30.01.2020 - 17:18 Uhr
EschenbachOberpfalz

Auf den Spuren heimischer Landwirtschaft

Auf historischem Boden bewegt sich die Überparteiliche Christliche Wählergemeinschaft (ÜCW). Sie folgt bei ihrer Winterwanderung einer Einladung von Roland Völkl an die Eschenbacher Mühle.

Auf glückliche Küche treffen die ÜCWler beim Besuch des Anwesens von Roland Völkl (hinten, Dritter von links).
von Walther HermannProfil

Diese ist bereits im „Böhmischen Salbüchlein“ Kaiser Karls IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68 enthalten. Dort ist nachzulesen: „So gehören zu der Obern Mül zu Eschenbach bey dem weyer 4 ecker; und zu der Nidern Müll 5 tagwerch wismats, 6 morgen ackers.“ Mit der "Obern Müll" ist die "Fledermühle" gemeint, mit der "Nidern Müll" die Eschenbacher Mühle. "Wismet" bezeichnet eine Wiese zur Heugewinnung, "morgen" ist ein altes Feldmaß.

Leicht erheiternd wirkt eine Nachricht, die Heimatforscher Albert Furtner "ausgegraben" hat: „Im März 1616 fand die jährliche Mühlenschau statt. Von den 20 vorgefundenen Gänsen sind aber dem Müller nur 16 erlaubt gewesen. Die Strafe sei "auf Hans Hellers Bitten" um die Hälfte reduziert worden.

Das Interesse der Besucher galt jedoch weniger der Geschichte als dem Viehbestand des jungen Landwirts, der das Anwesen 2014 von seinen Eltern Franz und Agnes übernommen hatte. Angesagt war eine informative und aromareiche Stallwanderung mit Blick auf 175 Wiederkäuer, davon 60 Milchkühe. Stets begleitet von deren neugierigen Blicken informierte Völkl über Pflege- und Haltungsvorgaben und beantwortete Fragen nach der Zusammensetzung des ausgebreiteten Futters mit: Die Kühe bekommen Stroh, Gras- und Maissilage, Mineralfutter und ein Teil Kraftfutter serviert. Er sprach die Voraussetzungen für ein optimales Silieren an, das später Bedeutung bei der Verdauung im Rindermagen habe.

Der Landwirt ging auch auf Fragen zur altersmäßig getrennten Unterbringung der Rinder ein und berichtete über die Behandlung und Versorgung der Kälber. Mit Hinweis auf einen eigenen Bereich für hochträchtige Kühe erläuterte er, dass diese in den Wochen vor dem Kalben dort noch einmal „Kraft tanken“ könnten.

Das Thema "Milchpreis" führte zu einer regen Aussprache. Völkl räumte ein, dass der derzeitige Grundpreis von 34 Cent pro Liter den Landwirten zwar nur eine geringe Ertragsspanne biete, sich jedoch deutlich abhebe von der Situation im Jahr 2016, als der Literpreis noch unter 25 Cent und damit unter den Herstellungskosten lag. Nach dem informationsreichen Gang durch Jungkälberraum und Melkstand servierte Ehefrau Christine Frischmilch, deren Qualität sich nach einhelliger Meinung der „Genussrunde“ von der im Einzelhandel angebotenen Trinkmilch deutlich abhebt.

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