23.01.2020 - 12:11 Uhr
EschenbachOberpfalz

Selbstverteidigung als Wahlfach

Schnell kann eine gefährliche Situation eskalieren. Da ist es gut, wenn man Selbstverteidigung beherrscht. Schüler der Wirtschaftsschule in Eschenbach lernen deshalb an fünf Nachmittagen, wie sie sich selbst helfen können.

"Dein Körper ist die beste Waffe. Reagiere, sobald du einen Angriff erkennst." Diesen Rat gibt Fachübungsleiter Josef Schörner den Schülern der Wirtschaftsschule und animiert sie zu kräftigen Gegenstößen.
von Walther HermannProfil

„Ich will mich wirkungsvoll behaupten und verteidigen können“, erklärte ein Schüler der Klasse 7a seinen Beweggrund für die Teilnahme am Kurs. Fachübungsleiter und Ju-Jutsu-Schwarzgurtträger 5. DAN, Josef Schörner, trainierte an fünf Nachmittagen mit den Kindern, wie sie ihr Selbstbewusstsein aufbauen und so Angriffe abwehren können. Dazu spielte die Klasse Alltagssituationen durch, und der Ausbilder gab Tipps zum richtigen Verhalten.

Ein Schwerpunkt war es, eine persönliche Distanzschwelle zu schaffen und damit rechtzeitig Grenzen zu ziehen. Auch ging es darum, sich Techniken und Verhaltensweisen anzueignen, um Angriffe abzuschwächen, und die Stimme als elementares Hilfsmittel einzusetzen.

Der stellvertretende Schulleiter Bernhard Miedl, der den Kurs begleitete, nannte es einen Vorteil, dass bei dem schulischen Angebot besonders auch geschlechtsspezifische Verhaltensweisen vermittelt und geübt würden. Die Mädchen lernten demnach, möglicherweise gefährliche Situationen zu entschärfen und Körpersprache, Stimme und Atmung angemessen einzusetzen. Sie erfuhren, dass das damit verbundene Erfahren der eigenen Stärke zur Selbstbehauptung führe und das Wissen um die Schwachstellen des Angreifers die beste Grundlage für die Selbstverteidigung darstelle.

Bei den Jungen setzte Schörner andere Prioritäten. Denn anders als bei Mädchen gingen die "Schlägertypen" bei ihnen „sofort zur Sache“. Der Trainer gab den Jugendlichen Merksätze mit wie: „Richtige Dinge nur halb zu tun ist nahezu wertlos, denn meistens ist es die andere Hälfte, die zählt.“ Zu seinen Ratschlägen zählten auch: „Dein Körper ist die beste Waffe. Regiere, sobald du einen Angriff erkennst“ und „Der eigene Wille kann Berge versetzen“.

Ein spektakulärer Höhepunkt des Kurses war das Durchschlagen eines 15 Millimeter starken Bretts mit der Hand. Ursprünglichem Zögern und Skepsis folgte Begeisterung. Schörner signierte die Holzteile, die die Schüler als Erinnerung behalten durften. Miedl betonte zum Abschluss des Kurses: „Ich hoffe, dass ihr nie in die Situation kommt, das Erlernte anwenden zu müssen.“

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