29.09.2020 - 15:12 Uhr
EschenbachOberpfalz

Rußweiher als Lebenselixier

„Der Rußweiher hat mir ein langes Leben beschert“, scherzt Christine Schulz. Im gesegneten Alter von 98 Jahren bricht die betagte, aber rüstige Dame ihre Zelte dort jedoch ab.

Im hohen Alter von 98 Jahren sagt Dauercamperin Christine Schulz dem Rußweiher-Campingplatz Götz Ade. Seit 1972 gehörte sie zum familiären Camperstamm. Im Bild (von links) die Platzeigentümer Günter und Leni Götz, Enkelin Elke Bauernschmitt, Christine Schulz, Sohn Klaus Jäger und Bürgermeister Marcus Gradl.
von Robert DotzauerProfil

Seit fast 50 Jahren gehörte Christine Schulz als Dauercamperin zum Stamm des Rußweiher-Campingplatzes Götz: Eine schöne Zeit, wie sie bestätigt.

Das regelmäßige Baden und Schwimmen im größten Naturmoorbad Nordbayerns habe ihr gut getan, erklärt Schulz. Noch im Alter von 95 Jahren habe sie das tägliche Schwimmen im Rußweiher genossen. Ihre für 98 Lenze relativ gute Fitness führt sie auf die erholsame Zeit am Rußweiher inmitten vieler Gleichgesinnter zurück: „Ich fühlte mich wie in einer großen Familie.“

Ein dickes Lob richtete die Dauercamperin beim Abschiednehmen an Magdalena und Günter Götz. Schulz berichtete von einer beispiellosen Hilfsbereitschaft und Herzenswärme der Platz-Eigentümer. Deshalb sei ihr und ihrem Ehemann, der bereits 1983 verstarb, die Idylle auf dem Campingplatz Götz jeweils von April bis September eines jeden Jahres zur zweiten Heimat geworden.

Am Wochenende hieß es für Christine Schulz, sprichwörtlich die Zelte am Rußweiher abzubrechen. „Es zwickt da und dort; nach einer Hüft- und Schulteroperation lässt die Beweglichkeit viele Wünsche offen“, begründet sie ihren Rückzug als passionierte Camperin mit erstem Wohnsitz in Nürnberg.

Der wohnliche und geräumige Wohnwagen bleibt einschließlich Vorzelt vor Ort. Als Nachnutzerin wird Enkeltochter Elke Bauernschmitt aus Bamberg einziehen. So bleibt die Camping-Tradition in der Familie, zumal auch Sohn Klaus in der Nachbarschaft campiert.

Zum Abschiednehmen waren Leni und Günter Götz sowie Bürgermeister Marcus Gradl gekommen, um einer leidenschaftlichen Camperin Lebewohl zu sagen. Mit der Überreichung von Orchideen verband der Bürgermeister den Wunsch nach weiteren rüstigen Jahren und gelegentlichen Besuchen an einem der schönsten Fleckchen der Oberpfalz.

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