10.02.2020 - 12:29 Uhr
EschenbachOberpfalz

Rente Thema beim SPD-Vortragsabend in Eschenbach

Thomas Ott bedankt sich bei Brigitte Scharf für ihren Vortrag zu dem schwierigen Thema "Rente".
von Walther HermannProfil

Die Grundrente war Thema beim Vortragsabend in der Zoiglstube in der Oberen Schlossgasse. Brigitte Scharf, Beraterin bei der deutschen Rentenversicherung, erklärte den Zuhörern aus Eschenbach und Umgebung unser „einfaches Rentensystem“. SPD-Ortsvorsitzender Thomas Ott, der zu dem Abend eingeladen hatte, räumte ein, dass trotz der von der SPD erreichten Grundrente „noch viele Fragen zur Rente anstehen“, und versprach einen kurzweiligen Abend.

Trotz der eher trockenen Materie kündigte Scharf mit der Aussage „Rentenberechnung ist schöner als ,Tatort'“ einen spannenden Abend an. In der Grundrente, wie sie die SPD vor etwa einem Jahr angestoßen habe, sah die Bezirksrätin einen „großen Schritt gegen soziale Ungerechtigkeit“ und eine „Respektleistung“ allen Arbeitnehmern gegenüber, die mindestens 35 Versicherungsjahre nachweisen können.

Wenig angetan zeigte sie sich jedoch von der „Groko-Version“. Als Folgen nannte sie Einkommensprüfungen und die Einführung von Freibeträgen, was einen hohen Verwaltungsaufwand und enorme Mehrkosten nach sich ziehe. Verbunden mit dem Kompromiss des neuen Modells sei nun die Möglichkeit, die Grundrente bereits nach nur 33 Versicherungsjahren erhalten zu können, eingeführt worden.

Scharf beanspruchte ihre Zuhörer auch mit zahlreichen Rechenbeispielen, um ihnen anrechenbare Punkte zu vermitteln. Als Bezugsberechtigung setzte sie stets 28 Punkte voraus, die aus Lohnbezügen, Versicherungsjahren und Anzahl der Kinder errechnet würden. Heiterkeit machte sich breit, als sie einer Interessentin bei einer groben Ermittlung der bisher erreichten Rentenpunkte den Rat gab: „Wie wär’s? Sie brauchen noch ein Kind.“ „Die Neuregelung wäre sozial, wenn nicht mit dem eingeführten Zuschlag die Ehepaargrenze überschritten wird und dadurch ein Abzug erfolgt“, kritisierte Scharf mit Nachdruck und nannte Beispiele.

„Arbeitsende muss nicht zugleich Rentenbeginn sein“, leitete Scharf schließlich zur „Flexirente“ über, die die Möglichkeit bietet, bis zu 6300 Euro brutto im Jahr dazuzuverdienen. Aufmerksamkeit weckte die Referentin mit ihren Betrachtungen zu den neuen Regelungen für Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Falls Vermögen und Altersbezüge eines Betroffenen nicht zur Deckung der Heimkosten ausreichen, könnten Kinder künftig nur dann zu Beitragsleistungen herangezogen werden, wenn ihre Bruttobezüge im Jahr 100.000 Euro überschreiten würden. Scharf folgerte daraus, dass die Regierungsbezirke zunehmend für die Deckung der Heimkosten aufkommen müssten. Zur Finanzierung ihres Haushalts seien diese jedoch gezwungen, von den Landkreisen eine erhöhte Bezirksumlage einzufordern. Am Ende der Finanzierungskette sah Scharf die Kommunen. „Ihnen steht eine Erhöhung der Kreisumlage bevor“, versicherte sie und räumte ein, dass eine Rentenerhöhung in einem ersten Schritt zur Entlastung der Bezirke führe.

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