17.05.2019 - 15:23 Uhr
EschenbachOberpfalz

Pharmazie, wie sie früher war

Karlheinz Keck ist nicht nur Vorsitzender des Heimatvereins. Als Sohn eines Apothekers kennt er die Geschichte der Pharmazie in Eschenbach. Zur Eröffnung der Ausstellung blickt er zurück auf die Historie der Apotheken in der Stadt.

Inhaber der Schug-Apotheke Hubert Schug, Vorsitzender des Heimatvereins Karlheinz Keck und Stefan Weidinger von der Stadt Apotheke (von links) freuen sich über die Eröffnung der Ausstellung „Pillen, Pasten und Tinkturen – 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach“.
von Stefan NeidlProfil

200 Jahre Stadtapotheke - Heimatvereinsvorsitzender Karlheinz Keck wirft einen Blick zurück auf die Geschichte der Pharmazie in Eschenbach. "Es war eine Zeit des Wandels, als am 26. Dezember 1819 Severin Moser die Erlaubnis zur Gründung einer Apotheke erhielt."

Insgesamt habe Eschenbach 14 Apotheker im Laufe der Zeit beheimatet. "Manche blieben länger, andere waren gleich wieder weg", erzählt Keck den etwa 50 Gästen zur Eröffnung der Ausstellung „Pillen, Pasten und Tinkturen – 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach“. Viele Antiquitäten haben sich im Museum "Beim Taubnschuster" angesammelt. Sie alle zeugen von Geschichte, Vergangenheit und Wissenschaft.

"Apotheker waren schon immer traditionsbewusst", betont Keck. Als Beispiel nennt er Theodor Fontane Agatha Christie, die nicht nur begnadete Schriftsteller, sondern eben auch Apotheker waren. Umso erfreulicher, wenn aus dieser Tradition einmal ausgebrochen wird und etwas Neues, Unerwartetes entsteht. Denn kaum ein Produkt ist wohl bekannter als ein schief gegangenes Experiment, bei dem der Amerikaner und Pharmazeutiker John Pemberton etwas suchte, um Kopfschmerzen zu lindern und stattdessen die Coca Cola fand.

Auch prägten die Apotheker das gesellschaftliche Leben in Eschenbach. Thomas Schedl spendete um 1860 einen fünfstelligen Betrag für die Armen der Gemeinde. Noch heute ziert eine Gedenktafel zu seinen Ehren davon. Kecks Vater war selbst Apotheker. Er erinnert sich noch gut: "Mein Vater hatte keine sechs-Tage-Woche, sondern sperrte selbst Sonntagvormittag auf, damit die Bürger nach dem Gottesdienst ihre Arzneien holen konnten."

Die Eschenbacher Apotheken waren und sind auch ein Ort des Zusammenkommens. "Jederzeit stehen die Türe offen und man findet einen Gesprächspartner, der einem in mancher Notlage weiterhilft, auch ohne großen finanziellen Einsatz. Schon Johann Wolfgang von Goethe schätzte seinen Apotheker sehr, mit dem er regelmäßig seine wissenschaftlichen Erkenntnisse diskutieren konnte und wo er täglich sein Tränklein bekam, als er älter wurde und doch nicht von den Fräuleins lassen wollte", erzählt Keck.

Der Vereinsvorsitzende schließt seine Rede mit einem Zitat des Verseschmieds Eugen Roth: "Es lobt darum ein weiser Seher

Der Säftleinmischer, Pillendreher

Uraltes, heiliges Geschlecht,

Das zwar nicht billig – aber recht!“

Vorstand Karlheinz Keck begrüßt zahlreiche Gäste zur Ausstellungseröffnung.
Info:

Die Ausstellung „Pillen, Pasten und Tinkturen – 200 Jahre Pharmazie in Eschenbach“ ist bis zum 22. September zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr und mittwochs von 15 Uhr von 17 Uhr. (sne)

So sah die Stadtapotheke einst aus
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