21.12.2018 - 16:18 Uhr
EschenbachOberpfalz

Schwerverkehr eine "besondere Belastung"

Stadtrat diskutiert Antrag der Anlieger auf Sperrung der Industriestraße, Tempo 30 und Rechts-vor-Links-Regelung.

Mit der elf Meter breiten Industriestraße wurde Ende der 1970er Jahre eine Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet geschaffen. Wegen der Verkehrsbelastung wünschen sich die Anlieger nun eine Sperrung der Straße für den Schwerlastverkehr.
von Walther HermannProfil

Eine Änderung der Zufahrt ins Gewerbegebiet "Am Stadtwald" wünschen sich die Anlieger von Industriestraße, Pressather Straße, Weite Gasse und Böhmerwaldstraße. Der Stadtrat sieht in dem Wunsch nach einer verkehrsberuhigenden Maßnahme ein "Problem, das nicht einfach zu lösen ist". Das Schreiben der Anlieger, das 33 Unterstützer unterzeichnet haben, führte zu einem Ortstermin des Stadtrats.

Ihre Eingabe begründen die Betroffenen mit dem Schwerlastverkehr, den sie als eine "besondere Belastung" empfinden: "Das Industriegebiet verlassende Lkws fahren oftmals mit erhöhter Geschwindigkeit auf der Industriestraße im Bereich der Wohngebiete. Ferner ist immer häufiger das Rangieren und Wenden von Lkws im Kreuzungsbereich von Pressather Straße/Industriestraße zu beobachten." Um den unnötigen Schwerlastverkehr aus den Wohngebieten fernzuhalten, seien Beschilderung und Verkehrsregelung nicht ausreichend. Die Anlieger schlagen daher eine "gezielte Verkehrslenkung über die Zufahrt ins Industriegebiet parallel zur B 470, die Einführung von Tempo 30 und eine Rechts-vor-Links-Regelung im gesamten Bereich" vor.

Ergänzend dazu weisen sie darauf hin, dass das Verwaltungsgericht Regensburg im Zuge seiner Entscheidung zum ehemals geplanten Netto-Markt auf den Flächen der Rohrmattenfabrik Kalb den Bereich Pressather Straße/Weite Gasse als Wohngebiet festgestellt hat. Langfristig erforderlich sei nicht zuletzt "eine Einfahrt in das Industriegebiet nördlich der bestehenden Einfahrt".

In ihrer Stellungnahme dazu bezeichnet die Polizeiinspektion Eschenbach die circa elf Meter breite Industriestraße als "einen der Hauptzubringer zum Industriegebiet 'Am Stadtwald'". Zusätzlich verweist sie darauf, dass nach der Sperrung der Gossenstraße für den Schwerverkehr Industrie- und (äußere) Pressather Straße die einzigen Zufahrtsmöglichkeiten zum Industriegebiet seien und die Industriestraße überwiegend der Schwerverkehr aus Richtung Grafenwöhr und Kemnath nutze.

Eine Sperrung der Industriestraße für den Schwerverkehr hätte zur Folge, dass der gesamte Verkehr über die Pressather Straße an der sogenannten Richter-Kreuzung auf die B 470 einfahren müsste. "Diese Kreuzung ist aber vom Unfallaufkommen her als Unfallhäufigkeitspunkt beziehungsweise -schwerpunkt eingestuft.", schreibt die Polizei. Sie macht zudem deutlich, dass das Industriegebiet nach geltenden Vorschriften nicht als Zone 30 ausgewiesen werden könne. Zusätzlich heißt es: "Ein Eingriff in eine funktionierende Vorfahrtsregelung ohne Erfordernis oder Unfallhäufigkeit macht keinen Sinn." Die Inspektion empfiehlt daher, die Industriestraße für den Schwerverkehr nicht zu sperren, hält jedoch eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer im Bereich der Wohnbebauung für unproblematisch. Wegen der Forderung nach einer neuen Einfahrt in das Industriegebiet bittet sie, das Landrats- und das Straßenbauamt zu kontaktieren.

Die Diskussion des Stadtrats über den Antrag führte zu keinem Ergebnis im Sinne der Anlieger. Bürgermeister Peter Lehr beschrieb kurz den Grundtenor: "Eine Straße sperren hieße, eine andere mehr belasten." Karl Lorenz sah lediglich eine kleine Alternativlösung: den Schwerverkehr aus Richtung Grafenwöhr über die B 470 ins Gewerbegebiet zu leiten und das Bauamt einzubinden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.