27.07.2020 - 11:18 Uhr
EschenbachOberpfalz

Rauswurf beendet Kindergartenzeit

Seit Monaten geisterte der Name „Schuwidu“ durch den Städtischen Kindergarten. Am vergangenen Freitag erlebte er einen gestalterischen Höhepunkt.

Lächelnd akzeptiert der baldige Abc-Schütze den Rauswurf aus dem Eschenbacher Kindergarten.
von Walther HermannProfil

Hinter der Abkürzung "Schuwidu" verbirgt sich die Kurzbezeichnung für die Vorschulgruppen, deren Angehörigen angekündigt ist: "Schulkind wirst du". Das anstehende Rauswurf-Zeremoniell fand bei Klein und Groß viel Anklang. Bereits vor der Veranstaltung richteten die Eltern im Vorgarten der Tagesstätte einen Balken auf, den Steinfüße der Kinder zieren.

Im Hof machte zwischen zwei langen Bankreihen eine dicke Matte auf sich aufmerksam, vor der sich schnell reges Leben einstellte. Sybille Götz ließ auf den Bänken alte und neue Schuwidus Platz nehmen, hieß Eltern als Ehrengäste willkommen und sprach von einem ereignisreichen Jahr, das nun zu Ende geht. Sie sah es den Kindern an, dass sie aufgeregt sind – weil sie rausgeschmissen werden. Sie kündigte ihnen einen neuen Weg mit vielen Entdeckungen an.

Für den Rauswurf hatten die Erzieherinnen mit den Kindern ein Lied „Der Kindergarten ist nun aus“ mit dem Refrain vorbereitet: Der ganze Kindergarten brüllt, wir wünschen euch viel Glück. Ernst wurde es nun für die Bienen- und Igelgruppe. Einzeln traten die angehenden Abc-Schützen an die Matte, wo sie zwei Erzieherinnen an Händen und Füßen fassten und zum Schaukeln begannen. Die Umstehenden riefen dazu: „Ene mene mu und raus fliegst du!“ Jeder Flug war stets mit viel Applaus verbunden.

Nach der Übergabe von Geschenken an die Erzieherinnen wandte sich die Carolin Ulm als Sprecherin der Eltern in Versform an die Runde. Sie erinnerte an wichtige und wertvolle Kindheitstage, die die Kinder erlebt haben, und sprach von Erinnerungen, die bleiben werden. Aktuell wurde sie mit dem Bekenntnis: „Zu schätzen wissen wir gerade dieses Jahr noch einmal mehr, was ein Elterndasein ohne Kindergarten wär. Die Corona-Pandemie hat uns vor Herausforderungen gestellt, und 2020 gezeigt was passiert, wenn die Kinderbetreuung ganz ausfällt.“ Unter Hinweis auf die im März verfügte Schließungszeit räumte sie ein: „Glücklich sind wir über die Möglichkeit des Abschieds heute, ihr seid nicht einfach nur ein paar Leute. Ihr seid Menschen und Erzieherinnen mit Herz und Seele, ohne euch etwas im Leben unserer Kinder würde fehlen.“

Auf besondere Art und Weise wollten die Eltern ihren Dank ausdrücken. Jeder Luftballon, den die Kinder steigen ließen, bedeutete einen persönlichen Dank. Unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen hielt der Elternbeirat im Garten der Tagesstätte nun Getränke und uns Snacks bereit.

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