln bescheinigte Gottsche Aktivitäten während des gesamten Jahres. Als „noch nie dagewesen“ bezeichnete er die erlegte Zahl von 41 Wildscheinen in seinem Revier. Den Grund dafür sah er in der geänderten Jagdtaktik mit Nutzung von Wildkameras, deren Bilder aufs Handy überspielt werden, und von Nachsichtgeräten. Seine Nachricht, wonach die Fluren in den beiden zurückliegenden Monaten schadenfrei geblieben sind, ergänzte er mit der Vorhersage: „Das wird sich bald wieder ändern.“
Der Forstmann wandte sich auch der Klimaveränderung zu und nannte einen Winter ohne Schnee „verheerend“. Folge sei, dass das Wild nicht mehr aus den Wäldern austrete und sich „unkonstanter“ verhalte. Zur drohenden afrikanischen Schweinepest berichteter er von einem „Runden Tisch“ in Weiden, bei dem Szenarien durchgespielt wurden, die auch ein Ernteverbot und weitere Verordnungen enthalten.
Kritik übte der Jagdpächter am Freizeitverhalten mancher Zeitgenossen, und zeigte kein Verständnis dafür, wenn diese in der Dunkelheit „mit Lampe und Hund“ durch Wald und Flur liefen. In der Verdoppelung des Beitrags zur Berufsgenossenschaft sah er eine Belastung, Änderungen im Waffenrecht wertete er als "Bestrafung" für die Jäger. Wenig hielt er zudem von der „Nachtbewirtschaftung“ der Landwirte. Dass sich die „Sichtbarkeit des Wildes“ deutlich verändert hat, schrieb er Wolf und Luchs zu, die sich etabliert hätten.
Auch Bebauungsmaßnahmen wirkten sich auf Wild und Jagd aus, sagte Gottsche und begründete dies mit der Verringerung der Jagdfläche und der Erweiterung der Sicherheitsabstände. „Die Reviere werden verkleinert und zerstückelt“, mahnte er an.
Unter Hinweis auf die in absehbarer Zeit einsetzende Mahd rief der Waidmann die Landwirte dazu auf, vor derartigen Maßnahmen die Jagdpächter zu informieren. Gleiches sei bei Wildschwein-Aktivitäten erforderlich. Nach einem Appell zur Anlage von Schießschneisen im Mais bedankte sich Gottsche für die hervorragende Zusammenarbeit und rief zu einem „Weiter so“ auf.
Von „nur“ 40 erlegten Schwarzkitteln in seinem Revier berichtete Jagdpächter Toni Ackermann. Die schwieriger gewordene Jagd begründete er mit dem Auftreten des Wolfes. Er beklagte die sich dadurch ergebende Rudelbildung des Wildes, die das Schießen sehr einschränke.
„Wir wollen als Waidmänner das Verletzen von Tieren ausschießen“, versicherte der Pächter des Jagdbogens I. Mit Rudeln von bis zu 30 Wildschweinen sah er zugleich ein erhöhtes Schadensrisiko verbunden.
Die Jagdgenossen wählten im Anschluss Markus Stopfer zum Datenschutzbeauftragten und sprachen sich bei einer Stimmenthaltung dafür aus, den Jagdpachtschilling weiterhin für den Wegebau zu verwenden. Aus Kosten- und Haltbarkeitsgründen wurde das Aufbringen einer Bitumenschicht für wenig sinnvoll gehalten.
Von einer derartigen Maßnahme riet auch dritter Bürgermeister Klaus Lehl ab. Zu eventuellen Fördermaßnahmen gab er zu bedenken, dass diese mit gewissen Kriterien, Auflagen und Haftungsrisiken verbunden sind. „Wenn’s an Zuschuss gibt, des taugt nix“, lautete daher ein spontaner Zwischenruf.
Kritik wurde auch am zurückhaltenden Schießen von Wildschweinen in Nachbarrevieren laut. Lehl dankte in seinem Grußwort für die gute Zusammenarbeit von Stadt, Jagdgenossenschaft und Jägern, sah in Martin Gottsche ein allseitiges Bindeglied und signalisierte weitere Unterstützung.













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