Im Landkreis Neustadt/WN erhellten an zwei Orten Mahnfeuer die Nacht. Eines davon entzündeten Landwirte und ihre Anhänger vor dem Eschenbacher Lagerhaus Schloderer neben der B 470. Die Örtlichkeit war dafür geeignet, auch Passanten auf die Aktion aufmerksam zu machen.
Die örtlichen Akteure, darunter zwei Agraringenieure, freuten sich über die Sympathiebekundungen von Nichtlandwirten, unter denen auch Stadträte waren. Sie betonten, dass die Bewegung „Land schafft Verbindung“ in einer neutralen, verbandsunabhängigen Struktur das gemeinsame Ziel eine, die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Unter dem Motto „Wir laden zu Tisch“ gelte es, das gemeinsame Gespräch anzustoßen.
In einem Gespräch vor Ort - insgesamt hatten sich circa 50 "Mahner" versammelt - nahm Wolfgang Denk Stellung zu kurzfristig umzusetzenden Forderungen. So verlangte er eine Überarbeitung der Düngeverordnung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit. Er begründete dies damit, weil das Nitrat-Messstellengesetz in seiner derzeitigen Ausgestaltung nicht als Basis für weitere Entscheidungen geeignet sei. Denk lehnte daher mit Nachdruck pauschale Düngevorgaben ab und forderte ein Moratorium des Agrarpakts, das einer genauen wissenschaftlich fundierten Überarbeitung bedürfe.
Zum Baurecht forderte er im Namen der Bewegung die Politik dazu auf, die bestehenden Zielkonflikte zwischen artgerechter Tierhaltung und Emissionsschutz zusammen mit allen Beteiligten in einer bundeseinheitlichen Genehmigungspraxis des Baurechts zu lösen. Er rief zu einer Berücksichtigung der Zumutbarkeit auf. „Mercosur und andere Handelsabkommen sind nur zu unterstützen, wenn sie die notwendigen hohen Umwelt- und Sozialstandards der heimischen Landwirtschaft nicht gefährden“, hob er mit Blick auf qualifizierten Marktzugang hervor.
Zu den mittelfristig umzusetzenden Forderungen des Agraringenieurs zählte, dass die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden müsse. Dazu seien alle politischen Parteien aufgefordert, zu einer sachlichen, zielorientierten Politik zurückzukehren. „Das Stimmenfischen mit oberflächlichen, landwirtschaftsfeindlichen Parolen muss ein Ende haben“, forderte Denk.
Kostendeckende Preise sind ihm und der Bewegung „Land schafft Verbindung“ ein weiteres Anliegen. Ziel der Agrarpolitik müsse es sein, die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft so zu gestalten, dass das Haupteinkommen wieder durch kostendeckende Preise erzielt wird. Darüber hinaus seien europaweit einheitliche Mindeststandards der Produktion festzulegen, die dem jeweiligen aktuellen Stand entsprechen und die regionale Herkunft nachweisen.
Ein Anliegen ist „Land schafft Verbindung“ außerdem der Natur- und Umweltschutz. Hier gelte es, den berechtigten Ansprüchen der Ökologie Rechnung zu tragen, erklärte der Agraringenieur. Statt einer pauschalen ordnungsrechtlichen Vorgehensweise sollte auf Kooperation mit den Landwirten gesetzt werden. Insbesondere Maßnahmen des Insektenschutzprogrammes sollten nach sorgfältiger wissenschaftlicher Absicherung in eine verlässliche vertragliche Absicherung integriert werden.
Nicht zuletzt forderte der Redner, der Entfremdung von Landwirtschaft und Gesellschaft entgegenzuwirken. Als Beispiel dafür nannte er die Einführung eines Unterrichtsfaches für Alltags- und Lebensökonomie. Er hielt es für erforderlich, Lehrpläne und Lehrbücher zum Thema Landwirtschaft objektiv und in Zusammenarbeit mit Praktikern zu gestalten.
In regen Gesprächen stellte Denk den zahlreichen Nichtlandwirten die Forderungen der Bewegung „Land schafft Verbindung“ vor. Für den Aufenthalt beim Mahnfeuer waren Tischgarnituren aufgestellt. Kalte Getränke, Glühwein und heiße Würste luden zum Verweilen ein. Traktoren rahmten das Mahnfeuer ein.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.