17.04.2019 - 14:42 Uhr
EschenbachOberpfalz

Schlammlöser in den Rußweiher eingebracht

Der Rußweiher bekommt seine zweite Kur mit dem Schlammlöser "Schlixx". Zwei Tage lang bringt die Firma Söll das Mittel an den betroffenen Stellen ein. Nun heißt es abwarten, ob der gewünschte Effekt eintritt.

Zwei Tage lang herrschte auf dem Rußweiher reger "Schiffsverkehr"
von Walther HermannProfil

Das Boot des Unternehmens aus Hof lichtete am Dienstag beim Hexenhäusl die "Anker". Die Mannschaft hatte den Auftrag, 7,5 Tonnen des hochwirksamen mineralisch-biologischen Produkts zu injizieren. Im Gegensatz zur Arbeitsweise der ersten Aktion im September 2016, als ein Rohrstab zum Einbringen des Schlammlösers "Schlixx" verwendet wurde, gleicht das jetzige System dem Einbringen von Dünger in der Landwirtschaft.

Effizienter und zugleich einfacher ist die GPS-überwachte und teilautomatisierte Arbeit dadurch geworden, dass auf einem Tablett nicht bediente Stellen erkennbar gemacht werden oder ein Nacharbeiten empfohlen wird. Das Einbringen des Produkts gestaltet sich dadurch sehr einfach und wenig zeitintensiv. Denn bereits am heutigen Donnerstag wird das Unternehmen den Rußweiher bereits wieder verlassen.

Mitbeobachtet wird die Schlammkur als umfassendes Gewässermonitoring-Programm vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden. Obwohl die Firma damit wirbt, dass "Schlixx" auch bei privaten Badegewässern eingebracht werden kann, hat das Gesundheitsamt als vorbeugende Maßnahme ein zweimonatiges Badeverbot verfügt. Ein Mitarbeiter aber erklärte, dass manche Inhaltsstoffe von "Schlixx" sogar in Babypuder und Kosmetikprodukten enthalten seien. Es könne daher von keiner akuten, nur von einer abstrakten Gefährdung ausgegangen werden.

Bei "Schlixx-Plus" handelt es sich um ein mineralisch-biologisches Produkt für die ökologische Sanierung von Gewässern aller Art. Seine Komponenten machen das Mittel hochwirksam gegen organische Gewässerschlämme und Ablagerungen.

Sein mineralischer Bestandteil oxidiert die Sedimentschicht am Grund mit Hilfe von Aktivsauerstoff direkt. Zusätzlich beginnen hochaktive Mikroorganismen umgehend nach der Einbringung ins Gewässer mit dem Abbau von organischem Schlamm, Ablagerungen und Mulm. "Schlixx-Plus" sei eine umweltverträgliche und kostengünstige Alternative zu allen anderen Methoden der Schlammentfernung und habe sich sogar in Gewässern für die Speisefischzucht bewährt, teilte das Unternehmen mit.

Zu den vielen Effekten, die das Unternehmen beschreibt, gehört auch das Binden der bei der Oxidation freigesetzten Nährstoffe zu dem wasserunlöslichen Mineral Apatit, mit dem einer Massenvermehrung von Algen vorgebeugt wird. Hinzukommt eine gesteigerte mikrobiologische Aktivität, Phosphatbindung und die Verhinderung von Fäulnisprozessen.

Bürgermeister Peter Lehr geht davon aus, dass die derzeitige Aktion eine bessere Wirkung zeigt als im Herbst 2016. Damals habe das einige Wochen später erfolgte Ablassen des Obersees negative Auswirkung gehabt. Jetzt könne die Wirkungszeit besser genutzt werden. Der Bürgermeister ist davon überzeugt, dass der Erfolg der Aktion beim Abfischen des Rußweihers im Herbst 2020 erkennbar werde. Bei den Campern zu beiden Seiten des Rußweihers bittet er um Verständnis dafür, dass auf behördliche Anweisung ein zweimonatiges Badeverbot besteht. Das Wasserwirtschaftsamt teilte auf Nachfrage mit, dass das Badeverbot eine Vorsichtsmaßnahme sei. Da im Bereich des Freibades kein "Schlixx" eingebracht wurde, besteht dort kein Badeverbot.

7,5 Tonnen SchlixXplus "pflügte" das Seentherapie-Boot der Firma Söll in den Rußweiher.
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