23.09.2018 - 13:56 Uhr
EschenbachOberpfalz

Senioren reisen in frühere Zeit

Das Kulturzentrum "Beim Taubnschuster" ist für die Senioren beim Monatstreff nicht nur ein Garant für Geselligkeit und Gemütlichkeit. Die Besucher begeben sich in eine andere Zeit - und erfahren eine Anekdote aus dem Jahr 1930.

Mit "Eschenbacher Gschichtln" bereicherte Karlheinz Keck den Aufenhalt der Senioren beim Taubnschuster.
von Walther HermannProfil

Der nach der Sanierung des Gebäudes zu einem Schmuckkästchen gewordene ehemalige Kuhstall garantierte zum Einstieg in das Nachmittagsprogramm heimelige Kaffeehaus-Atmosphäre. Eine Bilderrundreise führte zu ehemaligen Gaststätten in und um Eschenbach. Als Reiseleiter glänzte Bernd Thurn. Er spannte einen weiten Bogen vom Torfmoses am Obersee bis zur Freiluftkegelbahn Ackermann. Die Senioren erinnerten sich an ihre eigene Jugendzeit. Die Gaststätten und deren Inneneinrichtungen waren ebenso erinnerungsträchtig wie die zum Teil stimmungsvollen und geselligen Tischgemeinschaften. "Erkennungsdienst" war angesagt.

Im Museumsbereich führte Karlheinz Keck durch die lokale Zoiglgeschichte, die mit dem jüngsten Eschenbacher Zoiglangebot eine kleine Wiedergeburt erlebt. Der Vorsitzende des Heimatvereins verband seine Anmerkungen zu ausgestellten Zoiglgeräten und Bilddokumenten mit Hinweisen zu Stammtischen und Heimatfesten, die stets viele ehemalige Eschenbacher zum Besuch ihrer Vaterstadt gelockt hatten. Für Heiterkeit sorgte sein Rückblick auf das Heimatfest im August 1930, in dessen Verlauf das Kriegerdenkmal neben dem damaligen Stadtweiher eingeweiht worden war. Wie Keck berichtete, waren Pfarrer Johann Lommer und eine ganze Reihe einflussreicher Bürger gegen das Denkmal gewesen, weil die Darstellung eines unbekleideten Kriegers nach ihrer Ansicht das Schamgefühl verletzt. Lommer habe daher in seiner Ansprache betont, dass er nur das Kreuz, nicht jedoch den nackten Körper weihe.

Aus Entrüstung über dieses Werk wollte er auch sofort, ohne ein Gebet für die Gefallenen zusprechen, den schamlosen Ort verlassen. Doch sein Mesner, der zweite Bürgermeister Joseph Kirmeier, habe dies lautstark mit einem "Vater Unser" verhindert, in das der Geistliche mit saurer Miene eingestimmt habe. "Erst nachdem die Weihehandlung vollzogen war, durfte das mit einem Tuch verdeckte Denkmal enthüllt werden", zitierte Keck Zeitgenossen.

Großes Interesse der Senioren weckte das einzigartige Stadtmodell mit seinen technischen Darstellungsmöglichkeiten. Maria Förster bedankte sich bei Keck und seinen Mitarbeitern für die gewährte Gastfreundschaft und sah in dem Haus einen Garanten für Geselligkeit und Gemütlichkeit.

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