Die Informationen und der Appell von Wildlebensraum-Berater Balduin Schönberger tragen Früchte. Der Mitarbeiter des Landwirtschaftsamts Amberg hatte bei der Versammlung der Jagdgenossenschaft im März diesen Jahres den Artenschutzreport 2015 vorgestellt. Er hatte damals angeprangert, dass viel Saubermachen die Natur kaputt macht und im Strukturwandel der Landwirtschaft das Hauptproblem gesehen. Unter Hinweis auf die großen Möglichkeiten der Landwirte zur Lebensraumgestaltung in der Natur hatte er mit Bild-Beispielen dazu aufgerufen, Feldraine, Steinhaufen, Graswege und Blühflächen zu schaffen. Sein Aufruf "Wenn der Staat schon Fördermöglichkeiten anbietet, sollten wir einen Beitrag zum Erhalt des Planeten leisten" blieb dabei nicht ungehört.
Wie von Jagdpächter Martin Gottsche zu erfahren war, wurden im Gemeinschaftsjagdrevier Eschenbach II mehrere Hektar, verteilt auf 20 Einzelflächen, zu Blühflächen umgestaltet. Nach seinen Beobachtungen haben sich diese Flächen als Rückzugsmöglichkeit für die Tierwelt bewährt. Genutzt werden sie nicht nur von Hasen und Rebhühnern als Einstandsangebot.
"Sie werden von Insekten, Wildbienen, Schmetterlingen und Hummeln als Lebensraum geschätzt", versichert Gottsche und spricht von einer faszinierenden Schmetterlingsvielfalt mit Kohlweißling, Zitronenfalter, Fuchs, Pfauenauge, Admiral, Schwalbenschwanz, Aurorafalter und Trauermantel. Nach diesem ersten Erfolgserlebnis hoffen die Eschenbacher Jagdpächter auf die Fortsetzung der Förderangebote. Den Blühflächen bescheinigt Georg Karl eine Grundlage mit ausgewählter Samenmischung. "Mit ihr wird ein Blüten- und Samenangebot erreicht, das sich über mehrere Monate erstreckt", betont der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft. Er spricht von Samenanteilen wie Buchweizen (12 Prozent), Flachs, Gartenkresse, verschiedenen Kleesorten, Koriander, Lein, Ringelblume und Sonnenblumen, die auch im Herbst noch Blüten zeigen.
Er erhofft sich noch mehr Teilnehmer am Projekt "Lebensraum", das dem Niederwild besonders in der vegetationsarmen Zeit Deckungsmöglichkeit bietet. Das gleiche Angebot sieht er im Anbau von Zwischenfrüchten nach der Maisernte. Entgegen früheren Gepflogenheiten gebe es in den Herbst- und Wintermonaten nunmehr "weniger nackte Flächen" in der heimischen Flur.

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